Untersuchung von Aromastoffen in E-Liquids: Inhaltsstoffe und wissenschaftlicher Sachstand

Seit der Einführung von E-Zigaretten werden Liquids in verschiedenen Varianten angeboten – darunter Richtungen wie Heidelbeere, Schokolade, Erdbeere sowie Tabak- oder Waldmeisteraromen. In der Produktion werden primär Aromen eingesetzt, die auch in der Lebensmittelindustrie Verwendung finden. Die Diskussion um die Inhalation dieser Stoffe fokussiert sich häufig auf die thermische Stabilität und potenzielle Abbauprodukte.

Liquids und deren Inhaltsstoffe stehen regelmäßig im Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen. Dabei bestehen grundlegende Unterschiede zwischen den Inhaltsstoffen einer Tabakzigarette und den Komponenten eines E-Liquids. Während die Tabakzigarette auf der Verbrennung von Pflanzenmaterial basiert, erfolgt bei der E-Zigarette eine elektrische Erhitzung einer Flüssigkeit. Die Forschung zu Inhaltsstoffen wie Diacetyl hat dazu geführt, dass dieser Stoff in der europäischen Liquid-Produktion weitestgehend vermieden wird (Studie zur Analyse von Diacetyl und Acetylpropionyl).

Wissenschaftlicher Sachstand zu Aromastoffen

Fachpublikationen wie „Tobacco Control“ befassen sich mit der Festlegung von Richtwerten für Aromazusätze in Liquids. In der öffentlichen Debatte wird oft die Informationspflicht über Inhaltsstoffe thematisiert. Es ist festzuhalten, dass die wissenschaftliche Datenlage zur langfristigen Inhalation bestimmter Aromen kontinuierlich erweitert wird. Informationen zur Rolle der E-Zigarette in der Tabakprävention werden unter anderem von der Deutschen Ärztezeitung diskutiert. Auch Untersuchungen zum sogenannten „Gateway-Effekt“ kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen bezüglich der Relevanz für Nichtraucher. Infografik Gateway Effekt

Ein häufig genannter Stoff ist Benzaldehyd. Einige Publikationen diskutieren Richtwerte von 60 Milligramm pro Tag. Benzaldehyd ist ein Bestandteil, der beispielsweise auch in Bittermandelöl vorkommt. Die wissenschaftliche Bewertung der Inhalation unterscheidet sich hierbei von der oralen Aufnahme in Lebensmitteln. Ein weiterer diskutierter Stoff ist Diacetyl, der in Tabakzigaretten in deutlich höheren Konzentrationen (ca. 301 bis 433 µg) nachgewiesen wurde als in den wenigen Liquids, die diesen Stoff überhaupt enthalten. Ein Großteil der im Fachhandel erhältlichen Liquids ist frei von Diacetyl.

Die TPD2-Regulierung schreibt umfassende Informations- und Hinweispflichten auf den Verpackungen vor. Die Forschung zeigt, dass hohe Konzentrationen bestimmter Stoffe Reizungen hervorrufen können, was jedoch von einer Klassifizierung als krebserregend abzugrenzen ist. Grundsätzlich richtet sich das Angebot von E-Zigaretten an erwachsene Raucher als Alternative zum Tabakkonsum. Personen, die bisher keine Tabakprodukte konsumieren, wird von der Nutzung abgeraten.

Analyse von Benzaldehyd und Inhaltsstoffen

Wissenschaftliche Untersuchungen analysieren die Menge an Benzaldehyd und Vanillin, die bei der Verdampfung aufgenommen werden kann. Die Messwerte variieren stark je nach verwendetem Liquid und den technischen Einstellungen des Geräts. Die These, dass Aromastoffe bei hohen Temperaturen potenziell schädliche Beiprodukte bilden könnten, ist Gegenstand aktueller Forschung. Stichproben zeigen hierbei eine große Varianz innerhalb des Marktes.

Inhaltsstoffe von Liquids im Vergleich

Liquids bestehen primär aus Propylenglycol (PG), pflanzlichem Glycerin (VG), Wasser, Nikotin und Aromen. Im Vergleich zur Tabakzigarette entfallen beim Dampfen die Verbrennungsprodukte des Tabaks. Eine detaillierte Tabelle zu den Inhaltsstoffen verdeutlicht die unterschiedliche chemische Zusammensetzung.

InhaltsstoffTabakzigaretteLiquids
NikotinJaNein
TeerJaNein
Schwermetalle (Quecksilber etc.)JaNein
NitrosamineJaGeringfügig (nur in wenigen Liquids)
NickelJaNein - aber durch den Heizdraht im Verdampfer kann es Rückstände geben
HydrazinJaNein
VinylchloridJaNein
BenzolJaNein
BenzyprenJaNein
Polonium 210JaNein
S-MethylcholanthrenJaNein
FurfuralJaNein
HydrochinonJaNein
PhenoleJaNein
KresolJaNein
ArsenverbindungenJaNein
Plutonium* JaNein
ThoriumJaNein
DibenzanthrazenJaNein
BenzofluranthrenJaNein
DibenzpyrenJaNein
BenzanthrazenJaNein
ChrysenJaNein
DioxineJaNein
IndenopyrenJaNein
BenzphenanthrenJaNein
Methylbenzopyren JaNein
MethylchrysenJaNein
7H-DibenzcarbazolJaNein
DimethylnitrosaminJaNein
N-NitrosodimetylaminJaNein
4-AminobiphenylJaNein
BetanaphtylamideJaNein
FormaldehydJa (etwa 100µg - rund 16mal mehr als in Liquids)> 6µg
Anilin JaNein
BleiJaNein
CadmiumchloridJaNein
AkroleinJaNein
KohlenmonoxidJaNein
ToluolJaNein
AcetaldehydJa (etwa 1300µg - rund 86mal mehr als in Liquids )> 15µg
BlausäureJaNein
CyanidJaNein
ZinkJaNein
PyridinJaNein
AmmoniakJaNein
StickoxideJaNein
ChinolinJaNein
4-1-1 Butanon JaNein
PetroleumJaNein
N-Ethyl-N-Methylnitrosamin JaNein
N-DiethylnitrosaminJaNein
N-Dimethylnitrosamin JaNein
1,2-Propandiol (1,2-PG)** JaJa
Glycerin (oder VG, E 422)**JaJa

Datenquelle: ezigarette-magazin.de
*Informationen zu Rückständen in Tabakprodukten finden sich in entsprechenden toxikologischen Berichten.
**PG und VG dienen in beiden Produktgruppen als Feuchthaltemittel, in der E-Zigarette bilden sie die Basis für die Aerosolerzeugung.

Aromen für Liquids sind Lebensmittelzusatzstoffe, die nach ihrer Herkunft differenziert werden:

  • Natürliche Aromastoffe: Gewonnen aus pflanzlichen oder tierischen Ausgangsstoffen durch physikalische Verfahren.
  • Naturidentische Aromastoffe: Chemisch synthetisierte Stoffe, die molekular identisch mit natürlichen Vorbildern sind.
  • Künstliche Aromastoffe: Im Labor entwickelte Stoffe ohne direktes natürliches Pendant; sie zeichnen sich oft durch eine hohe Reinheit und geringe Anzahl an Nebenkomponenten aus.

Die Anzahl der Inhaltsstoffe ist kein direkter Indikator für die gesundheitliche Bewertung. Nutzer, die maximale Transparenz über die Zusammensetzung wünschen, nutzen häufig die Möglichkeit, ihr Liquid selbst zu mischen. Informationen hierzu finden sich in diesem Fachartikel.

Häufige Aromakomponenten

  • Benzaldehyd
  • Diacetyl (in der EU-Produktion weitestgehend substituiert)
  • Tetramethylpyrazine
  • Apfelsäure
  • Vanillin
Zusammenfassung des Sachstands

Nach aktuellem Kenntnisstand ist eine pauschale Einstufung von Liquid-Aromen als krebserregend wissenschaftlich nicht belegt. Dennoch können bei empfindlichen Personen Reizungen der Atemwege auftreten. In der gesundheitlichen Bewertung ist stets der Vergleich zur Tabakzigarette und dem dort stattfindenden Verbrennungsprozess relevant.

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Bildnachweise:
Titelbild: iStock

10 thoughts on “Untersuchung von Aromastoffen in E-Liquids: Inhaltsstoffe und wissenschaftlicher Sachstand

  1. Thomas Weissleder

    Ja das Dampfen wieder , kaum hat man eine alternative zum Rauchen gefunden wird alles in Frage gestellt ! Sind wir doch Mal ehrlich , dampfen ist nicht gesund aber definitiv gesünder als rauchen ! Alles was der Dämpfer schädigt ist die Tabakindustrie ;( und die werde ich nicht mehr unterstützten ! Mein Dampfkanal ist ( Flummy Tommy ) auf YouTube , ein Abo wäre der Knaller ,! Wir sehen uns , Gruß Tommy

  2. Dr. Martin Burow

    Vorweg: Ich bin Nichtraucher und sehe weder Sinn im Dampfen noch Rauchen, aber für den Verschwörungstheoretiker-Artikel nur zur Info.
    Alle großen Tabakkonzerne sind in E-Liquids, E-Zigaretten, Verdampfern und allem was es drumherum so gibt investiert.
    Das Argument die Tabakindustrie versucht E-Liquids schlecht zu machen zieht nicht. Sind eher Ärzte und dem Rauchen gegenüber Abgeneigte.

    Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist Dampfen deutlich weniger gefährlich als Rauchen, wir werden jedoch leider erst in einigen Jahren sehen, wie schädlich E-Liquids wirklich sind. Qualm gehört eigentlich nicht in die Lunge!

    1. Dr. Med. Knows Best

      Zum Glück handelt es sich bei der E-Zig. um Dampf und nicht um Qualm.
      Freundliche Grüße von einem Nichtdampfer /-raucher.

  3. meeresrauschen

    Danke für den umfassenden Artikel! Ich bekomme langsam schon Aggressionen, wenn mir irgend welche Kettenraucher (war ich leider selbst lange genug :)) erklären wollen, wie ungesund die E-Zigaretten sind. Wenn man fragt, woher die Informationen kommen: „Ist zuletzt in der Zeitung gestanden – war im TV“ etc.
    Was soll das? Ich spreche doch auch keine Raucher aus heiterem Himmel an und frage sie, ob sie eigentlich wissen, wie schädlich die Kippe ist. Bin ich deren Aufsichtsperson? Ich bin mir selbst im Klaren, dass man bei E-Ziggies nicht von „gesund“ sprechen kann. Ich dampfe jetzt seit ca. 7 Jahren, habe eine Menge Geld gespart, spüre keine Stiche mehr in der Lunge, bin nicht mehr verschleimt. Meine Haare, mein Auto, meine Wohnung, meine Klamotten stinken nicht mehr. Hände und Füße sind nun wunderbar durchblutet und nicht mehr kalt. Ich habe keinen ekligen Geschmack mehr im Mund und nach einer durchfeierten Nacht keine Kopfschmerzen. Sorry, aber mir reicht das als Beweis, wie schädlich die Raucherei im Gegensatz zum Dampfen ist.
    VG, meeresrauschen

    1. Martina

      Wie Recht Sie haben! Ich habe ebenfalls mit einigen Bekannten zu tun, welche Kette rauchen und mir dann erzählen, dass E-Zigaretten schädlicher als normale Zigaretten sein würden. Da man sich dort ja „reine Chemie“ in die Lunge zieht, es keine Langzeitstudien gibt und das ich mir überlegen sollte ganz aufzuhören oder wieder zu rauchen anstatt zu dampfen. Da stellt es mir auch alle Haare auf XD

  4. rouven

    ich finde den artikel ganz gut bin selber dampfer seid einem jahr und endlich sagt mal jdm das dampfen nicht krebseregend ist beruhigt mich

  5. Basti

    Formaldehyd ist nachweislich krebserregend laut deutschem Krebsforschungsinstitut:
    https://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/E-Zigaretten.html

    Formaldehyd (krebserzeugend), Acetaldehyd (möglicherweise krebserzeugend), Acrolein (reizend, giftig), reaktive Sauerstoffbindungen und Metalle, darunter Nickel (krebserzeugend bei Inhalation), Chrom (krebserzeugend) und Blei (giftig, möglicherweise krebserzeugend)

  6. Ne0Gen3tic

    Ich bin 100 % davon überzeugt, dass „Dampfen“ um einen großen Faktor unschädlicher ist, als das Tabakrauchen, dies merkt man schon nach wenigen Tagen!
    Ich bin jetzt 2 Wochen „Rauchfrei“ dank der E-Zigarette und ich schmecke besser, ich rieche besser, habe keine „Stiche“ mehr in der Lunge,
    bin nicht mehr so heftig verschleimt, meine Leistungsfähigkeit hat deutlich zugenommen, meine Lunge „Pfeift“ nicht mehr so heftig,
    im Allgemeinen geht es mir deutlich besser! Wenn mich dann ein älterer (oder auch jüngerer) Herr auf die E-Zigarette anspricht, wie schädlich, diese wäre,
    der auch noch beim Reden, bei jedem Atemzug aus der Lunge „Pfeift“, mit seinem Nikotin gelben Fingern herumfuchtelt und sich in seinem
    vom Nikotin total gelbem Bart streicht, bekomme ich mittlerweile ehrlich das Kotzen! Ein Raucher ist an diese Faktoren, dermaßen gewöhnt,
    dass dieser gar nicht merkt, wie schlecht ihm das Rauchen bekommt! Für einen Raucher sind diese Begebenheiten „Normalzustand“, er ist daran gewöhnt, würde dieser,
    einfach mal 2–3 Wochen nur Dampfen, bin ich davon überzeugt, könnte man jeden Raucher davon überzeugen, dass Dampfen deutlich weniger
    invasiv zu der Gesundheit ist! Davon bin ich wirklich überzeugt! Tabakrauchen, „vernebelt“ einem dermaßen den Sinn dafür!

  7. Flip

    Auf jeder gekauften Packung E-Aroma (ohne Nikotin) sind die Gefahrensymbole „gesundheitsgefährdend“ und „leicht bzw. hochentzündloch“ aufgedruckt. Diese Symbole habe ich auf Lebensmittelverpackungen bisher noch nicht entdecken können, soviel zu gleiche Inhaltsstoffe wie in Lebensmitteln.

    Ich „dampfe“ jetzt seit einem Jahr und suche nach einem Aroma, das weder als gesundheitsgefährdend noch hochentzündlich eingestuft ist.

    Gibt es in dem Bereich eine Alternative, oder wenigstens ein Aroma, das nicht hochentzündlich ist?

    Vielen Dank im Vorraus.

    1. InnoCigs Redaktion

      Hallo Flip, leider gelten für die gleichen Stoffe, die auch in Lebensmitteln zu finden sind, bei der Nutzung in E-Zigaretten andere Regelungen. Konkret ist die Kennzeichnung auf die EU-Chemikalienverordnung (CLP-Verordnung) zurück zu führen. Stoffe werden in Lebensmitteln anders als bei der Inhalation eingestuft. Die Sinnhaftigkeit für die Gültigkeit dieser Hinweise auf Liquids für E-Zigaretten ist fragwürdig und sollte von dem Gesetzgeber überprüft werden. Wir halten sie für nicht angemessen. Bei allen bekannten Herstellern die wir kennen kommen ausschließlich für Lebensmittel zugelassene Inhaltsstoffe zum Einsatz. Seit über 10 Jahren sind uns keinerlei Vorfälle bekannt die auf ein erhöhtes Risiko hindeuten. Viele Grüße, Dein InnoCigs Team

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