Galileo berichtet über BMJ-Studie zum Thema E-Zigaretten

Elektrische Zigarette mit Dampfentwicklung

Nachdem die Bundesregierung ihre Informationen zum Thema Harm Reduction aktualisiert hat und auch die Deutsche Ärzteschaft eine Neuausrichtung der Tabakprävention thematisiert, berichtet das Wissensmagazin Galileo über eine Studie des BMJ (früher: British Medical Journal). Das BMJ ist eines der etablierten Fachjournale für medizinische Forschung und wurde bereits vor 170 Jahren gegründet. Inhalt der Untersuchung: Die Studie modelliert für die USA statistische Szenarien über die Veränderung der Sterblichkeitsrate, wenn die herkömmliche Tabakzigarette durch die E-Zigarette ersetzt wird. Verschiedene Medienformate haben das Thema aufgegriffen, während wir die zugrunde liegenden Daten der Studie analysiert haben. Weitere Informationen zu wissenschaftlichen Untersuchungen finden Sie in unserem Bereich Studien zur E-Zigarette.

Die Tobacco Control Studie

Die BMJ Studie zur E-Zigarette untersucht die These, welche Auswirkungen eine Förderung der Elektro-Zigarette als Alternative zur Tabakzigarette auf die öffentliche Gesundheit haben könnte. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse im Fachblatt Tobacco Control. Die Forscher berechneten für den Zeitraum bis zum Jahr 2100 für die USA eine mögliche Reduktion tabakbedingter Todesfälle um bis zu 6,6 Millionen, sofern Raucher die Tabakzigarette durch die E-Zigarette substituieren würden.

Die Hypothesen der US-amerikanischen und australischen Forscher basieren auf zwei zentralen Szenarien. Selbst im konservativeren Modell der zweiten These wird für die USA ein Rückgang der Sterblichkeitsrate um 1,6 Millionen Fälle prognostiziert.

  • Szenario 1: Geht von einer signifikanten Risikoreduktion der E-Zigarette gegenüber herkömmlichen Tabakprodukten aus. Eine entsprechende Infografik zum Risikopotenzial von E-Zigaretten haben wir bereits früher veröffentlicht. Dieser Modellrechnung liegt die Annahme zugrunde, dass ein Großteil der Konsumenten innerhalb des nächsten Jahrzehnts auf Tabakzigaretten verzichtet.
  • Szenario 2: Berechnet die Entwicklung unter der Annahme eines höheren verbleibenden Restrisikos. Doch auch in dieser Prognose kommen die Wissenschaftler des BMJ zu dem Ergebnis, dass im betrachteten Zeitraum bis 2100 eine statistisch relevante Anzahl an Todesfällen infolge des Rauchens vermieden werden könnte.

In der Studie wird darauf hingewiesen, dass diese Daten nicht auf Tabakerhitzer-Systeme übertragen wurden, bei denen Tabak lediglich erhitzt, aber nicht verbrannt wird. Hier unterscheidet sich der physikalische Prozess sowie das Rückstandsverhalten von der Funktionsweise einer E-Zigarette.

Beteiligte Wissenschaftler & Methodik der Studie

An der BMJ-Studie über E-Zigaretten arbeitete ein Team unter der Leitung von David Theodore Levy, Professor für Epidemiologie an der Georgetown University. Beteiligt waren zudem das Lombardi Comprehensive Cancer Center sowie Krebsexperten und Juristen verschiedener Institute in New York, Michigan, Connecticut und Melbourne.

Methodik der Untersuchung:

„Unsere Analyse zeigt, dass ein hypothetischer Ersatz von Zigaretten durch E-Zigaretten ein Potenzial mit sich bringt, vorzeitige Sterbefälle durch das Rauchen zu verhindern.“
Potential deaths averted in USA by replacing cigarettes with e-cigarettes, 02.10.2017, Georgetown University Medical Center

Prof. Dr. David T. Levy (Foto: Georgetown University)

Die Studie nutzte Datenanalysen und statistische Computersimulationen, um die Auswirkungen eines Umstiegs auf E-Zigaretten über einen Zeitraum von durchschnittlich 10 Jahren zu berechnen. Dabei wurden zwei unterschiedliche Risikoprofile für E-Zigaretten sowie verschiedene Quoten für den Verbleib in der Tabakabhängigkeit berücksichtigt.

 
 
 
 
 

„Zusätzlich entstehen riesige, gesundheitliche Vorteile, wie etwa weniger Behinderungen, Schmerzen und Leid, ebenso wie weniger Schäden durch Passivrauchen.
Prof. David T. Levy, Georgetown University

Im ersten Szenario kalkulieren die Forscher mit einer Reduktion von bis zu 6,6 Millionen vorzeitigen Todesfällen in den USA, was rechnerisch ca. 86,7 Millionen Lebensjahren entspricht. Im zweiten, defensiveren Szenario wird von 1,6 Millionen Fällen ausgegangen. Derzeit liegen zu diesen Studienergebnissen keine offiziellen Stellungnahmen der WHO oder des DKFZ vor.

Die Untersuchung wurde von verschiedenen US-Behörden unterstützt und ist öffentlich zugänglich. Hier finden Sie den Zugang direkt zur BMJ Studie (EN). Ein beteiligter Forscher legte offen, in der Vergangenheit Beratertätigkeiten für Pharmaunternehmen ausgeübt zu haben, die Nikotinersatzprodukte herstellen.

 

Auswahl an weiteren Artikeln zur BMJ Studie

Spiegel.de: https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/e-zigaretten-mehr-lebenszeit-durch-umstiegauf-dampfrauchen-a-1171053.html

Ärzteblatt.de: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/81769/Studie-E-Zigarette-und-statistische-Todesfallzahlen

Heilpraxis.net: https://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/untersuchung-zur-e-zigarettennutzung-20171012389876