E-Zigaretten Studie 2021: Dampfen effektiver als Ersatzprodukte beim Tabakstopp
Wissenschaftliche Untersuchungen befassen sich regelmäßig mit der Rolle von E-Zigaretten im Kontext des Tabakkonsums. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2021 verglich die Nutzung von E-Zigaretten mit herkömmlichen Nikotersatzprodukten wie Pflastern oder Kaugummis. Die im Fachmagazin „Addiction“ veröffentlichte Studie des Wolfson Institute of Preventive Medicine sowie der Queen Mary University of London untersuchte dabei die Verhaltensweisen der Probanden über einen Zeitraum von sechs Monaten (Quelle).
Studie 2021: Datenerhebung zur Nutzung
Inhaltliche Ergebnisse der Untersuchung
Vergleich mit vorangegangenen Erhebungen
Studie 2021: Methodik und Durchführung
Für die Untersuchung im Jahr 2021 wurden 135 Personen, die über einen langen Zeitraum Tabakzigaretten konsumierten, wissenschaftlich begleitet. Das Ziel der Probanden war die Beendigung des Tabakkonsums. Die Einteilung erfolgte nach dem Prinzip des „Randomized Controlled Trial“. Eine Gruppe nutzte E-Zigaretten, während die Kontrollgruppe klassische Nikotersatzprodukte wie Pflaster, Kaugummis oder Sprays verwendete. Vorab bestand bei den Teilnehmern keine Präferenz für eines der Verfahren.
Die Datenerhebung nach sechs Monaten ergab folgende Werte: In der Gruppe der E-Zigaretten-Nutzer hatten 19 Prozent den Konsum von Tabakzigaretten eingestellt. 27 Prozent der Nutzer reduzierten ihren Konsum um mehr als die Hälfte. In der Kontrollgruppe der Nutzer von Nikotersatzprodukten verzeichneten 6 Prozent eine Reduktion des Konsums um mehr als 50 Prozent, während 3 Prozent den Tabakkonsum vollständig einstellten.

Die beteiligten Wissenschaftler stellten fest, dass unter den Bedingungen einer begrenzten zusätzlichen Unterstützung die untersuchten E-Zigaretten bei der beobachteten Gruppe zu messbaren Veränderungen im Konsumverhalten führten. Katie Myers Smith von der Queen Mary University wies darauf hin, dass die Ergebnisse für Personen relevant sein können, bei denen andere Verfahren bisher nicht zum gewünschten Ergebnis führten.
Zusammenfassung der Studienergebnisse
Die Studienautoren fassten zusammen: „In smokers with a history of unsuccessful quitting, EC [e-cigarettes] were more effective than NRT [nicotine replacement treatment] both in terms of CO-validated reduction in smoking of at least 50% and in terms of smoking cessation.“
In der Diskussion zur Studie wird angeführt, dass die Handhabung von E-Zigaretten Anforderungen von Konsumenten adressieren könnte, die über die reine Nikotinzufuhr hinausgehen. Während Nikotin auch über klassische Substitute aufgenommen werden kann, bieten E-Zigaretten durch verschiedene Nikotinstärken die Möglichkeit einer schrittweisen Anpassung der Zufuhr.
Zusätzlich wurden soziologische Aspekte betrachtet. Der Konsum von Tabakzigaretten ist häufig mit festen Tagesstrukturen und sozialen Interaktionen verknüpft. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) stellt dazu fest, dass durch wiederholte Handlungen psychologische Funktionen entstehen können. Die Untersuchung legt nahe, dass die E-Zigarette aufgrund ihrer Funktionsweise diese Verhaltensmuster teilweise abbilden kann. Laut Studienlage wird das Schadenspotenzial von E-Zigaretten im Vergleich zur Tabakzigarette als signifikant geringer eingestuft.
Vergleichbare Untersuchungen
Bereits 2019 wurde am Wolfson Institute of Preventive Medicine eine ähnliche Untersuchung mit 886 Probanden durchgeführt. Auch hier wurde der Einsatz von E-Zigaretten gegenüber alternativen Nikotersatzprodukten im randomisierten Verfahren geprüft. Nach einem Jahr wurde bei 18 Prozent der E-Zigaretten-Nutzer ein vollständiger Tabakstopp verzeichnet, in der Vergleichsgruppe lag dieser Wert bei 9,9 Prozent.
Wissenschaftliche Untersuchungen in diesem Bereich werden fortlaufend durchgeführt, da sich sowohl die technischen Parameter der Produkte als auch der gesellschaftliche Kontext verändern. Neue Daten berücksichtigen unter anderem die Verfügbarkeit von nikotinsalzhaltigen Flüssigkeiten sowie veränderte Lebensstile der Konsumenten. Die vorliegenden Daten der Queen Mary University bestätigen die Tendenzen vorangegangener Erhebungen hinsichtlich der statistischen Erfolgschancen bei der Wahl eines Ersatzproduktes.





