PG / VG Mischverhältnis in Liquids – Vorteile & Unterschiede

PG und VG Liquids und E-Zigarette

In unserem Beitrag „Die 10 häufigsten Probleme mit E-Zigaretten“ befassten sich viele Absätze mit den Problemstellungen, die gerade Dampf-Neulinge oftmals Im Kontext der E-Zigarette begegnen können. Geklagt wird über gereizte Atemwege, Husten, Mundtrockenheit oder weitere als störend empfundene Begleiterscheinungen. Häufig hilft hier bereits die Veränderung der Zugtechnik von Lungenzug auf Backenzug, oder aber die Reduzierung des Nikotinanteils im Liquid. Doch gerade bei den e-Liquids gibt es noch einen weiteren wichtigen Faktor, der allzuoft vernachlässigt wird – der Anteil von Propylenglykol (PG) und pflanzliches Glycerin (VG=Vegetable Glycerin) im Liquid. Sub Ohm Dampfer dürften zumindest den Einfluss dieses Mischverhältnisses auf die Dampfentwicklung kennen. Doch PG und VG haben jeweils noch weitere Vorteile und vor allem auch entscheidende Unterschiede, die sich auf Ihr Dampferlebnis auswirken. Es ist also vor allem auch eine Geschmacks- und Stilfrage, für welchen der Stoffe oder welches Mischverhältnis ein Dampfer sich entscheidet.

 

PG & VG – Begriffserklärung & Eigenschaften

Fast alle Liquids enthalten beide Stoffe, denn beide sorgen für verschiedene wichtige Eigenschaften und sind so als sog. Base, neben Nikotin, Aromen und destilliertem Wasser, die Hauptbestandteile der zu verdampfenden Flüssigkeit. Entscheidend ist also im Alltag vor allem das Mischverhältnis. Doch es gibt auch Liquids, die lediglich einen der beiden Stoffe enthalten, also PG- bzw. VG-Liquids. Um die Eigenschaften und Unterschiede besser zu verstehen, sehen wir uns die einzelnen Stoffe einmal im Detail an.

 

PG – Trägermittel & Lösungsstoff Propylenglykol

PG steht für Propylenglykol (auch 1,2 Propandiol) ist farb- und geruchslos und vor allem sehr dünnflüssig. Seine Dünnflüssigkeit ist der Hauptunterschied zum VG, der Einfluss auf seine Verwendung für E-Zigaretten Liquids hat. Eine höhere Dünnflüssigkeit vermeidet eventuelle Nachflussprobleme, die bei einigen Elektro Zigaretten entstehen können. Viele Dampfer berichten im Zusammenhang mit PG-Liquids bzw. Liquids mit hohem PG-Anteil auch von einem besseren „Throat Hit“ (Flash) und einer höheren Geschmacksintensität des verwendeten Aromas. Somit zeichnet sich eine konkrete Zielgruppe ab, für die ein hoher Propylenglykol Gehalt oft besonders wichtig ist: für Umsteiger, die im Rahmen ihres Rauchstopps mit E-Zigarette nicht auf das Gefühl des Nikotinflashs verzichten möchten. Ein hoher PG-Anteil kann also die Chancen auf einen erfolgreichen Um- und Ausstieg erhöhen.

Es gibt Einzelfälle, in denen eine Allergie gegen PG vorliegt und es zu allergischen Reaktionen im Mund- und Rachenbereich kam. Dies ist allerdings die absolute Ausnahme. Ein- und Umsteiger klagen zwar gelegentlich über einen Hustenreiz und ein „kratziges Gefühl“ im Hals beim Dampfen und vermuten dann häufig eine Allergie als Ursache. Meistens liegt es aber schlichtweg daran, dass Liquids, anders als bei herkömmlichen Tabakzigaretten, keine Zusatzstoffe beigemischt werden (oder bei z.b. der Verbrennung von Tabak entstehen), welche die Atemwege betäuben, um so einen Hustenreiz zu vermeiden. Es kann beim Dampfen also durchaus zum Husten kommen. Dieser geht aber vorbei und ist in den wenigsten Fällen auf eine tatsächliche Allergie zurückzuführen. Ganz im Gegenteil: viele E-Zigaretten Studien zeigen, dass es bereits nach kurzer Zeit zu erheblichen Verbesserungen der Atemwege bei Umsteigern kommt. Denn wer zu Liquids und zur E-Zigarette greift, der verzichtet auf das Verbrennen von Tabak und die entsprechenden Nebenprodukte / Verbrennungsrückstände wie Teer, die bei dem Erhitzen des Tabaks entstehen und nachweislich hauptverantwortlich für die gesundheitsschädliche Wirkung sind.

 

PG Vorteile, Eigenschaften und Unterschiede:

  • farblos
  • geruchslos
  • dünnflüssiger als pflanzliches Glycerin (VG)
  • höhere Geschmacksintensität / transportiert Aromen besser
  • besserer Flash
  • vor allem für Umsteiger und Einsteiger empfehlenswert
  • zugelassen als Lebensmittelzusatzstoff E 1520 (z.B. zu finden in Kaugummis und Zahncreme, so wie in Hautcremes – primär als Feuchthaltemittel)
  • PG wird als Trägerstoff und Lösungsmittel für Enzyme, Farbstoffe, Antioxidantien und Emulgatoren verwendet
  • es verdampft sehr leicht, wodurch es sich nicht nur für Liquids, sondern z.B. auch für Nebelmaschinen eignet. Es sorgt also für eine bessere, aber keine dichtere Dampfentwicklung
  • Liquids mit hohem PG-Anteil werden häufig für das sog. Stealth Dampfen verwendet, da es weniger dichte Dampfwolken produziert

 

Fazit: PG als Bestandteil eines Liquids hauptverantwortlich für die Geschmacksintensität, den „Kick“ / „Hit“ / „Flash“  und die Dampfentwicklung (nicht die Dichte). Außerdem gilt, dass ein Liquid umso dünnflüssiger ist, je mehr PG es enthält, was eventuellen Nachflussproblemen vorbeugen kann.

 

VG – Vegetable Glycerin ist zähflüssiger

Auch das pflanzliche Glycerin ist farb- und geruchlos, aber im Geschmack etwas süßlicher als Propylenglykol. Gerade bei aromatischen Liquids in fruchtigen und süßen Geschmacksrichtungen ist der VG Anteil deshalb oft höher. Außerdem sorgt Glycerin für besonders dichten Dampf, weshalb gerade Sub Ohm Dampfer häufig zu VG-Liquids oder Liquids mit hohem Glycerin-Anteil greifen, zumindest aber mit einem 50/50 Mischverhältnis. VG ist außerdem wesentlich dick- und zähflüssiger als PG, weshalb es ebenso vielfältig verwendet wird wie PG – weit über E-Liquids hinaus. Auch wird es häufig als Lösungsmittel oder Konservierungsmittel eingesetzt. Als Lösungsmittel wird es vor allem in der Lebensmittelindustrie verwendet, zum Lösen von Farb- und Geschmacksstoffen.

Doch gerade für die Verwendung als E-Liquid hat die Dickflüssigkeit von VG einige Nachteile. Es kann zu Nachflussproblemen kommen, da es länger braucht, um in den Docht einzuziehen und schließlich die Heizspirale zu erreichen. Zieht man nun an der E-Zigarette, wobei kontinuierlich das Liquid im Docht auf den Heizwendel tropft und so verdampft wird und dementsprechend aus dem Tank nachfließen und wieder einweichen muss, kann es zum sog. „dry puff“ (auch „Dry Burn“ genannt), also zum trockenen Zug kommen, falls das dickflüssige VG-Liquid noch nicht nachgeflossen und in den Docht eingezogen ist. Und das schmeckt grauenhaft. Je höher also der PG-Anteil in einem Liquid ist, desto geringer ist das Risiko auf einen solchen trockenen Zug. Auch der süße Eigengeschmack des Glycerins hat einen Nachteil: er schluckt sanftere Aromen und kann deshalb nicht für alle Liquids verwendet werden.

 

VG Vorteile, Eigenschaften und Unterschiede:

  • sorgt für eine stabilere und vollere Dampfentwicklung – optimal für Sub Ohm Dampfer
  • hat einen süßen Eigengeschmack, was sich besonders für fruchtige und süße Liquid-Aromen anbietet
  • wesentlich dickflüssiger als PG, weshalb es zu Nachflussproblemen und dem sog. „dry puff / burn“ kommen kann – ABER: in modernen Sub-Ohm fähigen Tanks spielt das keine Rolle mehr, da die Heizwendel sehr viel effektiver arbeitet. Denn Sub Ohm Liquids haben oft einen höheren VG-Anteil
  • hohes Wasserspeicherungsvermögen
  • wird als Lösungsmittel und Konservierungsmittel in der Lebensmittelindustrie eingesetzt

 

Das PG  / VG Mischverhältnis

Die Angabe des Mischverhältnisses eines Liquids wird immer im Format PG / VG angegeben. 60 / 40 entspricht also bspw. 60 % PG und 40 % VG Anteil. Es gibt auch Liquids mit Angaben wie 60 / 20, was dann für 60 % PG, 20 % VG und 20 % destilliertes Wasser steht. Die Angabe 50 / 50 entspricht folglich einem ausgewogenen PG / VG Mischverhältnis. Nachdem wir nun die Eigenschaften der beiden Stoffe beleuchtet haben, dürfte den meisten schon klar sein, welches Mischverhältnis sie für ihr neues Liquid auswählen werden. Neben den größten Unterschieden wie der Dampfentwicklung und der Dick- bzw. Dünnflüssigkeit ist es vor allem eine Geschmacksfrage, für welches Mischverhältnis man sich entscheidet. Wichtig ist, dass die Qualität der verwendeten Stoffe dem USP Standard entspricht, also der reinen Form, wie sie auch für pharmazeutische Produkte verwendet wird oder als Lebensmittelzusatzstoff bzw. Konservierungsmittel. Darüber hinaus muss man darauf achten, dass die in einem Liquid verwendeten Aromen nach EG Nr. 1334/2008 zugelassen sind. Nur dann dürfen sie auch benutzt werden.

 

VG für dichtere Dampfentwicklung beim Sub Ohm Dampfen

Dies ist der wesentliche Vorteil eines hohen VG-Anteils in Liquids: dichtere und stabilere Dampfentwicklung. Somit spielt VG vor allem für Sub Ohm Dampfer eine Rolle. Hier muss man sich außerdem bei modernen Modellen – trotz hohem Glycerin-Anteil und der damit einhergehenden Dickflüssigkeit – auch nicht mehr vor dem Dry-Puff fürchten. Spezielle Sub Ohm Modelle verführen über ebenfalls spezielle Sub Ohm Tanks mit leistungsstärkeren Heizwendeln, welche den übelschmeckenden trockenen Zügen an der E-Zigarette vorbeugen. Diese entstehen, wenn man schneller an der Elektro Zigarette zieht, als Liquid aus dem Tank nachfließen und in den Docht einziehen konnte. Liquids mit geringem VG-Anteil entwickeln nur sehr schwachen Dampf, weshalb gerade Um- und Neueinsteiger Liquids mit mind. 50% VG-Anteil bevorzugen, um eine zufriedenstellende Menge an Dampf zu produzieren, ohne die typisch dichte Sub-Ohm-Wolke zu produzieren. Ein moderater VG-Anteil vermeidet außerdem die VG-typischen Nachteile wie Zählflüssigkeit („dry puff“-Risiko) und süßlichem Eigengeschmack, ohne jedoch auf den Vorteile der volleren Dampfentwicklung verzichten zu müssen.

 

Hoher PG-Anteil gegen „dry-puff“

Wie bereits erwähnt, sind PG-Liquids oder Liquids mit hohem PG-Anteil (üblicherweise 70/30) dünnflüssiger und haben deshalb weniger mit Nachflussproblemen zu kämpfen als die zähflüssigen VG-Liquids. Diese entstehen, wenn man am Verdampfer zieht, bevor genug Liquid aus dem Tank in den Docht einwirken konnte. Somit zieht und erhitzt man die Heizspirale, ohne dass Liquid verdampft, was zum sog. „dry puff“, einem trockenen Zug an der Dampfe führt. Und der schmeckt alles andere als gut – unabhängig davon, welches Aroma Sie als Liquid verwenden.

 

Liquid-Aromen mit PG schmecken intensiver

VG-Liquids haben einen intensiven süßlichen Eigengeschmack. Deshalb werden sie oft für entsprechende Aromen mit Früchten o.ä. verwendet. Doch die Süße hat den Nachteil, dass sie schwächere Aromen schluckt und jedem Aroma eine eigene Note mitgibt. PG Liquids sind da sehr viel neutraler und transportieren Aromen deshalb besser. Deshalb werden sie auch gerne in der Lebensmittelindustrie verwendet. Der Unterschied mag gering sein und meistens nur im direkten Vergleich erkennbar, aber dennoch schmeckt ein und dasselbe Aroma, je nach PG/VG Anteil unterschiedlich. Hierbei handelt es sich also vor allem auch um eine Geschmacksfrage.

 

PG für besseren Flash / Throat Hit

Gerade Umsteiger wünschen sich dieses typische Kratzen im Hals, wie nach dem Zug an einer herkömmlichen Zigarette. Das ist es auch, was nach dem Rauchstopp vielen Neu-Dampfern am meisten fehlt. Aber das muss es nicht. Denn bleibt der sog. Flash oder „Throat Hit“ aus, dann liegt das ebenfalls am Mischverhältnis des Liquids. Ein hoher PG-Anteil sorgt hier für einen Throat Hit, der an den typischen Kick beim Rauchen erinnert. Somit ist ein PG-Liquid optimal für den Übergang von Ex-Rauchern zur gesünderen Alternative.

 

VG für weniger Kratzen im Hals

Anders als viele Umsteiger wünschen sich einige Dampfer genau das Gegenteil vom Throat Hit – sie wollen ein angenehmes Gefühl in Hals und Rachen. Wer also findet, dass PG die Atemwege zu stark reizt, der entscheidet sich für einen höheren VG-Anteil im Liquid. Oft sind es vor allem Langzeitdampfer, die sich mittelfristig für einen höheren VG-Mix entscheiden, denn das typische Kratzen im Hals, das Raucher anfänglich vermissen, wird mit der Zeit immer uninteressanter.

 

Die wichtigsten Eckpunkte zur Wahl des Mischverhältnisses:

  • besonders guter Geschmack und Aromaentfaltung – PG / höheren PG-Anteil wählen
  • empfindlich / allergisch auf PG – VG / höheren VG-Anteil wählen
  • Dichte und voluminöse Dampfentwicklung – VG / höheren VG-Anteil wählen
  • besserer „Throat Hit“ / Flash – PG / höheren PG-Anteil wählen
  • Süße / fuchtige Aromen – VG / höheren VG-Anteil wählen
  • Sanftere Aromen – PG / höheren PG-Anteil wählen
  • besserer Nachfluss / schnelleres Einziehen des Liquids, für geringeres „dry puff“-Risiko – PG / höheren PG-Anteil wählen, außer bei modernen Sub Ohm Tanks
  • Stealth Dampfen – hier ist es wichtig, dass wenig bis gar kein Dampf entsteht – PG / höheren PG-Anteil wählen
  • Typische Mischverhältnisse: 70/30, 30/70, 50/50 (PG/VG)

Wie immer im Leben gilt: Probieren geht über Studieren. Eine große Auswahl an Liquids zum Probieren finden Sie in unserem InnoCigs Online-Shop.

 

Bildnachweise:

Titelbild: Adobe Stock / Pixelot

3 thoughts on “PG / VG Mischverhältnis in Liquids – Vorteile & Unterschiede

  1. Iven Schmidt

    Hallo!
    Ich kann aber leider keine Shots, Aromen oder Basen mit einem PG-Anteil von mehr als 50% finden.
    Woran liegt das? Ist das dann ausreichend?

    Antworten
  2. Wendel

    https://www.innocigs.com/blog/pg-vg-mischverhaeltnis-liquids-vorteile-unterschiede/

    VG für weniger Kratzen im Hals
    „(…) Wer also findet, dass VG die Atemwege zu stark reizt, der entscheidet sich für einen höheren VG-Anteil im Liquid. Of (…)“

    Zitat aus dem oben stehenden Artikel… muss da nicht „(…), dass PG die Atemwege (…)“ zurerst stehen? 😉 Sonst gibt das für mich so wies obe steht in Bezug auf den vorstehenden Absatz keinen Sinn.

    Danke für die dennoch tolle Zusammenfassung.

    Gruß Wendel

    Antworten

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