Technische Grundlagen: Aufbau und Konfiguration von Selbstwickel-Verdampfern

Tutorial Verdampfer selbst wickeln

Die technische Konfiguration von E-Zigaretten umfasst neben Fertig-Systemen auch den Bereich der Selbstwickelverdampfer. In Fachforen oder im Fachhandel wird das Thema Verdampfer selbst wickeln häufig thematisiert. Für Anwender stellt sich dabei die Frage nach den technischen Voraussetzungen, dem benötigten Zubehör sowie den notwendigen Werkzeugen. Dieser Beitrag erläutert die technischen Grundlagen zum Thema Verdampfer selbst wickeln und dokumentiert die einzelnen Arbeitsschritte bei der Bestückung eines Selbstwickelverdampfers.

Technische Aspekte: Warum Verdampfer selbst wickeln?

Grundlagen und technische Voraussetzungen

Erster Schritt: Konfiguration der Coil

Zweiter Schritt: Installation der Coil im Deck

Dritter Schritt: Thermische Prüfung und Reinigung

Vierter Schritt: Installation des Trägermaterials

Fünfter Schritt: Vorbereitung des Trägermaterials

Abschluss der Konfiguration

 

Technische Aspekte: Warum Verdampfer selbst wickeln?

Während für Clearomizer meist standardisierte Verdampferköpfe verfügbar sind, bietet das Verdampfer selber wickeln spezifische technische Optionen. Gründe für diese Nutzungsform können sein:

  1. Betriebskosten:

Nach der initialen Anschaffung eines Selbstwickelverdampfers sowie der Werkzeuge können die laufenden Kosten für Verbrauchsmaterialien wie Draht und Watte im Vergleich zu fertigen Heads geringer ausfallen.

  1. Technische Individualisierung:

Beim Selbstwickeln lassen sich Parameter wie Widerstandswert, Durchmesser und Länge der Wicklung sowie die Materialbeschaffenheit der Coil manuell festlegen. Dies ermöglicht eine genaue Abstimmung des Setups auf die technischen Anforderungen des verwendeten Akkuträgers und die persönliche Zugtechnik.

  1. Vertiefung des technischen Wissens:

Die manuelle Bestückung erfordert eine Auseinandersetzung mit physikalischen Grundlagen wie dem Ohmschen Gesetz und der Elektronik. Anwender schätzen oft die Möglichkeit, Komponenten eigenhändig zu konfigurieren und technisches Fachwissen aufzubauen.

 

Grundlagen zum Verdampfer selbst wickeln

  1. Selbstwickelverdampfer (RBA)

Ein Selbstwickelverdampfer bezeichnet ein System, das vom Anwender eigenständig mit Wicklungen und Trägermaterial bestückt wird. Zu den gängigen Bauarten zählen RTA, RDA und RDTA. Eine detaillierte Übersicht ist in diesem Fachbeitragzu finden.

  1. Drähte und Trägermaterial

Als Heizelement wird ein Draht zur Spule (Coil) geformt, durch die ein Trägermaterial (meist Watte) zur Liquidleitung gezogen wird. Es ist wichtig, ausschließlich unbehandelte Watte und für E-Zigaretten spezifizierte Drähte zu verwenden, da diese hohen Temperaturen ausgesetzt sind. Kanthal eignet sich für den wattgeregelten Modus, während für das temperaturgesteuerte Dampfen Nickel, Titan oder Edelstahl verwendet werden.

  1. Werkzeuge

Die Verwendung von Spezialwerkzeugen erhöht die Präzision bei der Konfiguration. Empfohlene Tools sind:

  • Wickelstift zur Formung der Spule
  • Seitenschneider zum Kürzen des Drahtes
  • Wickelsockel oder Akkuträger mit Widerstandsmessung
  • Schraubendreher zur Fixierung im Deck
  • Keramikpinzette (hitze- und spannungsbeständig)
  • Spitzpinzette zum Verlegen der Watte
  • Scharfe Schere für das Trägermaterial

Werkzeuge für die Bestückung von Selbstwickelverdampfern

 

Erster Schritt: Konfiguration der Coil

Zunächst wird die Coil gefertigt. Es existieren zahlreiche Bauweisen wie Clapton oder Fused Clapton, die sich in ihrer Oberflächenbeschaffenheit unterscheiden.
Verschiedene Bauweisen von Wicklungen
Grundlage ist das Ohmsche Gesetz (Details siehe hier). Der angestrebte Widerstandswert muss zur Zugtechnik passen (MTL meist > 1,0 Ohm; DL meist < 1,0 Ohm). Der Draht wird gleichmäßig um den Wickelstift gewunden. Man unterscheidet zwischen Contact Coils (Windungen berühren sich) und Spaced Coils (mit Zwischenräumen), was das thermische Verhalten beeinflusst.

 

Zweiter Schritt: Installation der Coil im Deck

Platzierung der Coil im Wickeldeck
Die Coil wird nun im Deck befestigt. Dabei wird jeweils ein Ende der Wicklung mit dem Pluspol und dem Minuspol verbunden. Es ist auf eine zentrale Ausrichtung zu achten und sicher zu stellen, dass die Wicklung keine Gehäuseteile berührt, um Kurzschlüsse zu vermeiden. Nach dem Fixieren der Schrauben werden die überstehenden Enden bündig gekürzt.


 

Dritter Schritt: Thermische Prüfung

Thermische Prüfung der Wicklung
Durch kurze Stromstöße wird geprüft, ob die Wicklung gleichmäßig von der Mitte nach außen aufglüht. Eventuelle Unregelmäßigkeiten (Hotspots) können mit einer Keramikpinzette korrigiert werden. Dabei ist auf die Hitzeentwicklung zu achten. Stromführende Teile niemals mit leitenden Gegenständen berühren.

Vierter Schritt: Installation des Trägermaterials

Watteverlegung im Selbstwickelverdampfer
Ein Wattestrang wird durch die abgekühlte Coil gezogen. Die Menge ist so zu wählen, dass der Strang mit leichtem Widerstand in der Wicklung sitzt. Für Standard-Durchmesser sind vorgefertigte Wattestränge verfügbar. Die Enden werden auf die für das jeweilige Deck erforderliche Länge gekürzt.

Fünfter Schritt: Vorbereitung des Trägermaterials

Primen der Watte
Die Watteenden werden leicht ausgedünnt, um den Liquidnachfluss zu gewährleisten. Danach werden sie in die vorgesehenen Taschen des Decks verlegt. Zum Abschluss wird die Watte direkt mit Liquid gesättigt (Primen), bevor der Verdampfer zusammengesetzt und der Tank befüllt wird.

 

Abschluss der Konfiguration

Nach der Montage und Befüllung ist das System betriebsbereit. Das Selbstwickeln erfordert technisches Verständnis und Übung, bietet jedoch erweiterte Möglichkeiten zur individuellen Konfiguration des Dampfgeräts.

Bildnachweis:
Bild 5: bali_kiknadze