Aktueller Stand der Untersuchungen zum Gateway-Effekt
Der Begriff „Gateway-Effekt“ wird im wissenschaftlichen und öffentlichen Diskurs über E-Zigaretten häufig thematisiert. Er beschreibt die Hypothese, dass der Konsum von E-Zigaretten den Einstieg in das Rauchen herkömmlicher Tabakzigaretten fördern könnte, insbesondere bei Jugendlichen. Demgegenüber stehen Untersuchungen, die die E-Zigarette als potenzielle Alternative zur Tabakzigarette betrachten. Hierzu liegen verschiedene Studien und Untersuchungen vor, die sich mit der Rolle der E-Zigarette im Kontext des Tabakkonsums befassen:
- British Medical Journal
- US National Library Of Medicine / National Institute Of Health
- E-Cigarette Research
Verschiedene Forschungsteams haben diese Fragestellung untersucht. Nach aktuellem Kenntnisstand konnten wissenschaftliche Belege für einen Gateway-Effekt nicht konsistent erbracht werden. Statistische Erhebungen aus den USA deuten auf folgende Ergebnisse hin:
- Untersuchungen (u. a. der Universitäten von Buffalo & Michigan) konnten keinen kausalen Gateway-Effekt belegen.
- Ein Großteil der jugendlichen Konsumenten, die E-Zigaretten nutzen, verwendet nikotinfreie Liquids.
- Wissenschaftler setzen sich kritisch mit der Informationspolitik von Organisationen wie der World Lung Foundation auseinander.
- In Zeiträumen, in denen die Nutzung von E-Zigaretten zunahm, war teilweise ein Rückgang des Tabakkonsums zu verzeichnen.
„Der nationale Trend unterstützt das Argument, wonach das Dampfen zum Rauchen verführt, in keiner Weise“ – Professor Dr. Lynn Kozlowski, Professor für Gesundheitswesen (Universität Buffalo)
Hinweis: In unserem Informationsbereich finden Sie weitere Informationen zu Studien über E-Zigaretten.
Wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Veröffentlichungen der World Lung Foundation
Die Diskussion wurde maßgeblich durch Veröffentlichungen der World Lung Foundation geprägt. Fachleute untersuchten diese Aussagen auf ihre wissenschaftliche Belastbarkeit. Über soziale Medien verbreitete die Organisation die Ansicht, Studien würden belegen, dass E-Zigaretten den späteren Umstieg auf Tabakprodukte fördern. Medienberichte wie in der Scottish Sun griffen diese Thesen auf („E-Zigaretten animieren Schüler zum Rauchen!“), wobei entsprechende Berichte teilweise nachträglich entfernt wurden.
Forscher der Universität von Buffalo und der Universität von Michigan haben die These des Gateway-Effekts analysiert. Die Ergebnisse dieser Untersuchung wurden in der Fachzeitschrift „Drug and Alcohol Dependence“ veröffentlicht. Verantwortliche Autoren sind Dr. Lynn Kozlowski und Dr. Kenneth Warner, Professor für Gesundheitswesen an der Universität Michigan.
Kritikpunkte an der Argumentationskette der Gateway-Theorie beziehen sich häufig auf methodische Aspekte der zugrunde liegenden Erhebungen. So wies Dr. Michael Siegel von der Boston University School Of Public Health darauf hin, dass teilweise subjektive Einschätzungen Einzelner als Grundlage für allgemeine Warnungen dienten.
Dr. Warner benannte in seiner Recherche zudem statistische Unregelmäßigkeiten:
- Die Definition als „Raucher“ erfolgte in manchen Studien bereits nach dem einmaligen Konsum einer Tabakzigarette innerhalb von sechs Monaten.
- Schlussfolgerungen zum Gateway-Effekt basierten teilweise auf sehr geringen Fallzahlen von Personen ohne vorherige Raucheranamnese.
Dustin Dahlmann, Vorstandsvorsitzender des Bündnisses für Tabakfreien Genuss e.V., äußerte sich dazu wie folgt:
„Wieder einmal haben unabhängige Wissenschaftler bestätigt, was wir schon lange kommunizieren. Einerseits ist es höchst erfreulich, dass immer mehr positive Studien veröffentlicht werden und dass selbst Forscher die Irreführung der Bevölkerung und der Politik öffentlich anprangern; andererseits ist es beschämend, dass die Gegner der E-Zigarette – welche Motive sie auch haben mögen – dennoch immer wieder falsche Behauptungen verbreiten und somit Einfluss auf die Meinungsbildung haben“ – Dustin Dahlmann
Untersuchung der Universität Hamburg zum Gateway-Effekt
Das Zentrum für interdisziplinäre Suchtforschung der Universität Hamburg (ZIS) veröffentlichte Ergebnisse einer wissenschaftlichen Begleitforschung. Die Studie „Umfrage zu Konsumgewohnheiten und Motive von E-Zigarettenkonsumenten in Deutschland“ liefert Daten zur Nutzung der E-Zigarette im Verhältnis zum Tabakkonsum.
Die folgenden Infografiken visualisieren die Ergebnisse dieser Datenerhebung.

Die Auswertung basiert auf rund 3.300 validierten Datensätzen. Die Ergebnisse setzen sich mit der Annahme eines Gateway-Effekts auseinander.
Ergebnisse der ZIS-Umfrage

Den Daten zufolge gaben 91 % der befragten ehemaligen Raucher an, seit mindestens vier Wochen keine Tabakprodukte mehr konsumiert zu haben. 93 % der Befragten beabsichtigen nicht, in Zukunft wieder Tabakzigaretten zu rauchen.
Bei den 8 % der Personen mit dualem Konsum (E-Zigarette und Tabakzigarette) gaben 96 % an, ihren Tabakkonsum reduziert zu haben; 69 % streben eine vollständige Einstellung des Tabakrauchens an.
Die Gruppe der Neueinsteiger ohne vorherige Raucherfahrung betrug in dieser Erhebung 1 %.

Zusammenfassung der Ergebnisse der Universität Hamburg
Die vorliegenden Daten liefern keine Anhaltspunkte für die Hypothese eines Gateway-Effekts durch E-Zigaretten. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass viele Konsumenten die E-Zigarette für den Umstieg von der Tabakzigarette nutzen. Internationale Untersuchungen stützen die Beobachtung, dass eine signifikante Verleitung zum Tabakrauchen durch E-Zigaretten statistisch nicht belegt ist. In der Hamburger Erhebung waren lediglich 0,12 % der Teilnehmer unter 18 Jahre alt. Davon gaben 0,03 % (eine Person) an, vor der Nutzung der E-Zigarette keine Tabakprodukte konsumiert zu haben.
Die Datenlage legt nahe, dass die E-Zigarette primär von langjährigen Tabakkonsumenten als Alternative wahrgenommen wird. Die Entscheidung für E-Zigaretten ist dabei häufig mit dem Wunsch nach einer Abkehr von Tabakprodukten verbunden.

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Bildnachweise:
Titelbild: Fotolia #117014444 | Urheber: Schlierner







Auch ich habe nach gut 30 Jahren mit der eZigarette den Ausstieg aus dem Tabakkonsum geschafft. Das war 2013, jetzt ist es der 21.05.2018 und ich bin noch immer eZigaretten-Konsument. Ein Umstieg von der eZigarette auf die Tabakzigarette kommt für mich nicht mehr in Frage. Angefangen habe ich mit einem Nikotingehalt im Liquid zwischen 18 und 24 mittlerweile bin ich auf 3mg/ml. Ich muss sagen, das ich merke wie ich körperlich fitter geworden bin. Als ich noch Tabakkonsument war musste ich bei einem Dauerlauf von 100m mindestens 4mal Pause machen. oftmals auch mehr. Mittlerweile schaffe ich es einen Dauerlauf von bis zu 200m ohne einmal zu stoppen durchzuhalten, und das wo ich seit nunmehr 5 Jahren eZigarettenkonsument bin. Vorher habe ich mindestens eine BigPack pro Tag geraucht.