Anleitung: Technische Aspekte der Mischung von Liquids

Liquid für E-Zigaretten selbst mischen

Im Fachhandel sind gebrauchsfertige Liquids für E-Zigaretten in verschiedenen Zusammensetzungen und Nikotinstärken erhältlich. Daneben existieren Halbfertigprodukte sowie Einzelkomponenten zur manuellen Zusammenstellung. Die manuelle Mischung ermöglicht die technische Abstimmung der Inhaltsstoffe auf das verwendete Endgerät. Informationen zur technischen Umsetzung und zu den gesetzlichen Rahmenbedingungen finden Sie in der folgenden Übersicht.
 
Bestandteile der Mischung
Technische Hilfsmittel für die Liquidmischung
Verhältnis der Komponenten
Anleitung zur technischen Umsetzung
Mischung mit Long- und Shortfills

 

Bestandteile der Mischung

Liquids für E-Zigaretten setzen sich technisch aus folgenden Komponenten zusammen:

Propylenglycol (PG)

Propylenglycol ist ein dünnflüssiger Stoff, der als Trägermedium für die im Liquid enthaltenen Stoffe dient.


Pflanzliches Glycerin / Vegetable Glycerin (VG)

VG weist eine höhere Viskosität auf als Propylenglycol. Es beeinflusst maßgeblich die Dichte und Beschaffenheit des erzeugten Aerosols.


Aromen

Aromen bestimmen die stoffliche Charakteristik des Liquids. Sie sind in verschiedenen Ausführungen, wie etwa Tabakextraktionen oder anderen Varianten, verfügbar.


Diese drei Stoffe bilden die Basis für ein Liquid. Weitere Inhaltsstoffe können bedarfsgerecht hinzugefügt werden:

Nikotin

Liquids sind in nikotinfreien Varianten sowie mit Nikotinkonzentrationen von z. B. 3, 6, 12 oder 18 mg/ml verfügbar. Bei der manuellen Mischung kann die Konzentration durch Nikotinshots mit maximal 20 mg/ml im gesetzlichen Rahmen festgelegt werden.

ℹ️ Informationen zur technischen Bestimmung der Nikotinstärke.

Wasser

Demineralisiertes Wasser wird zur Reduzierung der Viskosität eingesetzt, um den Nachfluss im Verdampfersystem zu beeinflussen.


Additive

Additive dienen der technischen Modifikation der Liquid-Eigenschaften. Cooling Agents beeinflussen die thermische Wahrnehmung des Aerosols, während Sweetener oder Acetyl Pyrazin die stoffliche Zusammensetzung verändern. Diese Stoffe sind entsprechend der Dosierempfehlungen zu verwenden.


Technische Hilfsmittel für die Liquidmischung

Für die Zusammenstellung der Komponenten sind funktionale Hilfsmittel erforderlich, die im Fachhandel bezogen werden können:
Leerflaschen:
Zur Lagerung und für den Befüllvorgang in den Tank des Verdampfers werden Leerflaschen genutzt. Diese sind in Volumina zwischen 10 ml und 200 ml erhältlich.
Messbecher:
Zur volumenexakten Abmessung der Stoffe werden Messbecher mit Milliliterskalierung verwendet.
Flaschenöffner:
Spezielle Werkzeuge erleichtern das Entfernen der Einfüllstutzen an den Flaschen und zählen zum funktionalen Zubehör.
Spritzen/Kanülen:
Gemäß der Tabakerzeugnisrichtlinie (TPD2) ist die Nikotinkonzentration auf 20 mg/ml begrenzt. Spritzen dienen der präzisen Dosierung geringer Mengen, finden jedoch aufgrund moderner Flaschensysteme seltener Anwendung als in früheren Zeiträumen.
Zusätzlich sollten Hygienetücher und Handschuhe zur Einhaltung der Sauberkeit bereitgehalten werden.
Zubehör für die Liquidmischung

Verhältnis der Komponenten

Die technische Funktionalität des Liquids hängt von den gewählten Mischverhältnissen ab:
PG/VG Mischverhältnis:
Basen sind in Verhältnissen wie 50VG/50PG oder 70VG/30PG verfügbar. Das Verhältnis ist auf die Zugtechnik abzustimmen. Für moderate Leistungen empfiehlt sich ein VG-Anteil bis 50 %, während für den Subohm-Bereich höhere VG-Anteile genutzt werden.

ℹ️ Technische Details zum PG/VG-Verhältnis

Anteil des Aromas:
Aromen werden meist in 10 ml oder 30 ml Einheiten angeboten. Die erforderliche Konzentration wird vom Hersteller auf dem Etikett angegeben (üblicherweise 7 % bis 13 %).
Nikotingehalt:
Zur Berechnung der Konzentration wird der Gesamtgehalt des Nikotins durch das Zielvolumen dividiert.

20 mg : 100 ml = 0,2 mg/ml pro eingesetztem 20 mg Shot

Volumen (ml) 20 30 40 50 60 70 80 90 100
mg/ml (20er Shot) 10 6,7 5 4 3,4 2,9 2,5 2,3 2
mg/ml (18er Shot) 9 6 4,5 3,6 3 2,8 2,3 2 1,8

Anleitung zur technischen Umsetzung

Die Komponenten werden mittels Messbecher abgemessen und in die Leerflasche gefüllt. Nach dem Verschließen muss die Flasche zur Durchmischung der Stoffe bewegt werden. Beispielrechnung für 100 ml Gesamtvolumen:

10 ml Aroma + 10 ml Nikotinshot (20 mg/ml) + 24 ml PG + 56 ml VG = 100 ml Liquid

Die Stoffe benötigen eine Reifezeit zur vollständigen Verbindung. Diese ist den Herstellerangaben zu entnehmen und liegt meist zwischen 2 und 7 Tagen. Eine Lagerung an einem lichtgeschützten Ort wird empfohlen.

Mischung mit Long- und Shortfills

Neben Einzelkomponenten stehen Halbfertigprodukte zur Verfügung. Informationen zu den Kategorien von Liquids finden Sie in der entsprechenden Sektion:
Longfills:
Longfills enthalten Aroma in einer großvolumigen Flasche (z. B. 15 ml in 60 ml Flasche). Diese wird mit Base und Shots aufgefüllt, was das Abmessen des Aromas erübrigt. Eine Reifezeit ist einzuhalten.
Zusammenstellung mit HalbfertigproduktenShortfills (Shake’n’Vapes):
Bei Shortfills ist das Aroma bereits in Base gelöst. Das Restvolumen wird mit Shots oder Base aufgefüllt. Diese Systeme sind unmittelbar nach der Durchmischung einsatzbereit.
Die manuelle Zusammenstellung von Liquids erfordert die Beachtung technischer Parameter und gesetzlicher Bestimmungen.