Technische Aspekte des Sub-Ohm-Dampfens: Zugtechniken und funktionale Merkmale

Ein geringerer Widerstand führt zu einer stärkeren Erhitzung der Heizspule im Verdampferkopf
Sub Ohm Dampfen – der Begriff setzt sich zusammen aus dem Präfix „sub“ („sub“ = lat. für unter, unterhalb), dem Begriff „Ohm“, welcher den elektrischen Widerstand definiert, und der Bezeichnung für den Betrieb von E-Zigaretten. Wer sich bereits mit der Funktion und den Bestandteilen einer E-Zigarette befasst hat, kann die physikalischen Auswirkungen eines geringeren Widerstands der Heizspule im Verdampferkopf ableiten. Zusammenfassend beschreibt der Begriff „Sub Ohm Dampfen“ die Nutzung einer E-Zigarette mit einer Heizspule, die einen Widerstand unter 1,0 Ohm aufweist. Je geringer der Widerstand der Heizwendel ist, desto höher ist der Stromfluss und die Erhitzungsgeschwindigkeit. Dies führt technisch bedingt zu einer gesteigerten Dampfmenge und einer veränderten Aromaentfaltung. Informationen dazu, wie Sie mehr Dampf mit der E-Zigarette erzeugen, finden Sie in einem weiteren Beitrag. Diese Technik erfordert technisches Verständnis, da bei falscher Handhabung oder ungeeigneter Hardware Sicherheitsrisiken bestehen können, etwa durch eine Überlastung der Akkuzellen. Daher ist der Betrieb im Sub-Ohm-Bereich nur mit Geräten vorgesehen, deren Elektronik für Widerstände unter 1 Ohm spezifiziert ist, wie beispielsweise beim InnoCigs eGrip VT E-Zigarette Set.
Merkmale des Sub-Ohm-Dampfens:
- Höheres Dampfvolumen
- Veränderte Intensität der Aromen
- Höhere Dampftemperatur
- Veränderte Nikotinaufnahme
Systembedingte Faktoren:
- Stärkere Erwärmung der Coils
- Erhöhter Liquidverbrauch
- Höherer Bedarf an Verbrauchsmaterial
- Verschleißintensiverer Betrieb
Technische Umsetzung des Sub-Ohm-Dampfens
Hersteller wie Joyetech oder KangerTech bieten abgestimmte Sub-Ohm-Systeme an, die im Fachhandel erhältlich sind. Während diese Nutzungsart früher vorwiegend im Bereich der Selbstwickelverdampfer angesiedelt war, ermöglichen moderne Clearomizer mit passend regulierten Akkuträgern heute eine technisch aufeinander abgestimmte Nutzung. Die Dampfmenge und Aromaentwicklung sind hierbei systemisch vorkonfiguriert. Aufgrund der veränderten Nikotinaufnahme werden im Sub-Ohm-Bereich häufig Liquids mit einer geringeren Nikotinkonzentration verwendet als bei moderaten Widerständen. Gängig sind hierbei Konzentrationen von ca. 3 – 6 mg/ml, abhängig von der individuellen Nutzung.
Das Mischungsverhältnis von Propylenglycol (PG) und Glycerin (VG) beeinflusst die Beschaffenheit des Dampfes. Für eine voluminöse Dampfentwicklung wird meist ein Anteil von mindestens 50 % Glycerin oder höher gewählt. Dabei ist auf einen ausreichenden Liquidnachfluss zu achten. Ist dieser nicht gegeben, kann das Trägermaterial (Watte) im Verdampfer thermisch beschädigt werden.
Geregelte Akkuträger verfügen über Schutzschaltungen und erlauben es, über die Einstellung der Leistung (Watt) oder Spannung (Volt) die Befeuerung des Verdampfers zu steuern. Diese Geräte werden als VV/VW-Akkuträger bezeichnet. Bei der Verwendung von ungeregelten, mechanischen Akkuträgern ist die genaue Kenntnis über das Ohmsche Gesetz sowie die Belastungsgrenzen der verwendeten Akkuzellen zwingende Voraussetzung.
Geeignete Akkuträger für diesen Bereich sind für hohe Entladeströme ausgelegt und verfügen über Sicherheitsmechanismen gegen Kurzschlüsse. Standard-Akkus älterer Bauart sind oft nicht für Widerstände unter einem Ohm spezifiziert. Ein Betrieb außerhalb der Spezifikation kann zur Überhitzung der Zellen führen.
Es ist zu berücksichtigen, dass die Erzeugung größerer Dampfmengen einen deutlich höheren Liquidbedarf zur Folge hat. Der Verbrauch kann im Vergleich zu moderaten Systemen signifikant ansteigen. Achten Sie bei der Wahl Ihrer Liquids auf die Einhaltung gesetzlicher Qualitätsstandards. Die Beschaffenheit und Temperatur des Dampfes unterscheiden sich grundlegend von Systemen mit höherem Widerstand.
Einfluss der Zugtechnik auf die Nutzung
Für den Betrieb im Sub-Ohm-Bereich ist eine spezifische Zugtechnik, der direkte Lungenzug (Direct Lung), erforderlich. Im Vergleich zu herkömmlichen E-Zigaretten, die oft eine andere Aromaentfaltung bieten, verändert die Zugtechnik die Wahrnehmung des Inhaltsstoffs. Die Wahl der Zugtechnik ist von den individuellen Präferenzen des Nutzers abhängig.
Es werden grundsätzlich zwei Techniken unterschieden. Beim Backenzug (MTL) wird der Dampf zunächst im Mundraum gesammelt und anschließend inhaliert. Beim Lungenzug (DL) erfolgt die Inhalation direkt in die Lunge. Letztere Technik ist charakteristisch für den Sub-Ohm-Bereich und bedingt eine höhere Nikotinaufnahme pro Zug.
Unterschied zwischen Lungenzug und Backenzug
Die Zugtechnik bei E-Zigaretten unterscheidet sich von der herkömmlicher Tabakprodukte. Während beim Rauchen oft kurze, feste Züge erfolgen, basiert die Verdampfung bei E-Zigaretten auf einem kontinuierlichen Luftstrom.
Züge von mehreren Sekunden Dauer sind für die Aromaentfaltung üblich. Ein zu starker, kurzer Zug kann den Nachfluss beeinträchtigen und den Verschleiß des Verdampferkopfes beschleunigen.
Der Backenzug (Mouth-to-Lung)
Der Dampf wird im Mundraum gesammelt. Diese Technik ermöglicht eine präzise Dosierung der Dampfmenge. Sie ähnelt der gewohnten Technik von Umsteigern und ist für moderate Widerstände geeignet. Da sich viele Geschmacksknospen im Mundraum befinden, wird der Dampf hier besonders intensiv wahrgenommen, bevor er in die Lunge gelangt.
Ablauf eines Backenzugs:
- Gleichmäßiger Zug über 5 bis 7 Sekunden.
- Zwischenspeichern des Dampfes im Mundraum vor der Inhalation.
- Vermeidung ruckartiger Zugbewegungen.
Lungenzug (Direct-to-Lung)
Der Dampf wird ohne Verweilen im Mundraum direkt in die Lunge inhaliert. Dies führt zu einer schnelleren Aufnahme der Inhaltsstoffe und ermöglicht das Inhalieren größerer Dampfvolumina. Für diese Technik sind Verdampfer mit einem geringen Luftwiderstand (Airflow) notwendig.
Ablauf eines Lungenzugs:
- Inhalation über einen Zeitraum von 5 bis 8 Sekunden.
- Frühzeitiges Loslassen der Feuertaste (ca. 2 Sekunden vor Ende des Zuges) zur Kühlung der Wicklung.
- Vermeidung von Kondensatbildung im Luftkanal durch Ausnutzung der Resthitze.
Eine grafische Darstellung der Unterschiede finden Sie in dieser Infografik zur Zugtechnik.
Fazit: Sub Ohm Dampfen ist eine technische Variante der E-Zigarettennutzung, die an spezifische Sicherheitsregeln und Hardwarevoraussetzungen gebunden ist. Für den Einstieg sind häufig Systeme mit Widerständen über 1 Ohm und die Backenzugtechnik gebräuchlich. Die Wahl eines Sub-Ohm-Systems stellt eine Option dar, die eine entsprechende Auseinandersetzung mit der Gerätetechnik erfordert. Mittlerweile stehen vorkonfigurierte Sets zur Verfügung, die auf die Anforderungen dieses Bereichs technisch abgestimmt sind.





