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Vaping in Zeiten der Corona-Pandemie

Zusammenhang von Corona mit Vaping

Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie betreffen sämtliche Bereiche des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens. Dies gilt auch für den Markt der E-Zigaretten. Politische Maßnahmen sowie wirtschaftliche Veränderungen haben im Jahr 2020 Auswirkungen auf Verbraucher, Hersteller und Händler gezeigt. Der folgende Bericht fasst die Entwicklungen und die Situation der verschiedenen Marktakteure im genannten Zeitraum sachlich zusammen.

Corona aus Sicht der E-Zigaretten Hersteller

Großhandel in der Corona-Pandemie

Vaping und Corona – Einzelhandel im Corona-Modus

Wie Dampfer die Corona-Pandemie erleb(t)en

Die Auswirkungen von Corona auf die Vapermessen

Corona und die politische Arbeit der E-Zigaretten-Verbände

Vaping und Corona im wissenschaftlichen Diskurs

Was ist für Dampfer im Zusammenhang mit COVID-19 sonst noch relevant?

“Auch werden die Unternehmen … die Vermehrung ihres eigenen Wohlstands in den Hintergrund stellen, um zukünftige Risiken zu reduzieren.” 

Maggie Huang, Marketing-Managerin GEEKVAPE

Corona aus Sicht der E-Zigaretten Hersteller


Die Auswirkungen der Pandemie zeigten sich im Fertigungssektor für E-Zigaretten bereits frühzeitig, da ein Großteil der Produktion in Regionen angesiedelt ist, die zuerst von Quarantänemaßnahmen betroffen waren. Im Februar 2020 kam es branchenweit zu Unterbrechungen in den Lieferketten und Arbeitskräftemangel. Während die Produktionskapazitäten im März 2020 teilweise wieder hochgefahren wurden, führten globale Shutdowns und die Schließung des stationären Fachhandels zeitweise zu einem Rückgang der Nachfrage. Aktuell hat sich die Warenverfügbarkeit bei den großen Marktakteuren wieder stabilisiert. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass Unternehmen mit geringen Kapitalrücklagen durch die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie dauerhaft vom Markt verschwinden könnten, während größere Marktteilnehmer ihre Lieferketten restrukturieren.

“Gerade was Hardware-Neuerscheinungen angeht, haben wir gemerkt, dass die Dampfer ihre Zuversicht noch längst nicht verloren haben.”

Dennis Dahlmann, Geschäftsführer und CEO InnoCigs

Großhandel in der Corona-Pandemie


Die Auswirkungen der Pandemie erreichten den Großhandel zeitversetzt zur Produktion. Zunächst auftretende Lieferengpässe wurden durch die temporäre Schließung des stationären Fachhandels infolge länderspezifischer Verordnungen ergänzt. Um die Betriebsfähigkeit aufrechtzuerhalten, wurden branchenweit Maßnahmen wie die Umstellung auf Home-Office oder die Nutzung von Kurzarbeitergeldregelungen ergriffen. Während der stationäre Handel eingeschränkt war, blieb die Warenversorgung über den Versandweg bestehen. Zur Unterstützung des Fachhandels wurden logistische Anpassungen, wie etwa die Erweiterung von Dropshipping-Modellen, vorgenommen, um eine kontaktlose Belieferung der Endkunden zu ermöglichen. Trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen zeigt sich der Markt im Hinblick auf die langfristige Bedarfsentwicklung stabil.

“Hamsterkäufe sind nicht notwendig!”

Vape-Shop Betreiber, März 2020

Vaping und Corona – Einzelhandel im Corona-Modus


Einzelhandel zu Corona-ZeitenDie Auswirkungen der Pandemie stellten den Einzelhandel vor organisatorische Herausforderungen. Neben der Implementierung von Hygienekonzepten stand die Sicherstellung der Warenverfügbarkeit im Fokus. Einzelhändler ohne bestehende digitale Vertriebswege erweiterten ihr Angebot kurzfristig um Versandlösungen oder digitale Kommunikationskanäle, um die Kundenberatung aufrechtzuerhalten. Während der Phase eingeschränkter Warenströme im Frühjahr 2020 informierten viele Marktteilnehmer transparent über die Lieferkapazitäten und die allgemeine Marktentwicklung. Mit der Stabilisierung der internationalen Produktion und der Wiedereröffnung des stationären Fachhandels im April 2020 normalisierte sich die Versorgungslage. Dennoch führten die temporären Schließungen branchenweit zu Umsatzrückgängen, die teilweise zur dauerhaften Schließung einzelner Verkaufsstellen führten.

“Wir erstellen eine Karte mit Geschäften, die Dampferbedarf auch in der aktuellen Krise führen. Bitte helft mit.”

User e-dampfen-forum, April 2020

Wie Dampfer die Corona-Pandemie erleb(t)en


Die Pandemie stellt auch Vaper vor HerausforderungenZu Beginn der Pandemie führten Unsicherheiten über internationale Lieferketten zu einer verstärkten Nachfrage nach E-Zigaretten-Komponenten und Nachfüllbehältern. Während Tabakwaren in vielen Regionen als Güter des täglichen Bedarfs eingestuft wurden, unterlag der stationäre Fachhandel für E-Zigaretten den allgemeinen Schließungsverordnungen der Bundesländer. Branchenverbände setzten sich in dieser Phase für eine Gleichbehandlung bei den Ladenöffnungszeiten ein. In Fachportalen wurde diskutiert, ob die eingeschränkte Verfügbarkeit im stationären Handel Auswirkungen auf das Konsumverhalten von Endverbrauchern haben könnte. Repräsentative Studien zu einem möglichen Wechsel des Konsummusters während des Shutdowns liegen derzeit nicht vor. Die Warenversorgung konnte während dieser Phase jedoch über den bestehenden Online-Handel aufrechterhalten werden.

“…ich bin fest davon überzeugt, dass auch Corona die E-Zigarette nicht aufhalten kann…”

Ira Simeonidis, Mitbegründer und Geschäftsführer der Hall of Vape

Die Auswirkungen von Corona auf die Vapermessen


Die Auswirkungen der Pandemie führten im Jahr 2020 zu weitreichenden Absagen und Verschiebungen von Fachmessen innerhalb der E-Zigaretten-Branche. Betroffen hiervon waren auch internationale Großveranstaltungen sowie deren geplante Ausweichtermine im Herbst. Branchenvertreter und Marktbeobachter analysieren derzeit die langfristigen Folgen für den Messebetrieb. Trotz der aktuellen Einschränkungen im Veranstaltungssektor wird davon ausgegangen, dass das Interesse an fachlichem Austausch und persönlicher Produktpräsentation seitens der Aussteller und Fachbesucher weiterhin besteht. Planungen für kommende Veranstaltungszyklen orientieren sich an den jeweils geltenden Infektionsschutzverordnungen.

„Es wäre bedauerlich, wenn Konsumenten … wieder zum erheblich riskanteren Tabakkonsum zurück kehren würden.“

Michal Dobrajc, Vorsitzender des Verbands des eZigarettenhandels (VdeH)

Corona und die politische Arbeit der E-Zigaretten-Verbände


In Phasen regulatorischer und wirtschaftlicher Veränderungen übernimmt die Bereitstellung von Fachinformationen eine zentrale Rolle für die Marktteilnehmer. Die Branchenverbände fokussierten sich während der Pandemie auf die Aufbereitung von Informationen zu Hygienekonzepten, staatlichen Fördermaßnahmen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Seitens der Verbände wurden Leitfäden für den Einzelhandel sowie Status-Updates zur rechtlichen Lage in den einzelnen Bundesländern zur Verfügung gestellt, um eine kontinuierliche Bedarfsdeckung zu unterstützen. In Fachportalen wurde zudem die Fragestellung erörtert, inwiefern sich eine eingeschränkte Verfügbarkeit von E-Zigaretten auf das Konsumverhalten auswirken könnte. Einer Branchenumfrage zufolge bewertet ein Großteil der Marktteilnehmer die langfristige Entwicklung des Sektors für elektronische Zigaretten trotz der temporären Einschränkungen als stabil.

Vaping und Corona: Weit über 60% der Händler bewerten die Zukunftsaussichten der E-Zigaretten-Branche als gut bis sehr gut.

Wie Händler die Zukunftssaussichten der Branche bewerten

“Die vorläufige Analyse stützt nicht das Argument, dass Rauchen ein Risikofaktor für COVID-19 ist.”

Dr. Konstantinos Farsalinos, Kardiologe Universität West Attica, Athen

Vaping und Corona im wissenschaftlichen Diskurs


Die wissenschaftliche Forschung stand während der Pandemie vor der Aufgabe, kurzfristig Erkenntnisse zu verschiedensten Lebensbereichen zu liefern. In diesem Zusammenhang wurden auch Untersuchungen initiiert, die mögliche Wechselwirkungen zwischen dem Konsum von Nikotinprodukten und viralen Infektionen betrachteten. Verschiedene internationale Forschergruppen veröffentlichten hierzu vorläufige Thesen und Beobachtungsstudien. Die wissenschaftliche Datenlage zu diesen Fragestellungen ist jedoch komplex und zum Teil widersprüchlich. Bisher liegen keine abschließenden, allgemein anerkannten klinischen Ergebnisse vor, die eine belastbare Aussage über einen Zusammenhang zwischen dem Gebrauch von E-Zigaretten und dem Verlauf einer COVID-19-Infektion erlauben. Die Forschung in diesem Bereich dauert weiterhin an.

Was ist für Dampfer im Zusammenhang mit COVID-19 sonst noch relevant?


Die allgemeinen Abstands- und Hygieneregeln (AHA-Regeln) gelten auch für den Umgang mit elektronischen Zigaretten und deren Zubehör. Da E-Zigaretten als Gegenstände des täglichen Gebrauchs regelmäßig Kontakt mit den Händen und dem Gesichtsbereich haben, ist die Einhaltung grundlegender Hygienestandards erforderlich. Dazu gehört der Verzicht auf die gemeinsame Nutzung eines Geräts durch mehrere Personen. Zudem wird empfohlen, Mundstücke und Geräteoberflächen regelmäßig zu reinigen, insbesondere nach einem Kontakt mit Oberflächen im öffentlichen Raum.

Hinsichtlich der Warenlogistik und des Versands von E-Zigaretten-Produkten liegen Einschätzungen zur Stabilität von Viren auf Oberflächen vor. Fachliche Institutionen wie das Robert Koch-Institut (RKI) weisen darauf hin, dass Infektionen über unbelebte Oberflächen im Vergleich zur direkten Übertragung eine untergeordnete Rolle spielen. Aufgrund der Dauer der Postlaufwege verringert sich die Wahrscheinlichkeit einer aktiven Virenlast auf Verpackungen und Produkten zusätzlich. Dennoch können allgemeine Hygienemaßnahmen, wie die Reinigung von Oberflächen bei Erhalt von Waren, als ergänzende Vorsorgemaßnahme durchgeführt werden.

Hinsichtlich der zukünftigen Warenverfügbarkeit orientieren sich die Marktteilnehmer an den aktuellen Verordnungen zur Eindämmung der Pandemie. Im Vergleich zum Frühjahr 2020 sind die Lieferketten und logistischen Prozesse auf verschiedene Szenarien eingestellt. Ende Oktober 2020 liegen keine Informationen über flächendeckende Schließungen des Einzelhandels vor. Dennoch bleibt die Marktsituation dynamisch, weshalb Hersteller und Handel die Entwicklungen kontinuierlich beobachten, um eine stabile Versorgung mit E-Zigaretten und Nachfüllbehältern sicherzustellen.

Bildnachweise: Titelbild InnoCigs, „Einzelhandel im Corona-Modus“ Envato Elements / vadymvdrobot,  weitere  InnoCigs

 

Nikotinstärke im Liquid – welche ist die richtige für mich?

Verschiedene Vaper und unterschiedliche Nikotinstärken im Liquid

Liquids für E-Zigaretten werden mit verschiedenen Inhaltsstoffen und in unterschiedlichen Nikotinkonzentrationen angeboten. Eine Angabe wie „12 mg/ml“ bezeichnet die Menge an Nikotin pro Milliliter Flüssigkeit. Die Auswahl der Nikotinstärke steht in Abhängigkeit zu den technischen Eigenschaften des verwendeten Geräts sowie der individuellen Nutzungsfrequenz. Im Folgenden werden die technischen Zusammenhänge zwischen Nikotingehalt, Zugtechnik und der Leistung erläutert.

Nikotinkonzentrationen bei Liquids

Die Nikotinaufnahme bei elektronischen Zigaretten

Der Zusammenhang zwischen Nikotinstärke und Zugtechnik

Reduktion der Nikotinstärke bei E-Zigaretten

Bestimmung der Nikotinstärke in Liquids

Die Nikotinstärke herkömmlicher Tabakzigaretten zum Vergleich

Betrachtung des Nikotingehalts bei Nikotinsalz Liquids

Nikotinkonzentrationen bei Liquids

Nikotinhaltige Nachfüllbehälter für E-Zigaretten werden in Konzentrationen wie 3 mg/ml, 6 mg/ml, 9 mg/ml, 12 mg/ml oder 18 mg/ml bereitgestellt. Die Angabe Milligramm pro Milliliter (mg/ml) definiert die Menge des Nikotins bezogen auf das Volumen der Flüssigkeit, unabhängig vom Gesamtfassungsvermögen des Behältnisses. Zudem sind nikotinfreie Erzeugnisse mit 0 mg/ml verfügbar. Durch die Kombination von Basisflüssigkeiten und Nikotinkonzentraten (sogenannten Nikotinshots) lassen sich rechnerisch unterschiedliche Nikotinstärken erzielen. Die rechtlichen Rahmenbedingungen der Richtlinie 2014/40/EU (TPD2) sowie das Tabakerzeugnisgesetz (§ 14 TabakerzG) begrenzen den zulässigen Nikotingehalt für die Abgabe an Endverbraucher innerhalb der EU auf maximal 20 mg/ml. Entsprechend weisen Nikotinshots einen Gehalt von 18 mg/ml oder 20 mg/ml auf. Die Herstellung von Flüssigkeiten mit einer Konzentration oberhalb dieses gesetzlichen Grenzwerts ist aufgrund der regulatorischen Bestimmungen ausgeschlossen.

Die Nikotinaufnahme bei elektronischen Zigaretten

Die Auswahl der Nikotinkonzentration steht in technischem Zusammenhang mit der Leistungsfähigkeit der Hardware und der Nutzungsintensität. Bei der Verwendung von E-Zigaretten mit geringer Leistungsabgabe und hohem elektrischen Widerstand (MTL-Bereich) wird häufig eine höhere Nikotinkonzentration pro Milliliter gewählt, um die pro Nutzungseinheit abgegebene Nikotinmenge konstant zu halten. Im Gegensatz dazu führen Geräte mit hoher Leistung und geringem Widerstand (Subohm) zu einer größeren Dampfmenge, wodurch bei gleicher Nikotinstärke eine höhere Gesamtaufnahme erfolgt. Eine schrittweise Anpassung der Nikotinstärke ermöglicht die Abstimmung auf den individuellen Bedarf unter Berücksichtigung der technischen Parameter des verwendeten Verdampfers. Die gesetzlich definierte Höchstgrenze liegt gemäß § 14 TabakerzG bei 20 mg/ml.

Passende Nikotinstärke in Liquids aufgeschlüsselt nach unterschiedlichen Dampfertypen

Passende Nikotinstärke in Liquids nach Dampfertyp

Der Zusammenhang zwischen Nikotinstärke und Zugtechnik

Die Wahl der Nikotinkonzentration steht in direktem Zusammenhang mit der gewählten Zugtechnik und der technischen Konfiguration der E-Zigarette. Bei der Nutzung im moderaten Leistungsbereich (meist unter 20 Watt) und einem elektrischen Widerstand des Verdampferkopfes von über 1,0 Ohm (Mouth To Lung | MTL) ist die Menge des verdampften Liquids pro Nutzungseinheit geringer. In diesem technischen Setup werden häufig Flüssigkeiten mit Konzentrationen von 12 mg/ml oder 18 mg/ml verwendet. Im Gegensatz dazu werden beim Betrieb im Subohm-Bereich (Direct Lung | DL) mit geringen Widerständen (beispielsweise unter 0,5 Ohm) deutlich höhere Leistungen erzielt. Dies führt zu einer signifikant höheren Verdampfungsrate der Flüssigkeit pro Zug, wodurch die pro Nutzungseinheit aufgenommene Nikotinmenge steigt. Aufgrund dieser physikalischen Gegebenheiten werden in diesem Leistungsbereich üblicherweise niedrigere Nikotinkonzentrationen, beispielsweise 3 mg/ml, eingesetzt. Die Bestimmung der geeigneten Konzentration erfolgt unter Berücksichtigung der technischen Parameter der Hardware sowie der individuellen Nutzungsfrequenz.

Nikotinstärke und Zugtechnik

Gelegenheitsraucher1 – 10
Zigaretten / Tag
10 – 20
Zigaretten / Tag
mehr als 20
Zigaretten / Tag
MTL0 – 3 mg / ml3 – 6 mg / ml6 – 12 mg / ml12 – 18 mg / ml
RDL | DL0 – 1 mg / ml1 – 3 mg / ml3 – 4 mg / ml4 – 6 mg / ml
Nikotinstärke im Liquid nach bevorzugter Zugtechnik und vorherigem Tabak-Zigaretten-Konsum

Reduktion der Nikotinstärke bei E-Zigaretten

In der EU abgegebene Nachfüllbehälter für E-Zigaretten unterliegen den Bestimmungen des Tabakerzeugnisgesetzes. Diese regeln unter anderem die Kennzeichnungspflichten hinsichtlich des enthaltenen Nikotins. Nikotin ist eine Substanz, die eine starke Abhängigkeit erzeugen kann. Die Konzentration von Nikotin in Liquids wird in Milligramm pro Milliliter (mg/ml) angegeben, wobei die gesetzliche Höchstgrenze bei 20 mg/ml liegt (§ 14 TabakerzG). Das Angebot umfasst verschiedene Abstufungen sowie nikotinfreie Varianten (0 mg/ml). Die Wahl der Nikotinkonzentration innerhalb der gesetzlich zulässigen Spanne obliegt dem Nutzer unter Berücksichtigung der technischen Parameter des verwendeten Verdampfungssystems.

Bestimmung der Nikotinstärke in Liquids

Gemäß den gesetzlichen Kennzeichnungspflichten für Nachfüllbehälter ist die Angabe der Nikotinkonzentration in Milligramm pro Milliliter (mg/ml) auf dem Etikett eines Liquids verpflichtend. Neben gebrauchsfertigen Flüssigkeiten werden auch Einzelkomponenten wie nikotinfreie Trägerflüssigkeiten, beispielsweise Basen und Nikotinkonzentrate (Nikotinshots) bereitgestellt. Die finale Nikotinkonzentration eines Gemisches ergibt sich aus dem rechnerischen Verhältnis der Volumina und der Konzentration der verwendeten Komponenten. Die Berechnung erfolgt auf Basis der Formel für Mischungskreuze oder einfache Volumenverhältnisse. Dabei ist die gesetzliche Höchstgrenze von 20 mg/ml für das Endprodukt gemäß § 14 TabakerzG einzuhalten.

Die Berechnung der resultierenden Nikotinkonzentration bei der Kombination verschiedener Komponenten erfolgt über das Volumenverhältnis. Bei der Verwendung eines Nikotinkonzentrats (10 ml mit 20 mg/ml Nikotingehalt) zur Herstellung einer Gesammtmenge von 50 ml Flüssigkeit ergibt sich die Konzentration aus dem Quotienten von Gesamvolumen und Volumen des Konzentrats. In diesem Rechenbeispiel wird das Nikotinkonzentrat mit 40 ml nikotinfreier Trägerflüssigkeit versetzt. Zur Ermittlung der Endkonzentration wird die Ausgangsstärke des Konzentrats (20 mg/ml) durch den Volumenfaktor (Gesamtmenge 50 ml / Konzentratmenge 10 ml = Faktor 5) dividiert. Das Ergebnis der fertigen Mischung beträgt rechnerisch 4 mg/ml Nikotin:

Stärke Nikotinshot : (Zielmenge : Referenzmenge) = Nikotinstärke im mg/ml

Die Ermittlung der Nikotinkonzentration bei der Verwendung mehrerer Konzentrate (Shots) erfolgt über die Summierung der enthaltenen Nikotinmasse im Verhältnis zum Gesamtvolumen. Bei der Kombination von zwei Nikotinkonzentraten zu je 10 ml mit einer Stärke von 18 mg/ml ergibt sich ein Gesamtvolumen der Konzentrate von 20 ml. Die darin enthaltene Gesamtmasse an Nikotin beträgt 360 mg (20 ml * 18 mg/ml). Wird dieses Volumen mit 80 ml nikotinfreien Komponenten auf eine Gesamtmenge von 100 ml aufgefüllt, verteilt sich die Nikotinmasse auf das neue Gesamtvolumen. Die rechnerische Konzentration des Endprodukts beträgt somit 3,6 mg/ml:

18 : (100 : 20) = 3,6

Das Ergebnis der beispielhaften Berechnung ist eine Gesamtmenge von 100 ml Flüssigkeit mit einer Nikotinkonzentration von 3,6 mg/ml. Technische Hinweise zur Handhabung und zu den physikalischen Eigenschaften der Mischkomponenten sind den jeweiligen Kennzeichnungen auf den Behältnissen oder den beigelegten Informationsblättern zu entnehmen. Die physikalische Vermischung der Komponenten ist Voraussetzung für eine homogene Verteilung des Nikotins innerhalb der Trägerflüssigkeit. Weitere technische Daten zu Konzentrationen und Volumenverhältnissen sind in den entsprechenden Fachbereichen der Produktspezifikationen aufgeführt. Weiterführend wird dieser Beitrag empfohlen!

Die Nikotinstärke herkömmlicher Tabakzigaretten zum Vergleich

Angaben zur Nikotinkonzentration in Nachfüllbehältern für E-Zigaretten beziehen sich auf die im Liquid gelöste Menge pro Milliliter (mg/ml). Die tatsächlich pro Nutzungseinheit (Zug) abgegebene und aufgenommene Nikotinmenge unterliegt einer Vielzahl von Variablen. Wesentliche technische Einflussfaktoren sind hierbei der elektrische Widerstand des Verdampfers, die gewählte Leistungsabgabe (Watt) sowie das individuelle Zugvolumen. Die gesetzliche Höchstgrenze für nikotinhaltige Flüssigkeiten ist gemäß § 14 TabakerzG auf 20 mg/ml begrenzt. Eine direkte Korrelation der Nikotinaufnahme zwischen verschiedenen Erzeugniskategorien ist aufgrund der unterschiedlichen Verdampfungs- und Verbrennungstechnologien technisch nicht unmittelbar gleichsetzbar.

Betrachtung des Nikotingehalts bei Nikotinsalz Liquids

Nikotinsalz-Liquids unterscheiden sich von herkömmlichen nikotinhaltigen Nachfüllbehältern primär durch ihren pH-Wert. Während in Standard-Liquids freies Nikotin verwendet wird, ist das Nikotin in diesen Erzeugnissen an eine Säure (häufig Benzoesäure) gebunden. Hinsichtlich der Kennzeichnungspflichten gelten für NicSalt-Liquids dieselben gesetzlichen Anforderungen: Die Konzentration muss in Milligramm pro Milliliter (mg/ml) angegeben werden. Gemäß § 14 TabakerzG darf der Nikotingehalt auch bei Nikotinsalz-Produkten den Grenzwert von 20 mg/ml nicht überschreiten. Die technische Bestimmung der Nikotinstärke erfolgt analog zu anderen nikotinhaltigen Flüssigkeiten und ist unabhängig von der chemischen Bindungsform des Nikotins. Für weitergehende Informationen wird der Artikel “Welche E-Zigaretten Liquids gibt es?” empfohlen.

Die Entwicklung der Dampfer-Community

Dampfer-Community

Die Entwicklung der Dampfer-Community: Vom Screwdriver zum Brunhilde RDTA

Um die E-Zigarette hat sich in den letzten Jahren eine Community gebildet, die sich in Foren austauscht und die Entstehung von Hardware sowie Flüssigkeiten begleitet. Dieser Beitrag dokumentiert die Entwicklung dieser Gruppierungen.

Ein früher Akkuträger für E-Zigaretten wurde von einem Anwender unter dem Pseudonym Trog entwickelt. Im Jahr 2019 erfolgte das Release des Brunhilde RDTA, welcher unter Mitwirkung einer Gruppe von über 100 Personen, bekannt als German 103, konzipiert wurde.

Historie der E-Zigarette

Im Jahr 1963 beantragte H.A. Gilbert ein Patent für eine elektronische Zigarette, die jedoch nicht in Serie ging. 2004 brachte Hon Lik ein Modell auf den chinesischen Markt, das mit Ultraschallwellen arbeitete. Als erste E-Zigarette nach dem Prinzip der erhitzten Spule gilt das 2006 entwickelte Modell des englischen Unternehmens Gamucci.

Screwdriver und Flashlight Mods

Nach der Markteinführung begannen Anwender, eigene technische Lösungen zu entwickeln. 2007 wurde das Gamucci-Gerät in England eingeführt. Im Jahr 2009 thematisierte der YouTuber GrimmGreen den sogenannten Screwdriver: ein elektrischer Schraubenzieher, der für den Betrieb mit einem Cartomizer umgebaut worden war.

Die Bezeichnung „Mod“ leitet sich von modifizierten Taschenlampen oder anderen elektronischen Geräten ab, die für die Nutzung mit wechselbaren Akkus angepasst wurden. Heute sind für den Markt regulierte Geräte verfügbar. Die technische Entwicklung der Akkuträger wurde somit maßgeblich durch private Entwickler beeinflusst.

Vernetzung über Stammtische und Internetforen

Regionale Zusammenkünfte und Internetplattformen dienten dem Informationsaustausch. Das e-rauchen-forum war eine der ersten großen deutschsprachigen Plattformen; es wird heute unter dem Namen e-dampfen-forum weitergeführt. Auch auf Video-Plattformen finden Aktivitäten statt, beispielsweise durch Kanäle wie Steamshots.

Hardware-Entwicklung durch Anwender

In diesem Bereich wurden Anwender häufig selbst als Entwickler tätig. Beispiele hierfür sind der Euphrat RDA oder die Zusammenarbeit etablierter internationaler Hersteller mit erfahrenen Nutzern. Bekannte Kooperationen umfassen Personen wie Mike Vapes, Phil Busardo oder Dimitris Agrafiotis. Der Brunhilde RDTA wurde 2018 durch eine Initiative von Martin Hartkopf initiiert und in Kooperation mit der Gruppe German 103 sowie dem Hersteller Vapefly realisiert.

Politisches Engagement und Aufklärung

Nutzergruppen engagieren sich zudem in gesellschaftlichen Diskursen. Die europäische Bürgerinitiative „Vaping Is NOT Tobacco“ setzt sich für eine spezifische Regulierung dieser Produkte ein. Blogger und Informationsportale wie vapers.guru oder die Initiative „Dampfen statt Rauchen“ veröffentlichen Berichte zur Einordnung aktueller Ereignisse.

Laut statistischen Daten nutzten in Deutschland im Jahr 2017 ca. 3,7 Millionen Menschen elektronische Zigaretten. Internationale Portale wie Egarage erfassen Nutzerzahlen für den US-Markt.

Dieser Beitrag skizziert die Entwicklung einer Gemeinschaft von Personen, die sich mit der Technik und dem Umfeld dieser Produkte auseinandersetzen.

Welche E-Zigaretten Liquids gibt es?

Welche E-Zigaretten Liquids gibt es

Informationen zu E-Zigaretten Liquids: Als E-Zigaretten Liquid wird ein gebrauchsfertiges Erzeugnis bezeichnet. Fertige Liquids werden in Einheiten zu 10 ml vertrieben. Zudem sind Shortfills, Longfills und NicSalts verfügbar.

Was sind Shortfills und Longfills?

Shortfills sind Behältnisse, die teilweise mit einer Basismischung vorbefüllt sind und mit Basisliquid oder Nikotinshots aufgefüllt werden.
In Longfill-Flaschen befinden sich konzentrierte Aromen. Diese Variante wird mit Basisliquid und bei Bedarf mit Nikotinshots ergänzt. Nach dem Mischvorgang wird eine Ruhezeit von etwa 3 Tagen empfohlen, damit sich die Komponenten verbinden. Diese Produkte sind für die Verwendung durch Personen bestimmt, die mit der Handhabung von E-Zigaretten vertraut sind. Eine Beratung erfolgt im Fachhandel.

NicSalts: Nikotinsalze beim Dampfen

Liquids mit Nikotinsalzen werden als NicSalts bezeichnet. Das enthaltene Nikotin weist einen anderen PH-Wert auf als Nikotin in Standard-Liquids, was die Aufnahmeeigenschaften und das Gefühl im Rachenraum beeinflusst. Die Wahl der Nikotinkonzentration sollte sich am individuellen Bedarf orientieren. Informationen hierzu erhalten Nutzer im Fachhandel.

Inhaltsstoffe von E-Zigaretten Liquids

Liquids bestehen in der Regel aus Propylenglycol (PG), pflanzlichem Glycerin (VG), Aromastoffen und optional Nikotin. Ein geringer Anteil an destilliertem Wasser kann enthalten sein.
Während destilliertes Wasser früher zur Beeinflussung der Viskosität eingesetzt wurde, ist dies bei aktueller Verdampfertechnik technisch meist nicht mehr erforderlich. Das Mischverhältnis der Inhaltsstoffe variiert je nach Produktserie und beeinflusst die technischen Eigenschaften beim Verdampfen.

Technische Auswirkungen der Mischverhältnisse

Propylenglycol (PG) ist dünnflüssig und dient als Trägerstoff für Aromen. Glycerin (VG) weist eine höhere Viskosität auf und beeinflusst die Dichte des entstehenden Dampfes. Das Verhältnis dieser Stoffe bestimmt die Fließeigenschaften des Liquids.
Liquids mit einem VG-Anteil von 70% bis 80% sind für Direct-to-Lung Geräte (DL) konzipiert, die im Subohmbereich betrieben werden. Bei Mouth-to-Lung Geräten (MTL), die meist mit Widerständen über 1 Ohm arbeiten, werden häufig Mischverhältnisse von etwa 50% PG und 50% VG verwendet.
Die Viskosität muss auf die Nachflussöffnungen des verwendeten Verdampfers abgestimmt sein. Zu dickflüssige Liquids können bei MTL-Systemen mit kleinen Öffnungen den Nachfluss beeinträchtigen. Beim Mischen von Komponenten kann das Verhältnis von PG und VG individuell bestimmt werden, um die physikalischen Eigenschaften des Endprodukts an das jeweilige Gerät anzupassen. Vor der Verwendung selbstgemischter Erzeugnisse wird eine fachliche Beratung empfohlen.

Grundlagen des temperaturgesteuerten Dampfens

temperaturgesteuerten

Dieser Beitrag enthält Informationen zur Funktionsweise von E-Zigaretten, die für das temperaturgesteuerten Dampfen im TC-Modus eingesetzt werden können. Erläutert werden die technischen Hintergründe für Nutzer von geregelten Mods mit verschiedenen temperaturgeregelten Betriebsmodi, wie beispielsweise TC oder TCR. Der Text geht zudem auf technische Daten wie TCR-Werte für spezifische Materialien ein.

Grundlagen wie Spannung, Widerstand und Leistung bei E-Zigaretten

Akkumulatoren für elektrische Zigaretten geben elektrische Spannung (angegeben in Volt) ab. Am Heizwiderstand des Verdampfers trifft diese Spannung auf einen Widerstand (angegeben in Ohm). Das Verhältnis von Spannung und Widerstand bestimmt die elektrische Leistung (angegeben in Watt) während des Betriebs. Der Widerstand einer Wicklung oder eines Verdampferkopfes bleibt während der Nutzung technisch bedingt weitgehend konstant, sofern keine mechanischen Änderungen an der Hardware vorgenommen werden.

Geregelte, chipgesteuerte Akkuträger beim temperaturgesteuerten Dampfen

Bei konstanter Widerstandslast am Verdampfer führt eine sinkende Akkuspannung zu einer proportionalen Verringerung der Leistungsabgabe. Dieses Verhalten ist charakteristisch für mechanische Geräte oder Geräte, die im Bypass-Modus arbeiten. Bei regulierbaren Systemen steuert eine integrierte Elektronik die Leistungsabgabe. Die Steuerungseinheit verarbeitet dabei die Parameter der aktuellen Akkuspannung, den gemessenen Widerstand des Verdampfers sowie den manuell festgelegten Zielwert (Leistung, Spannung oder Temperatur). Die Elektronik reguliert die Spannungsabgabe der Stromquelle so, dass der definierte Betriebsparameter – innerhalb der technischen Kapazität des Akkumulators – konstant gehalten wird.

Der Temperature Control-Modus (TC)

Der temperaturgesteuerte Modus Temperature Control, abgekürzt TC oder TEMP, dient der Begrenzung der maximalen Betriebstemperatur am Heizwiderstand. Der einstellbare Temperaturbereich liegt in der Regel zwischen 100°C und 315°C. Zur korrekten Funktion der Steuerung muss das spezifische Material des Heizwiderstandes definiert werden. Gängige Profile umfassen Nickel (Ni), Titan (Ti) und Edelstahl (SS). Technisch basiert diese Regelung auf dem temperaturabhängigen elektrischen Widerstand des verwendeten Materials. Dieser verändert sich geringfügig, wenn das Material erhitzt wird. Jedes Metall weist einen spezifischen Temperaturkoeffizienten des Widerstands (TCR-Wert) auf. Dieser Wert beschreibt die Änderung des elektrischen Widerstandes durch das Erhitzen. Da die Gerätesoftware während der Aktivierung fortlaufend den Widerstand misst, kann sie unter Berücksichtigung des hinterlegten TCR-Werts die Spannungsabgabe so regulieren, dass die festgelegte Temperaturobergrenze nicht überschritten wird. Neben den vordefinierten Materialprofilen ermöglichen viele Chipsätze die manuelle Eingabe von TCR-Werten für alternative metallische Werkstoffe.

Der TCR-Modus (Temperature Coefficient of Resistance)

Eine Erweiterung des temperaturgesteuerten Betriebsmodus TC stellt der TCR-Modus (Temperature Coefficient of Resistance) dar. Dieser Modus ermöglicht die manuelle Eingabe des Temperaturkoeffizienten für das verwendete Heizmaterial. Während für Standardmaterialien wie Nickel oder Titan oft Werte auf dem Chipsatz hinterlegt sind, erlaubt der TCR-Modus die manuelle Eingabe von TCR-Werten für andere Heizmaterialien. Die für die Konfiguration erforderlichen Koeffizienten können technischen Tabellen oder den Spezifikationen der Drahthersteller entnommen werden. Durch die manuelle Hinterlegung des TCR-Werts wird sichergestellt, dass die Elektronik die temperaturbedingte Widerstandsänderung des spezifischen Materials korrekt interpretiert und die Leistungsabgabe entsprechend reguliert.

Kanthal beim temperaturgesteuerten Dampfen

Das häufig für Verdampferköpfe verwendete Material Kanthal weist einen Temperaturkoeffizienten (TCR-Wert) von Null auf. Da sich der elektrische Widerstand von Kanthal bei Erwärmung nicht verändert, ist dieses Material für den temperaturgesteuerten Betrieb technisch nicht geeignet. Viele geregelte Akkuträger verfügen über eine automatische Erkennung des Widerstandes. Registriert die Steuerungselektronik bei Auswahl eines TC-Modus keine temperaturabhängige Änderung des Widerstands – wie es bei der Verwendung von Kanthal der Fall ist –, erfolgt systemseitig häufig ein automatischer Wechsel in den leistungsgesteuerten Modus (Variable Wattage, VW). Dieses technische Verhalten stellt sicher, dass das Gerät innerhalb der für das Material vorgesehenen Betriebsparameter arbeitet.

Unterschiedliche Chipsätze bei E-Zigaretten

Die in Akkuträgern verwendeten Chipsätze unterscheiden sich in ihrem Funktionsumfang und der Präzision der Leistungssteuerung. Diese technischen Differenzen begründen die unterschiedliche Positionierung verschiedener Modelle am Markt. Einfache Steuerungseinheiten sind für den Betrieb im festgelegten Leistungsbereich ausgelegt. Für Betriebsarten, die eine hohe Regelgenauigkeit erfordern – wie die temperaturgesteuerte Anwendung entlang spezifischer Temperaturkurven –, kommen Chipsätze mit höherer Taktrate und geringeren Messtoleranzen zum Einsatz. Ein Beispiel für solche Steuerungseinheiten sind die DNA-Chipsätze des Herstellers Evolv. Die Wahl des Chipsatzes richtet sich nach den erforderlichen technischen Betriebsparametern der jeweiligen Anwendung.

What the Deck? RDA, RTA, RDTA – Ein Überblick

RDA, RTA und RDTA bezeichnen unterschiedliche Bauweisen von Selbstwickelverdampfern für elektrische Zigaretten. Die folgende Übersicht erläutert die technischen Merkmale und Unterschiede dieser Kategorien.

 

RDA: Rebuildable Dripping Atomizer

 

Rebuildable Dripping Atomizer (RDA) sind Verdampfer ohne integrierten Tank. Das Liquid wird direkt auf die Wicklung aufgebracht. In der Ausführung als Squonk-RDA erfolgt die Liquidzufuhr über einen Kanal im Gehäuseboden (Bottom Feeder).

Die Konstruktion umfasst ein Wickeldeck zur Aufnahme der Wicklung sowie eine umschließende Verdampferkammer. Die Luftzufuhr erfolgt über Öffnungen in der Kammerwand (Side-Airflow) oder über Kanäle im Bereich des Decks (Bottom-Airflow). 

Die Liquidzufuhr erfolgt manuell durch direktes Auftragen auf die Wicklung oder – bei Squonk-Systemen – über eine Bohrung im 510er-Anschluss. Hierbei wird das Liquid mittels Druck aus einem im Akkuträger integrierten Reservoir in die Verdampferkammer befördert. 

Die Bauweise eines RDA ermöglicht den schnellen Wechsel von Liquids, da diese in geringen Mengen direkt auf die Wicklung aufgetragen werden. Der Zugang zum Wickeldeck erfolgt durch das Entfernen der Verdampferhülse, was den Austausch der Watte ohne Demontage weiterer Bauteile erlaubt.

 

RTA: Rebuildable Tank Atomizer

 

Ein Rebuildable Tank Atomizer (RTA) ist ein Selbstwickelverdampfer mit integriertem Tanksegment. Die Wicklung befindet sich innerhalb einer Verdampferkammer, die vom Liquidreservoir umschlossen wird. Die Liquidzufuhr zur Wicklung erfolgt durch Unterdruck oder Kapillarwirkung der Watte, solange sich Liquid im Tank befindet.

Bei einem RTA wird die Wicklung auf einem Wickeldeck innerhalb einer geschlossenen Verdampferkammer montiert. Diese Kammer leitet den Dampf über einen zentralen Luftkanal zum Mundstück (Drip Tip). Das Liquid befindet sich in einem Tank aus Glas oder Kunststoff, welcher die Kammer umschließt. Durch Unterdruck gelangt das Liquid über Liquidöffnungen zur Wicklung und sättigt das dort befindliche Kapillarmaterial (Watte).

Aufgrund des integrierten Tanksystems erfolgt die Sättigung der Wicklung bei einem RTA kontinuierlich über den Liquidvorrat im Reservoir. Der Transport des Liquids zur Wicklung wird durch die Kapillarwirkung des verwendeten Trägermaterials innerhalb des geschlossenen Kammersystems reguliert.

Ein RTA ermöglicht die Verwendung eines größeren Liquidvorrats im Vergleich zu Systemen ohne Tank. Der Wechsel des Liquids erfordert die vorherige Entleerung des Tanksegments oder den Austausch der im Verdampfer befindlichen Watte.

RDTA: Rebuildable Dripping Tank Atomizer

 

Bei einem Rebuildable Dripping Tank Atomizer (RDTA) befindet sich das Wickeldeck oberhalb des Liquidreservoirs. Die Verdampferkammer mit der Wicklung ist unmittelbar unter dem Mundstück (Drip Tip) positioniert. Der Liquidtransport aus dem darunterliegenden Tank zur Wicklung erfolgt über Kapillarmaterial (Watte), welches durch Öffnungen im Deck in das Reservoir ragt. 

Ein RTA verfügt im Gegensatz zu RDA-Systemen über ein umschlossenes Tanksegment. Diese Bauweise ermöglicht die Mitführung eines Liquidvorrats innerhalb des Verdampfers, wobei das Reservoir die Wicklung kontinuierlich mit Liquid versorgt.

Ein RDTA kombiniert die Bauweise eines Tröpfelverdampfers mit einem unter dem Wickeldeck liegenden Liquidvorrat. Durch diese Konstruktion wird die Wicklung kontinuierlich über die in den Tank ragenden Dochte oder Watteenden mit Liquid versorgt, ohne dass ein manuelles Tröpfeln erforderlich ist.

Händlerportrait: Art of Smoke

Onlineshop und Store

Das Unternehmen Art of Smoke wurde Ende 2011 von Vanessa Dalberg und Michael Atzei gegründet. Die Entscheidung zur Unternehmensgründung basierte auf der Marktentwicklung im Bereich der elektronischen Zigaretten im Jahr 2011. Ziel der Unternehmensgründung war der Aufbau eines Fachhandelsangebots für elektronische Zigaretten und Zubehör auf dem deutschen Markt.

Vor der Unternehmensgründung waren die Geschäftsführer im Einzelhandel sowie in der Bürokommunikation tätig. Nach dem Start des Onlinehandels wurde im Jahr 2013 ein stationäres Fachgeschäft in Ansbach eröffnet, um das Angebot um einen lokalen Service-Point zu erweitern. Aufgrund der Betriebsentwicklung wurden zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Das Unternehmen beschäftigt derzeit fünf Mitarbeiter, darunter einen Auszubildenden im Bereich E-Commerce. Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt auf der Bereitstellung von Produktinformationen und der Abwicklung von Kundenanfragen zu technischen Aspekten des Sortiments.

In Ansbach vor Ort

Der Standort in Ansbach verfügt über eine Verkaufsfläche von 400 qm. In den Geschäftsräumen von ART OF SMOKE werden Informationen zu elektronischen Zigaretten und Zubehör bereitgestellt. Das Personal steht für technische Rückfragen zu den angebotenen Produkten am Standort zur Verfügung.

Sortiment mit Produkten aus unterschiedlichen Bereichen

ART OF SMOKE verfügt über einen Kundenstamm, der sich aus erfahrenen Nutzern elektronischer Zigaretten sowie aus Umsteigern zusammensetzt. Ein wesentlicher Teil der Kundenbasis besteht aus Stammkunden. Durch Empfehlungen finden auch Umstiegsinteressierte den Weg in die Ansbacher Geschäftsräume. Vanessa Dalberg erklärt: „Viele unserer langjährigen Kunden teilen ihre Erfahrungen mit anderen. So begrüßen wir häufig Besucher, die sich aus bestehenden Kunden und potenziellen Umsteigern zusammensetzen.“ In den Geschäftsräumen vor Ort besteht die Möglichkeit zum Austausch über technische Neuerungen im Soft- und Hardwarebereich. Auch Themen wie die technischen Einstellungen der Geräte oder die Merkmale von Selbstwicklern werden thematisiert. Kunden fragen zudem gezielt nach kompakten Geräten für den Alltag. Die häufige Frage an Michael Atzei, Vanessa Dalberg und ihr Team lautet: „Gibt es Neuerungen?“. Das Portfolio von ART OF SMOKE umfasst Hardware, Selbstwickler- und Mischzubehör sowie verschiedene Liquids, Aromen und Basen. „InnoCigs ist dabei für uns als Händler ein kompetenter Partner. Die Zusammenarbeit erfolgt bedarfsorientiert und zeitnah“, erläutert Dalberg. Auch die Breite des Sortiments ist ein Faktor der Partnerschaft zwischen den beiden Unternehmen.

Individuelle Beratung

ART OF SMOKE führt Eigenmarken wie die Serie „Arschkalt“. Das Sortiment wird regelmäßig um Produkte wie die Aromen „Grischberla“, „Drudschn“ und „Breedlahumml“ erweitert. Diese Produkte basieren auf fruchtbasierten Komponenten und Beerenaromen. „Wir richten unseren Fokus auf die Bereitstellung von Aromen und Shortfills. Die Artikel unserer Eigenmarke werden unter Verwendung von Rohstoffen aus Deutschland hergestellt, um die Einhaltung hiesiger Standards sicherzustellen“, so Michael Atzei. Ein weiterer Bereich des Unternehmens ist die Lohnabfüllung. Hierüber können Fachhändler eigene Produktlinien in Zusammenarbeit mit ART OF SMOKE realisieren. Die geschmackliche Zusammensetzung erfolgt nach Spezifikation der Auftraggeber. ART OF SMOKE bietet hierfür die Erstellung technischer Labels an, aus denen Kunden wählen können. Dieses Angebot ermöglicht die Entwicklung individueller Markenidentitäten auch bei geringeren Abnahmemengen. Aufgrund der derzeitigen Auslastung in diesem Segment werden Anfragen kapazitätsabhängig bearbeitet. Für die Zukunft ist die Erweiterung des Filialnetzes durch Michael Atzei geplant.

Akkuspannung, Wicklungswiderstand, Leistung. Was hat das miteinander zu tun?

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Die Relevanz für Nutzer von E-Zigaretten

 

Moderne elektronische Zigaretten sind mit Schutzschaltungen gegen Kurzschlüsse ausgestattet. Die Leistungsabgabe wird über die Elektronik gesteuert. Dennoch unterliegt der Betrieb physikalischen Gesetzmäßigkeiten in Bezug auf den Widerstand der Wicklung und die anliegende Spannung.

Bei Akkuträgern mit direkter Leistungsabgabe (mechanische Mods) resultiert die abgegebene Leistung aus dem Verhältnis von Akkuspannung und Wicklungswiderstand. In diesen Systemen findet keine elektronische Regelung der Leistung statt, weshalb die korrekte Abstimmung des Widerstands für den Betrieb technisch erforderlich ist.

 

Akkuspannung + Wicklungswiderstand = Leistung

 

Die in Volt (V) angegebene Akkuspannung ist bei elektronisch geregelten Akkuträgern innerhalb der technischen Spezifikationen variabel einstellbar. Bei Geräten mit direkter Leistungsabgabe ist die Spannung vom aktuellen Ladestatus der Akkuzelle abhängig und sinkt mit fortschreitender Entladung.

Der Wicklungswiderstand, angegeben in Ohm, ist ein konstanter Wert, der durch die physikalischen Eigenschaften der installierten Wicklung (Material, Drahtstärke, Windungsanzahl) bestimmt wird. Dieser Wert kann nicht über die Geräteeinstellungen verändert werden. Bei elektronisch geregelten Akkuträgern dient der gemessene Widerstand als Parameter für die Berechnung der erforderlichen Spannung, um die gewählte Leistungsabgabe (Watt) zu erzielen.

Die physikalische Grundlage bildet das Ohmsche Gesetz. Dieses beschreibt das Verhältnis zwischen elektrischer Spannung (U), Stromstärke (I) und Widerstand (R). Aus diesen Werten lässt sich die elektrische Leistung (P) berechnen, die in Watt (W) angegeben wird.

Vereinfacht lauten diese Formeln:

 

E-Zigaretten mit Mods mit direkter Leistungsabgabe

 

Bei einem beispielhaften Wicklungswiderstand von 0,5 Ohm und einer anliegenden Spannung von 4,2 Volt ergibt sich rechnerisch eine Stromstärke von 8,4 Ampere. Dieser Wert dient dem technischen Abgleich mit der maximalen Strombelastbarkeit (Continuous Discharge Current) der verwendeten Akkuzelle. Die resultierende elektrische Leistung beträgt in diesem Szenario 35,28 Watt (P = U * I). Bei Geräten mit direkter Leistungsabgabe verändern sich diese Werte proportional zum Ladestand und der damit verbundenen Spannung der Akkuzelle.

Die elektrische Leistung ergibt sich aus dem Produkt von Spannung und Stromstärke. Die Berechnung für das genannte Beispiel lautet:

 

E-Zigaretten mit geregelten Mods

 

Bei elektronisch geregelten Modellen erfolgt die Steuerung der Leistungsabgabe über die geräteinterne Software. Basierend auf dem gemessenen Wicklungswiderstand wird die erforderliche Ausgangsspannung reguliert, um den gewählten Leistungswert zu erreichen. Die mathematische Grundlage hierfür bildet die Formel:

Im behandelten Beispiel:

In diesem Fall reguliert der Akkuträger die Ausgangsspannung auf 4,2 Volt, um die vorgegebene Leistung bei dem vorhandenen Widerstand technisch umzusetzen.

Diese technischen Zusammenhänge sind für den Betrieb von Selbstwickelverdampfern auf Akkuträgern mit direkter Leistungsabgabe maßgeblich. Die Kenntnis der physikalischen Grundlagen ermöglicht die Bestimmung der erforderlichen Parameter für den Betrieb von elektrischen Zigaretten. 

 

Übersicht der E-Zigaretten Bauformen

e-zigaretten modelle typen

Das Angebot auf dem Markt für E-Zigaretten ist in verschiedene Kategorien unterteilt. Nachfolgend finden Sie technische Informationen zu:
E-Zigaretten-Sets und All-In-One Geräten
Unterschiedliche Bauarten von Clearomizern
E-Zigaretten Akkus und Akkuträger
Regelbare und nicht regelbare E-Zigaretten
E-Zigaretten Pod-Systeme
Offene und geschlossene E-Zigaretten Systeme
Weitere Bauformen
 
E-Zigaretten-Sets und All-In-One Geräten

Bestandteil einer E-Zigarette ist der Mod (Akku oder Akkuträger). Dieser Teil versorgt das Gerät mit Energie und ermöglicht systemabhängig betriebsspezifische Einstellungen. Zudem wird ein Clearomizer genutzt, der Tank, Verdampferkopf und Mundstück umfasst. Dort erfolgt die Vaporisierung des Liquids. Ein E-Zigaretten-Set besteht aus diesen Komponenten sowie meist aus Verdampferköpfen und technischem Zubehör. Mod und Clearomizer sind hierbei trennbar und oft mit anderen Komponenten kompatibel. Bei All-In-One Geräten sind diese Bauteile in einer festen Einheit kombiniert.
 
 
 
 
 
Der Mod: Akkus und Akkuträger für E-Zigaretten

Ein Mod mit integrierter Akkuzelle wird technisch als Akku bezeichnet. Die Kapazität wird in Milliamperestunden (mAh) angegeben und beschreibt die Ladungsmenge, die zur Verfügung steht. Als Akkuträger werden Geräte ohne interne Batterie bezeichnet, die mit wechselbaren Akkuzellen betrieben werden. Hierbei ist auf die Verwendung hochstromfester Zellen zu achten. Weitere technische Details zu Akkus finden sich in einem weiterführenden Beitrag.
 
 
 
 
 
Regelbare und nicht regelbare E-Zigaretten
Mods werden technisch in regelbare und nicht regelbare Einheiten unterteilt. Bei regelbaren Geräten können Parameter wie Ausgangsleistung, Spannung oder Temperatur manuell definiert werden. Bei nicht regelbaren Mods ist die Abgabe durch die Elektronik oder den Ladestand der Akkuzelle fest vorgegeben.
Hinweis: Ein geregelter Mod verfügt über elektronische Schutzmechanismen wie Zugzeitbegrenzung, Kurzschlussschutz oder Tiefentladungsschutz. Ungeregelte, mechanische Mods besitzen keine elektronische Steuerung oder Schutzfunktionen.
 
 
 
 
 
Der Clearomizer: Selbstwickler und Fertigcoiler

Clearomizer unterscheiden sich durch die vorgesehene Zugtechnik sowie die Art der Verdampfereinheit.
Es wird zwischen der Nutzung vom Mund zur Lunge (MTL) und direkten Lungenzügen (DL) unterschieden. Einige Clearomizer unterstützen durch verschiedene Verdampferköpfe beide Techniken, während andere bauartbedingt (z.B. durch die Luftstromführung) auf eine Technik spezialisiert sind.
Tankverdampfer mit wechselbaren, industriell gefertigten Köpfen werden als Fertigcoiler bezeichnet. Bei Selbstwicklern installiert der Anwender die Wicklungen eigenständig.
 
 
 
 
 
E-Zigaretten Pod-Systeme
Eine Kategorie der E-Zigaretten stellen die Pod-Systeme dar. Bei diesen Geräten ist die Tankeinheit (Pod) meist vom Akku trennbar. Die Pods sind in der Regel herstellerspezifisch auf den jeweiligen Akku abgestimmt. Diese Systeme verfügen über fest verbaute oder wechselbare Verdampferköpfe und variieren technisch hinsichtlich der Luftstromsteuerung. Charakteristisch ist die kompakte Bauweise.
 
 
 
 
 
Offene und geschlossene E-Zigaretten-Systeme
Pod-Systeme werden in offene und geschlossene Systeme unterteilt. Bei geschlossenen Systemen ist der Pod bereits vorbefüllt und nicht zur Wiederbefüllung vorgesehen. Offene Systeme verfügen über einen wiederbefüllbaren Tank, was die Verwendung unterschiedlicher Liquids ermöglicht.
 
 
Sonderformen: E-Pfeifen und weitere Bauarten
In ihrer äußeren Form unterscheiden sich E-Zigaretten in Pfeifenoptik von anderen Bauarten. Hierbei ist die Akkuzelle im Gehäuse untergebracht und die Verdampfereinheit im Mundstückbereich integriert.
Technische Entwicklungen führen dazu, dass Kategorien zunehmend kombiniert werden. So existieren Pod-Systeme mit manueller Leistungssteuerung ebenso wie Geräte mit hohem Energieausstoß, die ausschließlich über eine Funktionstaste gesteuert werden. Die Dokumentation neuer technischer Merkmale erfolgt fortlaufend.
 
 
Bildnachweis: InnoCigs GmbH & Co. KG
 
 
 

Sachstand zu Lungenerkrankungen in den USA: Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse (EVALI)

Seit August 2019 liegen Berichte über Lungen- und Atemwegserkrankungen in den USA vor, die unter dem Begriff EVALI zusammengefasst werden. Da ein Teil der Betroffenen angab, E-Zigaretten oder ähnliche Produkte genutzt zu haben, untersuchten US-Behörden einen möglichen Zusammenhang. Im Folgenden werden die behördlichen Erkenntnisse, die Situation in Deutschland und der aktuelle Sachstand zur Regulierung von E-Zigaretten dargelegt.

Berichterstattung und Informationslage

In der medialen Darstellung werden oft Zusammenhänge zwischen der Nutzung von E-Zigaretten und gesundheitlichen Vorfällen thematisiert, wie beispielsweise im Artikel “Sie rauchten E-Zigarette und erkrankten”. Für eine sachliche Einordnung ist die Betrachtung der zugrunde liegenden Substanzen und der jeweiligen Marktregulierung erforderlich.

Fakt ist: Die britische Gesundheitsbehörde Public Health England veröffentlichte im März 2018 eine Stellungnahme zum relativen Risikoprofil von E-Zigaretten im Vergleich zu Tabakzigaretten. 1

Regulierung in der EU und Deutschland

Berichte wie jene im Spiegel thematisieren die Verfügbarkeit zahlreicher Geräte und weisen auf Risiken durch unregulierte Kanäle hin. Die rechtliche Situation in der Europäischen Union unterscheidet sich jedoch grundlegend von anderen Märkten.

Fakt ist: In Deutschland und der EU unterliegen E-Zigaretten der Tobacco Products Directive (TPD2). Diese Richtlinie schreibt vor, dass Inhaltsstoffe von Liquids sechs Monate vor dem Inverkehrbringen den Behörden gemeldet werden müssen. Bestimmte Inhaltsstoffe sind gesetzlich verboten. 2

Untersuchungsergebnisse zu Inhaltsstoffen (EVALI)

Behördliche Untersuchungen ergaben, dass ein Großteil der Erkrankten in den USA Flüssigkeiten konsumierte, die THC enthielten. Während THC-haltige Lösungen in Teilen der USA unter länderspezifischen Regelungen stehen, sind diese in Deutschland in E-Zigaretten-Produkten nicht zulässig. Analysen der CDC identifizierten in Proben vom Schwarzmarkt Substanzen wie Vitamin-E-Acetat. 3

Fakt ist: Das deutsche Tabakerzeugnisgesetz (TabakerzG) legt fest, dass für Liquids nur Inhaltsstoffe verwendet werden dürfen, die den gesetzlichen Reinheits- und Sicherheitsanforderungen entsprechen. 6

Technische Differenzierung

Der Begriff E-Zigarette umfasst technisch unterschiedliche Systeme. Entscheidend für die Sicherheit ist die Verwendung der vom Hersteller vorgesehenen Flüssigkeiten. Reguläre E-Zigaretten sind nicht für das Verdampfen von Ölen oder illegalen Substanzen konzipiert.

Fakt ist: Behördliche Berichte aus den USA brachten die Vorfälle primär mit dem Konsum von Produkten aus unkontrollierten Quellen in Verbindung. 7 8

Einordnung der Langzeitnutzung

In Medien wie focus.de wurde über potenzielle Auswirkungen diskutiert. Dabei wird die E-Zigarette seit über 15 Jahren international genutzt.

Fakt ist: Bis zum Auftreten der spezifischen Fälle in den USA im Jahr 2019 wurden in diesem Umfang keine vergleichbaren Krankheitsbilder bei der Nutzung regulärer, nikotinhaltiger E-Zigaretten dokumentiert.

Identifizierte Auslöser

Berichte in der Süddeutschen oder der Welt nannten die Ursachen anfangs ungeklärt. Die US-Gesundheitsbehörde CDC konkretisierte später die Ergebnisse der Untersuchungen. 9

Fakt ist: Als wahrscheinlicher Auslöser der EVALI-Fälle gilt laut CDC und Berichten im aerzteblatt.de Vitamin E-Acetat, welches in illegalen THC-Vaporizern als Streckmittel genutzt wurde. 10 11 Eine Studie der Mayo-Klinik konnte keine direkte Verbindung zwischen den Krankheitsbildern und der Nutzung ausschließlich regulärer E-Zigaretten feststellen. 13

Empfehlungen der Behörden

Fachhändler informieren über die korrekte Handhabung von Geräten und Liquids. Internationale Behörden wie die FDA, die CDC und Public Health England haben sich zur Risikowahrnehmung geäußert. 15 Spiegel Online berichtete am 30.10.2019 über die statistischen Folgen einer veränderten Risikoeinschätzung bei Konsumenten. 16

Fazit zu den Fällen von Lungenerkrankungen in den USA

Die Untersuchung der Krankheitsfälle in den USA durch die CDC hat Vitamin E-Acetat in illegal erworbenen THC-haltigen Produkten als eine Hauptursache identifiziert. Bezeichnungen wie “Lungenkollaps wegen E-Zigarette” in Publikationen wie der Bunte fassen komplexe medizinische Sachverhalte oft verkürzt zusammen. Für die Bewertung des Risikoprofils ist die Unterscheidung zwischen regulär erworbenen Produkten nach EU-Standard und Produkten aus unkontrollierten Quellen maßgeblich.

Bildnachweis:
Titelbild: © Fotolia / Oleksandr