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Gegenüberstellung der Kostenstrukturen von E-Zigaretten und Tabakzigaretten

Dampfen und Rauchen im Kostenvergleich

Diese Fragestellung wird im Kontext der Nutzung von E-Zigaretten häufig thematisiert. Eine sachliche Gegenüberstellung der laufenden Aufwendungen für Tabakprodukte und E-Zigaretten erfordert die Berücksichtigung verschiedener Parameter. Es ist zweckmäßig, die technischen und ökonomischen Faktoren differenziert zu betrachten.

Kostenfaktoren bei der Nutzung von E-Zigaretten

Sowohl bei der Verwendung einer E-Zigarette als auch beim Konsum von Tabakprodukten ist die Intensität der Nutzung der maßgebliche Faktor für die laufenden Kosten. Ein moderater Gebrauch führt zu anderen Kostenstellen als eine intensive Nutzung. Nutzer, die verschiedene Hardware-Komponenten oder technische Modifikationen verwenden, weisen ein spezifisches Ausgabeprofil auf. Andere Anwender nutzen ein Basissystem und benötigen lediglich Nachfüllbehälter sowie in regelmäßigen Intervallen neue Verdampferköpfe (Heizelemente).
Bei der Annahme eines täglichen Verbrauchs von einer Packung Tabakzigaretten ergibt sich bei einem Marktpreis von 6 bis 7 Euro ein wöchentlicher Aufwand von 42 bis 49 Euro. Dies entspricht einer monatlichen Belastung von circa 170 bis 200 Euro. Auch bei der Verwendung von Produkten aus dem unteren Preissegment verbleibt die monatliche Kalkulation in einem entsprechenden Rahmen.
Beim Einsatz von E-Zigaretten-Liquid entspricht das Volumen von wenigen Millilitern – abhängig von der gewählten Leistung und Zugtechnik – der Nutzungsdauer einer herkömmlichen Packung Tabakzigaretten. Ein Behältnis mit 10 Millilitern Inhalt wird zu marktüblichen Preisen angeboten. Die Kosten für den laufenden Betrieb hängen hierbei direkt vom individuellen Verbrauch der Flüssigkeit ab.
Die Kalkulation für E-Zigaretten beinhaltet zudem die initiale Anschaffung der Hardware. Bei einem kalkulatorischen Durchschnittspreis von circa 50 Euro für ein E-Zigaretten-Set entstehen einmalige Kosten zu Beginn der Nutzung. Der laufende Betrieb für das Aufladen von Akkus oder Akkuträgern ist als weiterer Faktor in die Gesamtrechnung einzubeziehen.

Systematischer Kostenvergleich

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Die finanziellen Aufwendungen stehen in direktem Zusammenhang mit der Nutzungsintensität. Ein systematischer Vergleich zeigt die unterschiedlichen Kostenstrukturen zwischen der Verwendung von E-Zigaretten und dem Konsum von Tabakprodukten auf. Die ökonomische Bewertung sollte dabei stets die individuellen Anforderungen an die Hardware und den Flüssigkeitsbedarf berücksichtigen.
Bildnachweis:
Titelbild: Adobe Stock / Orlando Bellini

Interview: Heino Stöver über die Chancen der E-Zigarette

Titelbild Interview Heino Stöver

Prof. Dr. Heino Stöver, Sozialwissenschaftler und Professor für Suchtforschung an der Frankfurt University of Applied Sciences (UAS), befasst sich wissenschaftlich mit regulatorischen Rahmenbedingungen von E-Zigaretten. Er ist Herausgeber einer wissenschaftlichen Publikation, die sich mit der Geschichte, Toxikologie und den Konsummustern von E-Zigaretten sowie der Rolle der Tabakprävention befasst. Wir haben Heino Stöver zu seinen Forschungsarbeiten befragt.

Hinweis: Das folgende Interview gibt die persönliche Meinung und die wissenschaftliche Einschätzung von Prof. Dr. Heino Stöver wieder. Die InnoCigs GmbH macht sich diese Aussagen nicht zu eigen. Die Inhalte dienen der Information über den wissenschaftlichen Diskurs und sind nicht als gesundheitliche Beratung oder werbliche Anpreisung zu verstehen.

Sie haben den ersten wissenschaftlichen Sammelband zur E-Zigarette herausgegeben. Was hat Sie dazu motiviert?

Ich bin der Auffassung, dass es  eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für die zum Teil emotional geführte Diskussion um E-Zigaretten geben muss. Der Erfolg der Leserinnen und Leser hat mir recht gegeben: Es besteht großes Interesse daran.

Während der Arbeit an dem Band: Auf welche Hindernisse und Herausforderungen sind Sie gestoßen, was hat Sie am meisten überrascht?

Überrascht hat mich, dass einige Wissenschaftler sich nicht getraut haben, ihre Resultate im Band zu publizieren. Sie hatten Angst, zu sehr in die Nähe einer E-Zigaretten-Diskussion zu geraten, die vielleicht zu positiv ist.

Sie beleuchten die Nutzung der E-Zigarette, ihre Geschichte und die Diskussion darüber. Welche Vor- und Nachteile sehen Sie in der E-Zigaretten-Nutzung?

Die E-Zigarette wird hauptsächlich von ehemaligen oder Noch-Rauchern genutzt. Sie bietet die Chance auf einen Um- oder sogar Ausstieg aus der Tabakabhängigkeit. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Da wir nicht viele Pfeile im Köcher der Entwöhnungstherapie haben, darf man nicht (vorschnell) und ohne Not Pfeile rauswerfen. Die E-Zigarette bietet die Chance auf Schadensminimierung – diese Chance sollten wir ergreifen.

Welche Zukunft prognostizieren Sie der E-Zigarette?

In anderen europäischen Ländern hat sie bereits einen Siegeszug angetreten. Das wird bei uns über kurz oder lang auch so sein. Die Verbrennungszigarette ist out. Experten rechnen mit 10-12 jahren, dann ist es damit vorbei. Zur Befriedigung oraler, haptischer Bedürfnisse wird es irgendetwas geben. Die E-Zigarette ist sicher ein Teil dieser Bedürfnisbefriedigung.

Wie schätzen Sie den wissenschaftlichen Diskurs um die E-Zigarette ein?

Natürlich ist es gesünder Waldluft zu atmen, als zu dampfen. Nur: Es geht ja im Wesentlichen um abhängige Raucherinnen und Raucher, die in der Regel mehrere – erfolglose – Versuche hatten mit dem Rauchen aufzuhören. Da muss ein Abwägungsprozess und ein Versuch der Schadensminimierung (die sog. Harm Reduction) stattfinden.

Gibt es dazu national / international Unterschiede?

Wie bereits dargestellt, hat die E-Zigarette in England oder dem UK sowie in Frankreich einen höheren Stellenwert. Für England schätzen Analysten, dass dort ab dem Jahr 2020 mehr Menschen E-Zigaretten als konventionelle Verbrennungszigaretten nutzen.

Welche Studien würden Sie interessierten Einstiegsdampfern empfehlen?

Die Studie des Royal College of Physicians in England, das alle wissenschaftlichen Studien zusammen herangezogen hat.

Wie wurde Ihr Buch von der Scientific Community aufgenommen?

Sehr gut. Ich bin überrascht und wir denken schon an eine 2. Auflage.

Nachdem Ihr Buch auch von zahlreichen Redaktionen aufgegriffen wurde – wie schätzen Sie die Diskussion zur E-Zigaretten in deutschen Medien ein?

Wenn in Deutschland über 60% glauben, die E-Zigarette sei ähnlich schädlich wie die konventionelle Zigarette, dann ist hier etwas schiefgelaufen. Information und Aufklärung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) waren zu zögerlich und haben die Um- und Ausstiegswilligen nicht beraten oder begleitet.

Wie nehmen Sie die Bewertung des Dampfens seitens der Politik wahr und wie erklären Sie sich die fortschreitende Regulierung des Produkts?

Die Politikerinnen und Politiker, wie z. B.die damalige Bundesfamilienministerin (bis 2017) Manuela Schwesig, haben die Parole von der ähnlichen Schädlichkeit ausgegeben. Das macht einen sehr unaufgeklärten und uninformierten Eindruck.

Welche gesetzlichen Regelungen würden Sie empfehlen?

Werbeverbot für alle Tabakwaren und auch E-Zigaretten, Abbau der Zigarettenautomaten, höhere Besteuerung der Tabakwaren, geringe(re) Besteuerung der E-Produkte, um einen Anreiz zu geben um- oder auszusteigen.

Wie geht es für Sie und das Thema Dampfen weiter? Planen Sie in Zukunft weitere Arbeiten zur E-Zigarette?

Wir werden weiterhin den Weg der E-Zigarette und Raucherinnen und Raucher begleiten.

Über Prof. Dr. Heino StöverBuchcover "Die E-Zigarette"

Heino Stöver studierte Sozialwissenschaften in Bremen und schloss sein Diplom als Sozialwissenschaftler 1982 ab. Nach der Promotion 1992, ebenfalls in Bremen, habilitierte er im Jahr 2000 an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Im Jahr 2003 wechselte er das Fachgebiet auf „Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Gesundheitsförderung und Gesundheitswissenschaften“. Als Sozialwissenschaftler und Hochschullehrer widmet er sich intensiv dem Themengebiet der sozialwissenschaftlichen Suchtforschung und arbeitet national und international in Forschungsprojekten.

Zudem wirkt Stöver als Berater internationaler Einrichtungen und Ministerien und ist Mitglied des wissenschaftlichen Kuratoriums der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen. In seiner Funktion als Vorsitzender des Vereins Akzept beschäftigt er sich mit humaner Drogenpolitik.

 

Ergebnisse der E-Zigaretten Umfrage 2018: Statistische Daten zu Nutzergruppen und Beweggründen

Wie bewerten Nutzer von E-Zigaretten ihren Konsum? Die Redaktion von InnoCigs hat im Rahmen einer Online-Umfrage Daten zu diesem Thema erhoben. An der Befragung beteiligten sich über 5.500 Personen. Die statistischen Ergebnisse wurden in der folgenden Zusammenfassung und einer Infografik aufbereitet. Blogger und Redaktionen können die Infografik unter Angabe der Quelle über den unten stehenden Einbindungscode verwenden.

Statistische Daten zur E-Zigaretten-Nutzung im deutschsprachigen Raum

Die Erhebung von InnoCigs mit rund 5.650 Teilnehmern liefert Daten zu sozioökonomischen Hintergründen, Nutzungsmotiven und Konsumgewohnheiten im Bereich der E-Zigaretten. Die Ergebnisse geben Aufschluss über die Altersstruktur, das Einkommensniveau sowie die Einschätzung der Nutzer zum Umstieg von Tabakprodukten auf elektrische Alternativen.
Header E-Zigaretten Umfrage

Demografische Daten der Nutzer

Die Befragung zeigt eine Verteilung der Nutzergruppen auf verschiedene demografische Merkmale. Der Anteil der männlichen Teilnehmer lag in dieser Erhebung bei etwa 77 Prozent, während rund 23 Prozent der Befragten weiblich waren. Diese Verteilung kann unter anderem mit den unterschiedlichen Raucherquoten korrespondieren, wie sie beispielsweise im Tabakatlas 2015 für Deutschland dokumentiert wurden. Dort wurde die Raucherquote bei Männern mit 30 Prozent und bei Frauen mit 20 Prozent angegeben.
Statistik Geschlechterverteilung

Altersstruktur der Befragten

Die größte Gruppe der Teilnehmer ist zwischen 36 und 45 Jahre alt (29 Prozent). Jeweils 25 Prozent entfallen auf die Altersgruppen von 26 bis 35 Jahren sowie 46 bis 55 Jahren. Der Anteil der minderjährigen Teilnehmer unter 18 Jahren lag bei 0,09 Prozent. Das Durchschnittsalter der Befragten beträgt ca. 42 Jahre. Die Daten dieser Umfrage geben somit keine Hinweise auf eine verstärkte Nutzung durch Jugendliche im Sinne eines Gateway-Effekts.

Statistik Altersgruppen

Bildungsabschluss und Einkommensverhältnisse

Bezüglich der sozioökonomischen Faktoren gab ein Anteil von 23 Prozent ein monatliches Nettoeinkommen zwischen 2.000 und 3.000 Euro an. Als höchster Bildungsabschluss wurde von 41 Prozent die Mittlere Reife genannt, gefolgt vom Abitur und Fachhochschulabschlüssen mit jeweils 16 Prozent. Etwa ein Drittel der Befragten ist verheiratet und hat Kinder.

Statistik Einkommen

Statistik Bildung

Statistik Familienstand

Nutzungsverhalten und Umstieg von Tabakprodukten

Ein zentraler Aspekt der Umfrage war das Konsumverhalten in Bezug auf herkömmliche Tabakzigaretten. In der Online-Umfrage gaben 62 Prozent der Teilnehmer an, den Tabakkonsum vollständig durch die E-Zigarette ersetzt zu haben. Etwa 20 Prozent nutzen beide Produkte parallel (Dual-Use), während 5 Prozent angeben, ihr Rauchverhalten nicht verändert zu haben. Zusammengenommen haben 82 Prozent der Befragten ihren Tabakkonsum teilweise oder vollständig reduziert. Informationen zu gängigen Thesen zum Thema finden sich in weiteren Beiträgen.
Statistik Erwartungen
Drei Viertel der Befragten gaben an, die Nikotinkonzentration im Verlauf der Nutzung verringert zu haben. Als Hauptmotiv für den Wechsel wurde von 39 Prozent der Ersatz der Tabakzigarette genannt. 17 Prozent nannten technisches Interesse als Beweggrund. Weniger als 2 Prozent der Teilnehmer gaben an, vor der Nutzung von E-Zigaretten keine Tabakprodukte konsumiert zu haben.

Statistik Umstiegsgründe

Präferenzen bei E-Liquids und Nutzung in der Öffentlichkeit

Hinsichtlich der Aromenpräferenzen bei Liquids zeigen sich Unterschiede: Weibliche Teilnehmer wählen häufiger Tabakaromen, während männliche Teilnehmer vermehrt Fruchtaromen oder Gebäcknoten bevorzugen. In Bezug auf die Nutzung im öffentlichen Raum oder am Arbeitsplatz deuten die Daten auf eine wahrgenommene Akzeptanz hin, wobei viele Nutzer dennoch vorzugsweise im Außenbereich dampfen.
Statistik Aromen
Statistik Nutzung

Nutzerbefragung zu gesundheitlichen Aspekten

Das Thema Auswirkungen auf die Gesundheit wird in der Community diskutiert. Im Rahmen der Umfrage schätzten 84 Prozent der Teilnehmer die E-Zigarette als weniger schädlich im Vergleich zur Tabakzigarette ein. Etwa ein Zehntel der Befragten bewertet die Nutzung als unbedenklich, während 7 Prozent eine kritische Haltung einnehmen. Viele Teilnehmer gaben an, eine Veränderung des körperlichen Befindens nach dem Umstieg wahrzunehmen.
Statistik Gesundheitseinschätzung
Ergebnisse der InnoCigs-Redaktion
Infografik Umfrage 2018
Code zum Einbinden der Infografik auf Websites:

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<img src=“https://www.innocigs.com/blog/wp-content/uploads/2018/07/innocigs-e-zigaretten-umfrage-2018_wer-sind-die-dampfer.jpg“ alt=“InnoCigs Dampfer Umfrage 2018″ border=“0″ />
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Verschleiß von Verdampferköpfen: Informationen zu Austauschintervallen und technischer Handhabung

Der Betrieb von E-Zigaretten erfordert den regelmäßigen Austausch von Verschleißteilen und die Verwendung von Liquids. Ein zentrales Element der Wartung ist der Austausch des Verdampferkopfes (Head), der sich innerhalb der Verdampfereinheit befindet. Dieser Vorgang ist notwendig, um die technische Funktionsweise der E-Zigarette aufrechtzuerhalten. In diesem Beitrag werden die technischen Intervalle für den Austausch, die Reinigung der Komponenten sowie die physikalischen Anzeichen für Materialverschleiß erläutert. Ein abgenutzter Verdampferkopf kann zu einer verminderten Dampfproduktion und einer Veränderung der Geschmackscharakteristik führen.

Begriffsbestimmung:

In der technischen Dokumentation und innerhalb der Nutzergemeinschaft existieren unterschiedliche Bezeichnungen. Der Verdampfer (Clearomizer) bezeichnet das gesamte Tanksystem. Er dient als Aufnahme für den Verdampferkopf, in welchem die Wicklung (Coil) verbaut ist. Während der Clearomizer als Gehäuse eine lange Lebensdauer aufweist, unterliegt die Wicklung im Verdampferkopf einem gebrauchsbedingten Verschleiß. Der elektrische Widerstand und die Beschaffenheit des Trägermaterials verändern sich durch thermische Belastung, weshalb ein Austausch des Heads in regelmäßigen Intervallen erforderlich ist. Die Reinigung des Clearomizers kann mit Wasser erfolgen, der Verdampferkopf hingegen darf nicht mit Flüssigkeiten gereinigt werden.

Inhalt:

Der Verdampferkopf / Head enthält die Wicklung und befindet sich technisch zwischen der Basis und dem Liquidtank – Modellbeispiel: Cuboid Lite mit Exceed D22

Die Intervalle für den Austausch des Verdampferkopfes hängen von der Intensität der Nutzung und der gewählten Leistungseinstellung ab. Empirische Werte liegen zwischen zwei und sechs Wochen. Technische Indikatoren geben Aufschluss darüber, wann eine Reinigung des Systems nicht mehr ausreichend ist.

Technische Definition der Verdampfereinheit

Die Verdampfereinheit, fachlich als Clearomizer bezeichnet, umfasst den Liquidtank sowie den Verdampferkopf mit der Heizspirale (Coil). Durch die Energiezufuhr vom Akkumulator wird die Wicklung erhitzt. Das im Dochtmaterial befindliche Liquid geht infolge der Hitzeeinwirkung in den gasförmigen Zustand über. Je nach Aufbau der Wicklung wird zwischen Varianten wie Single Coil oder Dual Coil unterschieden. Eine Beeinträchtigung der Funktion führt zu einer reduzierten Dampfmenge oder einer thermischen Zersetzung von Liquidrückständen auf der Coil, was sich sensorisch bemerkbar macht.

Physikalische Ursachen für den Verschleiß

Verdampferköpfe sind thermisch beanspruchte Bauteile. Rückstände des Liquids setzen sich bei jedem Verdampfungsvorgang an der Heizwendel ab (Krustenbildung), was den Wärmeaustausch behindert. Faktoren wie die Zusammensetzung des Liquids (Verhältnis von VG und PG) beeinflussen diesen Prozess. Liquids mit hohem VG-Anteil weisen eine höhere Viskosität auf, was zu verstärkten Rückständen führen kann. Zudem beeinflusst die gewählte Watt- oder Voltzahl die Geschwindigkeit der Materialabnutzung. Eine dauerhaft hohe Leistungszufuhr beschleunigt die Degradation der Wicklung und des Dochtmaterials.

Indikatoren für einen erforderlichen Austausch

  1. Abnahme der produzierten Dampfmenge bei gleichbleibenden Einstellungen
  2. Zunahme von Kondensat im Luftkanalsystem
  3. Veränderung des Geschmacksprofils infolge von Rückständen an der Coil
  4. Auftreten von Geräuschen (Blubbern) durch unzureichende Verdampfungsleistung
  5. Veränderte sensorische Wahrnehmung im Rachenraum

Ein Austausch des Verdampferkopfes stellt die technische Ausgangsleistung wieder her. Viele Anwender führen einen Wechsel auch beim Wechsel des Liquid-Aromas durch, um eine Vermischung der Geschmackskomponenten zu vermeiden.

Durchführung des Komponentenwechsels

Der Vorgang variiert je nach Modell. Detaillierte technische Informationen finden sich in den jeweiligen Bedienungsanleitungen. Der folgende Ablauf beschreibt die Schritte am Beispiel der InnoCigs eGo AIO:

Vorbereitung:

  1. Bereitstellung eines Tuches für austretende Liquidreste.
  2. Sicherstellung, dass der Tankinhalt minimiert wurde.

Arbeitsschritte:

  1. Trennung der Verdampfereinheit von der Stromquelle (Akku).
  2. Lösen der Verschlusskappe unterhalb des Mundstücks.
  3. Entnahme des verbrauchten Verdampferkopfes durch Abschrauben.
  4. Installation des neuen Heads.
  5. Nach dem Zusammenbau und Befüllen ist eine Wartezeit von ca. 15 Minuten einzuhalten, um die vollständige Sättigung des Dochtmaterials sicherzustellen.

Wartungshinweise zur Materialschonung

  • Sicherstellung eines ausreichenden Liquidstands zur Vermeidung thermischer Schäden am Dochtmaterial.
  • Einhaltung der maximalen Füllmenge des Tanks.
  • Beachtung der Viskosität des Liquids in Bezug auf die Nachflusseigenschaften des Heads.
  • Betrieb innerhalb der vom Hersteller spezifizierten Leistungsbereiche (Watt).
  • Regelmäßige Reinigung der Kontaktstellen und des Luftkanals.
  • Entleerung des Tanks bei längeren Nutzungspausen.

 
Bildnachweise:

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PG / VG Mischverhältnis in Liquids – Eigenschaften und Unterschiede

PG und VG Liquids und E-Zigarette

In unserem Beitrag „Die 10 häufigsten Probleme mit E-Zigaretten“ wurden verschiedene technische Fragestellungen erläutert, die bei der Verwendung von E-Zigaretten auftreten können. Hierzu zählen unter anderem die Reizung der Atemwege oder ein trockenes Gefühl im Mundraum. Neben der Anpassung der Zugtechnik (MTL oder DL) oder der Nikotinkonzentration ist die Zusammensetzung des Liquids ein relevanter Faktor. Dies betrifft das Verhältnis von Propylenglykol (PG) zu pflanzlichem Glycerin (VG = Vegetable Glycerin). Beim Sub-Ohm-Dampfen hat dieses Mischverhältnis direkten Einfluss auf die physikalische Dampfproduktion. PG und VG weisen unterschiedliche technische Eigenschaften auf, die die Viskosität und die Dampfcharakteristik beeinflussen.
 

PG & VG – Begriffserklärung & Eigenschaften

Liquids bestehen primär aus den Trägerstoffen PG und VG, die als Basis für Aromen und gegebenenfalls Nikotin dienen. Das Mischverhältnis bestimmt die Fließeigenschaften der Flüssigkeit. Es existieren sowohl Mischungen beider Komponenten als auch reine PG- oder VG-Varianten. Die technischen Unterschiede werden im Folgenden erläutert.
 

PG – Trägermittel & Lösungsstoff Propylenglykol

PG steht für Propylenglykol (1,2-Propandiol). Es ist farb- und geruchslos sowie niedrigviskos (dünnflüssig). Aufgrund dieser physikalischen Eigenschaft wird PG eingesetzt, um den Nachfluss des Liquids zum Verdampferkopf zu unterstützen. In Verbindung mit PG-basierten Liquids wird häufig eine deutliche Wahrnehmung im Rachenbereich (Throat Hit) sowie eine direkte Übertragung der Aromen beschrieben. PG dient als chemischer Trägerstoff für die im Liquid enthaltenen Aromastoffe.
In seltenen Fällen können Unverträglichkeiten gegenüber PG auftreten. Ein Hustenreiz zu Beginn der Nutzung ist oft auf die Abwesenheit von Zusatzstoffen zurückzuführen, die in herkömmlichen Tabakprodukten zur Betäubung der Atemwege eingesetzt werden könnten. Die Verwendung von E-Zigaretten basiert auf dem Erhitzen einer Flüssigkeit, wobei keine Verbrennungsprozesse wie bei Tabakzigaretten stattfinden und somit keine Verbrennungsrückstände wie Teer entstehen.
 
Eigenschaften von PG:

  • Farblos und geruchlos
  • Niedrige Viskosität im Vergleich zu pflanzlichem Glycerin (VG)
  • Trägerstoff für Aromen
  • Beeinflusst die Intensität der Wahrnehmung im Rachenbereich (Flash)
  • Zugelassener Lebensmittelzusatzstoff E 1520
  • Einsatz als Lösungsmittel für Enzyme und Farbstoffe
  • Geringere Dampfdichte im Vergleich zu VG, wird daher auch für das Stealth-Dampfen genutzt

Zusammenfassung: PG beeinflusst maßgeblich den Nachfluss sowie die Intensität der Aromawiedergabe und die Stärke der Wahrnehmung beim Inhalieren.
 

VG – Vegetable Glycerin

Pflanzliches Glycerin ist ebenfalls farb- und geruchslos, besitzt jedoch eine leicht süßliche Eigennote. VG weist eine hohe Viskosität (Zähflüssigkeit) auf. Diese Eigenschaft führt zu einer höheren Dichte des produzierten Dampfes. VG wird aufgrund seiner physikalischen Beschaffenheit vielfältig in der Lebensmittelindustrie als Feuchthaltemittel oder Konservierungsstoff eingesetzt.
In der Anwendung als Liquid-Bestandteil kann die Viskosität von VG den Nachfluss beeinflussen. Bei hoher Zähflüssigkeit benötigt die Flüssigkeit mehr Zeit, um das Dochtmaterial der Wicklung zu sättigen. Erfolgt die Erhitzung ohne ausreichende Sättigung, kann es zu einem trockenen Zug („Dry Puff“) kommen. Moderne Verdampfer-Systeme sind technisch auf unterschiedliche Viskositäten ausgelegt. Der süßliche Eigengeschmack von Glycerin kann die Nuancen feinerer Aromen überlagern.
 
Eigenschaften von VG:

  • Verantwortlich für eine dichte Dampfproduktion
  • Süßlicher Eigengeschmack
  • Hohe Viskosität, relevant für den Liquidnachfluss
  • Hohe wasserbindende Eigenschaften
  • Einsatz in der Lebensmittelindustrie als Lösungsmittel

 

Das PG / VG Mischverhältnis

Das Mischverhältnis wird auf den Behältnissen in Prozentwerten angegeben, beispielsweise PG (20%) / VG (80%) oder 50 / 50 für ein ausgewogenes Verhältnis. Die Wahl des Verhältnisses hängt von der verwendeten Hardware und den individuellen Präferenzen bezüglich Dampfdichte und Viskosität ab. Die verwendeten Rohstoffe entsprechen dem USP-Standard (pharmazeutische Reinheit). Die enthaltenen Aromen sind gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1334/2008 für die Verwendung zugelassen.
VG und Dampfproduktion
Ein hoher VG-Anteil führt zu einer höheren Dampfdichte. Dies ist insbesondere beim Sub-Ohm-Dampfen relevant. Moderne Verdampfer verfügen über technische Vorrichtungen wie größere Einlassöffnungen, um auch bei hochviskosen Flüssigkeiten den Nachfluss sicherzustellen. Liquids mit einem Anteil von mindestens 50% VG erzeugen eine visuell wahrnehmbare Dampfmenge, ohne die Dichte spezieller Sub-Ohm-Liquids zu erreichen.
PG und Nachfluss
Liquids mit hohem PG-Anteil (z. B. 70/30) sind dünnflüssiger. Diese Eigenschaft reduziert das Risiko eines Nachflussabrisses („Dry Puff“), da die Kapillarwirkung im Dochtmaterial bei niedriger Viskosität schneller eintritt. Dies ist unabhängig vom gewählten Aroma ein technischer Faktor für die Betriebssicherheit des Verdampfers.
Einfluss auf das Aroma
Aufgrund der neutralen Eigenschaften von PG werden Aromen ohne geschmackliche Beeinflussung transportiert. VG hingegen besitzt eine süßliche Note, die das Geschmacksprofil beeinflussen kann. Das identische Aroma kann je nach Basisverhältnis unterschiedliche Nuancen aufweisen.
Physikalische Wahrnehmung
Ein hoher PG-Anteil führt beim Inhalieren zu einer stärkeren sensorischen Wahrnehmung im Halsbereich. Ein hoher VG-Anteil hingegen wird oft als sanfter im Rachenraum empfunden.
 
Eckpunkte zur Wahl des Mischverhältnisses:

  • Aromaübertragung: PG bzw. hoher PG-Anteil
  • Reaktion auf PG: VG bzw. hoher VG-Anteil wählen
  • Dichte Dampfentwicklung: VG bzw. hoher VG-Anteil
  • Sensorischer Effekt (Flash): PG bzw. hoher PG-Anteil
  • Fließfähigkeit/Nachfluss: Höherer PG-Anteil (hardwareabhängig)
  • Gängige Mischverhältnisse: 70/30, 30/70, 50/50 (PG/VG)

Eine Übersicht verschiedener Liquids finden Sie in unserem InnoCigs Sortiment.
 
Bildnachweise:
Titelbild: Adobe Stock / Pixelot„`

E-Zigarette Verdampfer läuft aus – Tipps gegen undichte Liquid Tanks

Liquid im E-Zigarette Tank

Das Austreten von Liquid aus dem Verdampfer, oft als „Siffen“ bezeichnet, kann verschiedene technische Ursachen haben. In vielen Fällen lässt sich die Dichtigkeit des Clearomizers durch eine Überprüfung der Handhabung oder der Komponenten wiederherstellen. Die Identifikation der Ursachen undichter Liquid-Tanks ist Voraussetzung für eine dauerhafte Funktion des Geräts. Da der Austritt von Flüssigkeit zu den bekannten technischen Problemstellungen gehört, ist eine systematische Fehlersuche empfehlenswert. Die Ursachen für auslaufende E-Zigaretten können sowohl in der Beschaffenheit der Komponenten als auch in der Art der Anwendung liegen. Im Folgenden werden technische Hinweise und Ursachen erläutert, um die Funktionalität der Geräte zu erhalten.

Technische Ursachen an der Hardware:

  • Unsachgemäß verschraubte Komponenten, insbesondere am Verdampferkopf.
  • Undichte Tanks aufgrund von Materialermüdung oder mechanischer Einwirkung (Risse).
  • Austritt von Flüssigkeit an den Luftzufuhröffnungen (Airflow Control).
  • Fehlerhafte oder verbrauchte Coils, die das Liquid nicht mehr spezifikationsgemäß verdampfen.
  • Defekte oder spröde Dichtungen (O-Ringe).

Hardwarebedingte Undichtigkeiten lassen sich meist durch eine Sichtprüfung identifizieren. Bei undichten Verschraubungen zwischen Tank, Mundstück oder Verdampferkopf ist ein fester Sitz der Bauteile sicherzustellen. Bei Rissen im Glastank ist ein Austausch der Komponente erforderlich. Gummiringe, die als Abdichtung dienen, sollten bei Anzeichen von Verschleiß oder Haarrissen umgehend ersetzt werden.

Sollte die Hardware intakt sein, können die Kombination von Liquid und Verdampfer sowie die Art der Anwendung entscheidend für die Dichtigkeit des Systems sein. Zur Fehlerbehebung können folgende technische Empfehlungen herangezogen werden:

Ursachen durch Anwendung und Liquid-Eigenschaften

1. Zugtechnik

Die Art der Inhalation beeinflusst den Unterdruck im System. In unserem Beitrag über Zugtechnik finden Sie detaillierte Informationen. Ein zu starker oder zu kurzer Zug kann dazu führen, dass mehr Liquid in die Verdampferkammer befördert wird, als die Heizspirale zeitgleich verdampfen kann. In der Folge sammelt sich überschüssiges Liquid, welches über die Airflow Control oder das Mundstück austreten kann. Zudem kann verbleibender Dampf im Luftkanal zu Kondenswasser rekombinieren. Grundsätzlich sollte die Aktivierung der Coil mit dem Inhalationsvorgang abgestimmt sein.

Technischer Hinweis: Um Kondensatbildung zu minimieren, kann es sinnvoll sein, nach dem Lösen der Feuertaste kurz weiterzuziehen, um den Luftkanal von Restdampf zu befreien. Der Bereich um die Heizspirale und das Mundstück sollte regelmäßig mit einem Tuch von Rückständen gereinigt werden.

2. Airflow-Einstellung beim Befüllen

Bei Verdampfern mit einer Bottom-Airflow (Luftzufuhr am unteren Ende) kann beim Befüllen des Tanks ein Druckunterschied entstehen. Um den Austritt von Liquid zu vermeiden, sollten die Luftzufuhröffnungen während des Nachfüllvorgangs geschlossen werden.

3. Füllmenge und Befüllvorgang

Ein Liquid-Tank sollte technisch bedingt nicht bis zur maximalen Kapazitätsgrenze befüllt werden. Eine Befüllung bis zu ca. 75 % (entspricht etwa 3 bis 5 Millimeter unter der Oberkante) wird empfohlen, um einen ausreichenden Luftpuffer zu gewährleisten. Beim Befüllen ist darauf zu achten, dass keine Flüssigkeit direkt in den zentralen Luftkanal gelangt. Gewinde sollten vor dem Verschließen trocken und sauber sein.

4. Zustand der O-Ringe (Dichtungen)

Die Überprüfung der Gummidichtungen auf Sprödigkeit oder Beschädigungen ist Teil der regelmäßigen Wartung. Viele Modelle verfügen über beiliegende Ersatzdichtungen, die bei Verschleiß eingesetzt werden sollten.

5. Transport und Umgebungsdruck

Beim Transport der E-Zigarette, insbesondere auf Flugreisen, sollte der Tank entleert werden. Durch Druckunterschiede kann Liquid durch die technisch notwendigen Belüftungsöffnungen gepresst werden. Auch starke Temperaturschwankungen können die Viskosität des Liquids und den Druck im Tank beeinflussen, was die Wahrscheinlichkeit eines Austritts erhöht.

Maßnahmen zur Wartung und Vorbeugung

Zur Sicherung der Betriebsbereitschaft und Vermeidung von Undichtigkeiten sind folgende Maßnahmen zweckmäßig:

Wartung des Verdampfers

Informationen zur Reinigung des Verdampfers finden Sie in unserem entsprechenden Fachartikel. Die regelmäßige Entfernung von Kondensat zwischen Verdampferkopf und Mundstück ist für einen sauberen Betrieb erforderlich.

Wahl des passenden Liquids

Die Viskosität des Liquids spielt eine Rolle: Liquids mit hohem VG-Anteil sind zähflüssiger. Ein hoher Anteil an PG oder Wasser macht das Liquid dünnflüssiger, was den Austritt aus dem System begünstigen kann. Ein Mischverhältnis von 50/50 (VG/PG) ist als technischer Standard für viele Systeme anzusehen. Weitere Details finden Sie unter VG oder PG-Liquid – Mischverhältnisse.

Zustand des Dochtmaterials

Bei Systemen mit Watte-Dochten ist auf eine gleichmäßige Verteilung des Materials zu achten. Wenn die Watte im Verdampferkopf nicht korrekt positioniert ist, kann Liquid unverdampft durch das System fließen.

Anpassung und Wechsel der Verdampferköpfe

Verdampferköpfe (Heads) sind Verschleißteile und müssen regelmäßig ersetzt werden. Die Wahl des Widerstands (z. B. 0,6 Ohm oder 0,8 Ohm) sollte auf die verwendete Leistung und die Zugtechnik abgestimmt sein. Eine korrekte Leistungsabstimmung stellt sicher, dass das zugeführte Liquid vollständig verdampft wird.

Durch die Beachtung dieser technischen Parameter lassen sich die Ursachen für austretendes Liquid minimieren. Die Reinigung der elektrischen Kontakte am Akku bei Liquidkontakt ist zur Vermeidung von Fehlfunktionen und Kurzschlüssen zwingend erforderlich.

Bildnachweise: Titelbild – Adobe Stock / Christian Horz

Technische Merkmale von Tabakerhitzern und E-Zigaretten im Überblick

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Informationen zu den technischen Merkmalen von E-Zigaretten und Tabakerhitzern (Tobacco Heating Systems) finden Sie im folgenden Überblick. Während klassische Tabakprodukte auf der Verbrennung von Tabak basieren, nutzen diese Systeme alternative Funktionsweisen zur Freisetzung von Inhaltsstoffen. Details zur Einordnung finden Sie auch in unserem Beitrag über Aspekte der Nutzerumstellung.
 
Inhaltliche Übersicht zu Tabakerhitzern und E-Zigaretten:

 

Tabakerhitzer und Tabakzigarette – Merkmale

Tabakerhitzer erhitzen Tabaksticks auf Temperaturen zwischen 250 und 350 Grad Celsius. Im Gegensatz zur herkömmlichen Tabakzigarette findet hierbei kein Verbrennungsvorgang bei hohen Temperaturen statt. Tabaksticks enthalten Tabak und Nikotin. Eine nikotinfreie Variante ist bei diesen Systemen systembedingt nicht verfügbar. In der EU unterliegen diese Produkte der Kennzeichnungspflicht mit textlichen Warnhinweisen. Studien zum Konsum von E-Zigaretten finden Sie unter diesem Link.
Ein wesentlicher Unterschied zwischen Tabakerhitzern und E-Zigaretten besteht darin, dass E-Zigaretten Liquids verdampfen, während Tabakerhitzer mit festem Tabak betrieben werden.
 

Technische Unterschiede zwischen Tabakerhitzer und E-Zigarette

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat eine vorläufige Risikobewertung zu Tobacco Heating Systemen veröffentlicht. Laut Bericht enthalten die Emissionen von Tabakerhitzern verschiedene Stoffe, deren Konzentration gegenüber dem Rauch herkömmlicher Zigaretten bei bestimmten Parametern wie Benzol oder Kohlenmonoxid reduziert sein kann. Dennoch weist das BfR darauf hin, dass eine verminderte Stoffkonzentration in der Emission nicht gleichbedeutend mit einer proportional verminderten gesundheitlichen Belastung ist. E-Zigaretten ermöglichen technisch die Verwendung von nikotinfreien Liquids, was bei Tabakerhitzern nicht möglich ist.
 
Technische Gegenüberstellung:

  • Tabaksticks enthalten grundsätzlich Nikotin.
  • Die Emissionen unterscheiden sich aufgrund der Ausgangsstoffe (Tabak vs. Liquid).
  • Weitere Informationen finden Sie in der Zusammenfassung zur Studienlage.
  • Bei E-Zigaretten kann die Nikotinkonzentration im Liquid individuell gewählt werden.

 

Emissionen bei der Nutzung von Tobacco Heating Systems

Die Erhitzung von Tabak führt zur Bildung von HPHCs (harmful and potentially harmful constituents). Die Zusammensetzung der Emissionen hängt vom jeweiligen System und den verwendeten Materialien ab.

InhaltsstoffGesundheitliche Risiken
AcetaldehydKrebserregend, reizt Atemwege, suchterzeugend
AcetamidKrebserregend
AcetonReizt Atemwege
AcroleinReizt Atemwege, belastet Herz-Kreislauf-System
AcrylamidKrebserregend
AcrylnitrilKrebserregend, reizt Atemwege
4-AminobiphenylKrebserregend
1-AminonaphthalinKrebserregend
2-AminonaphthalinKrebserregend
AmmoniakReizt Atemwege
ArsenKrebserregend, belastet Herz-Kreislauf-System, mutagen
BenzanthrazenKrebserregend, belastet Herz-Kreislauf-System
BenzolKrebserregend, belastet Herz-Kreislauf-System, mutagen
BenzopyrenKrebserregend
BleiKrebserregend, belastet Herz-Kreislauf-System, mutagen
1,3-ButadienKrebserregend, reizt Atemwege,
ButyraldehydReizt Atemwege, belastet Herz-Kreislauf-System
CadmiumKrebserregend, reizt Atemwege, mutagen
Catechol / KatecholKrebserregend
ChromKrebserregend, reizt Atemwege, mutagen
ChinolinKrebserregend
m-CresolKrebserregend, reizt Atemwege
o-CresolKrebserregend, reizt Atemwege
p-CresolKrebserregend, reizt Atemwege
Crotonaldehyd
Krebserregend
CyanwasserstoffReizt Atemwege, belastet Herz-Kreislauf-System
Dibenz(a,h)anthracenKrebserregend
EthylenoxidKrebserregend, reizt Atemwege, mutagen
FormaldehydKrebserregend, reizt Atemwege
(p-)HydrochinonEventuell krebserregend
IsoprenKrebserregend
KohlenmonoxidMutagen
Methyl-Ethyl Ketone
Reizt Atemwege
4-(Methylnitrosamino)-1-(3-pyridyl)-1-butanon (NNK)Krebserregend
NickelKrebserregend, reizt Atemwege
NikotinMutagen, suchterzeugend
Nitrobenzol
Krebserregend, reizt Atemwege, mutagen
N-Nitroso Anbasine (NAB)
Krebserregend
N-Nitroso Anatabin (NAT)
Nicht klassifiziert
N-Nitroso Nornikotin (NNN)
Krebserregend
PhenoleReizt Atemwege, belastet Herz-Kreislauf-System
PropionaldehydReizt Atemwege, belastet Herz-Kreislauf-System
PropylenoxidKrebserregend, reizt Atemwege
PyrenEventuell krebserregend
PyridinReizt Atemwege
QuecksilberKrebserregend, mutagen
ResorcinReizt Atemwege
SelenReizt Atemwege
StickoxideReizt Atemwege, belastet Herz-Kreislauf-System, mutagen
StyrolKrebserregend
ToluolReizt Atemwege, mutagen
o-Toluidin
Krebserregend
VinylchloridKrebserregend

Quelle: Zusammenfassung technischer Daten (BfR/EN)
In E-Zigaretten-Liquids (ohne Nikotin) sind verfahrensbedingt Stoffe wie Arsen, Blei oder Kohlenmonoxid in der Regel nicht nachweisbar, da kein Verbrennungs- oder Erhitzungsprozess von Tabak stattfindet. Eine Analyse der Inhaltsstoffe von Liquids finden Sie hier.
 

Hinweise zur Anwendung

Tabakerhitzer nutzen Tabaksticks mit einem fest definierten Nikotingehalt. Im Gegensatz dazu bieten E-Zigaretten die Möglichkeit, die Nikotinstärke schrittweise anzupassen oder auf nikotinfreie Produkte umzustellen.
Informationen zur gesundheitlichen Entwicklung
 

Fazit

Sowohl Tabakerhitzer als auch E-Zigaretten stellen technologische Alternativen zur klassischen Verbrennung von Tabak dar. Während Tabakerhitzer weiterhin auf Tabak basieren, nutzen E-Zigaretten die Verdampfung von Flüssigkeiten. Nutzer, die eine individuelle Kontrolle über die Nikotinzufuhr wünschen, finden in der E-Zigarette ein System, das verschiedene Konzentrationen bis hin zur kompletten Nikotinfreiheit ermöglicht. Sachliche Informationen zu den jeweiligen Produkten finden Sie in den entsprechenden Kategorien unseres Informationsangebots.

EU-Kommission: Sachstand zur steuerrechtlichen Behandlung von E-Zigaretten und Liquids (Bericht 2018)

E-Zigarette Dampf tritt aus Mund aus

Die Europäische Kommission hat für das Jahr 2018 Informationen zur steuerrechtlichen Behandlung von elektronischen Zigaretten und E-Liquids veröffentlicht. Nach aktuellem Stand plant die Kommission vorerst keine EU-weite Steuer auf E-Zigaretten bzw. die darin verwendeten Liquids. Während die Besteuerung herkömmlicher Tabakzigaretten kontinuierlich angepasst wird, sind E-Zigaretten-Liquids derzeit nicht von einer spezifischen EU-weiten Verbrauchssteuer betroffen. Informationen zu gesundheitlichen Aspekten finden sich unter anderem in der (Erste Langzeitstudie zu gesundheitlichen Auswirkungen der E-Zigaretten).

Steuerrechtliche Einordnung von Tabakzigaretten und E-Zigaretten

Die Tabaksteuer für herkömmliche Zigaretten wurde zuletzt Anfang 2015 angepasst. Der Steueranteil beträgt derzeit ca. 75 Prozent des Verkaufspreises und stellt damit eine der höchsten Verbrauchssteuern in Deutschland dar.

Fakten zur Tabaksteuer auf herkömmliche Zigaretten:

  • Referenzpreis pro Schachtel: 6,- €
  • Steuer-Anteil (Staat): 4,34 € (Tabaksteuer + Umsatzsteuer)
  • Steuerbelastung pro Zigarette: ca. 0,20 €

Dass es in den vergangenen Jahren keine Anpassung der Tabaksteuer gab, war unter anderem auf politische Vereinbarungen der Koalitionspartner zurückzuführen. Aufgrund der Haushaltsplanung und sinkender Steuereinnahmen im Tabaksektor wird in Fachkreisen über zukünftige Erhöhungen diskutiert. Prognosen reichen dabei von moderaten Anpassungen bis hin zu deutlichen Preissteigerungen über mehrere Jahre, ähnlich der Entwicklung im Jahr 2005.

Vertreter der Tabakwirtschaft prägten bereits 2005 den Begriff „Terror-Tax“, als der Preis pro Schachtel um 0,50 € stieg. Die Branche beobachtet die Preisentwicklung kritisch, insbesondere im Hinblick auf den potenziellen Anstieg des illegalen Handels (Schmuggels), der mit hohen Steueranhebungen einhergehen könnte. Ein Tabak-Manager äußerte in der WELT„Ich hoffe, dass die Entscheidung sehr gut durchdacht sein wird und dass sich die Politik dabei auch die Vergangenheit anschauen wird“.

Das Bundesministerium der Finanzen verzeichnete zuletzt Einnahmen aus der Tabaksteuer in Höhe von rund 14 Milliarden Euro jährlich. Da die Zahl der Raucher statistisch sinkt, während der Bereich der E-Zigaretten und alternativer Produkte wächst, ergeben sich Veränderungen im Steueraufkommen. Die Entscheidung der EU-Kommission, elektronische Zigaretten vorerst nicht in den Rahmen der Tabaksteuerrichtlinie aufzunehmen, beeinflusst die nationalen Debatten über die Finanzierung des Staatshaushalts. Informationen zum Thema finden Sie auch hier: Aspekte des Umstiegs auf E-Zigaretten.

Preisanpassungen bei Tabakprodukten (Beispiel Philipp Morris)

Unabhängig von staatlichen Steuern nehmen Hersteller wie Philipp Morris Preisanpassungen vor. So wurde angekündigt, den Preis für bestimmte Packungsgrößen zu verändern. Bei Marken wie L&M oder Chesterfield sind ähnliche Marktentwicklungen zu beobachten, wobei oft auch die Stückzahl pro Packung angepasst wird. Branchenexperten erwarten, dass andere Konzerne wie British American Tobacco (BTA), Reemtsma und JTI ihre Preisgestaltung ebenfalls prüfen.

Status der EU-Regulierung für E-Zigaretten

Die EU-Kommission hat dargelegt, dass eine Besteuerung von elektronischen Zigaretten frühestens 2019 erneut geprüft wird. Informationen zu Branchentreffen finden Sie unter E-Zigaretten- & Dampfermessen 2018. Gegenstand der regulatorischen Debatten sind insbesondere die Liquids, die in E-Zigaretten verdampft werden.

Die Kommission begründet die aktuelle Entscheidung mit einer noch nicht ausreichenden Datenbasis zum Markt der E-Zigaretten. Vorhersagen zur Marktentwicklung und zu den Auswirkungen von Richtlinien wie der TPD2 seien derzeit nur bedingt möglich. Der Bericht empfiehlt eine wissenschaftlich fundierte Herangehensweise an die steuerliche Einordnung.

Nationale Gesetzgebung

Die Entscheidung auf EU-Ebene schließt nationale Alleingänge der Mitgliedstaaten nicht aus, wie Beispiele aus Italien zeigen. Das Bundesfinanzministerium hat sich bisher zurückhaltend zu nationalen Sonderregeln für E-Zigaretten geäußert, solange die Prüfung der EU-Tabaksteuerrichtlinien andauert.

Erfahrungen mit der Besteuerung von E-Zigaretten

Die steuerliche Erfassung von Liquids gilt als administrativ komplexer im Vergleich zum etablierten System der Steuerzeichen bei Tabakzigaretten. In einigen EU-Mitgliedstaaten wurden bereits nationale Steuern eingeführt. Italien modifizierte seine Regelungen bereits mehrfach, nachdem hohe Steuersätze zu einem Anstieg von grenzüberschreitenden Einkäufen geführt hatten.

„Um Raucher vom Tabakqualm wegzubringen, darf man die wesentlich weniger schädlichen Alternativen nicht kaputt besteuern.“
– Dustin Dahlmann

InnoCigs-Geschäftsführer Dustin Dahlmann betonte in Medienberichten (u.a. Bild-Zeitung) die Bedeutung einer risikogerechten Behandlung alternativer Produkte. Auch Branchenverbände fordern eine Besteuerung, die das Risikoprofil von E-Zigaretten im Vergleich zu anderen Produkten berücksichtigt. Dies bezieht sich auch auf die steuerliche Einordnung von Tabakerhitzern, die derzeit teilweise wie Pfeifentabak behandelt werden, was zu unterschiedlichen Steueranteilen im Vergleich zur herkömmlichen Zigarette führt.

Studie zu Langzeitfolgen von E-Zigaretten-Gebrauch: Untersuchung der Auswirkungen über 3,5 Jahre.

In den vergangenen Jahren wurde regelmäßig über neue Untersuchungen zu E-Zigaretten berichtet, wobei häufig auf das Fehlen von Langzeitstudien hingewiesen wurde. Diese Thematik wurde sowohl in der politischen Debatte als auch in der medialen Berichterstattung aufgegriffen, insbesondere im Hinblick auf den Vergleich zwischen E-Zigaretten und herkömmlichen Tabakzigaretten sowie potenzielle Auswirkungen auf die Atemwege.

Zwischenzeitlich wurde eine Langzeituntersuchung zum E-Zigaretten-Konsum veröffentlicht, die physiologische Parameter über einen Zeitraum von mehreren Jahren betrachtet.

Die vorliegenden Daten untersuchen klinische Parameter bei regelmäßiger Nutzung über einen längeren Zeitraum. Die Ergebnisse werden im Kontext von Konzepten zur Schadensminimierung (Harm Reduction) diskutiert, wie sie auch in Berichten der Bundesregierung Erwähnung finden. Die Studie befasst sich mit den Auswirkungen des Dampfens auf die Lungenfunktion und wurde im Fachmagazin „Nature Scientific Reports“ publiziert.

„Diese Studie untersucht die gesundheitlichen Aspekte bei der Nutzung von E-Zigaretten über einen Zeitraum von 3,5 Jahren. Da die Datenlage zu Langzeitfolgen bei Nie-Rauchern bisher gering war, liefert diese Untersuchung eine Grundlage für die weitere wissenschaftliche Diskussion.“ – Zusammenfassung der Kerninhalte nach Prof. Dr. Riccardo Polosa.

Urheber der Studie ist Prof. Dr. Riccardo Polosa, Direktor des Instituts für Innere Medizin und Klinische Immunologie an der Universität von Catania. Eine detaillierte Auswertung der Methodik ist im Fachmagazin Nature erschienen.

Zentrale Parameter der Untersuchung

  • Über einen Zeitraum von 3,5 Jahren wurden bei den Teilnehmern die Lungenfunktion und der Blutdruck dokumentiert.
  • Die Studie verzeichnete innerhalb des Beobachtungszeitraums keine signifikanten Veränderungen der gemessenen physiologischen Werte bei den Testpersonen.
  • Das Studiendesign umfasst eine Kontrollgruppe und konzentriert sich auf Probanden ohne vorherige Tabakhistorie.

Methodik und Versuchsaufbau

Ein methodischer Aspekt bisheriger Untersuchungen war die Abgrenzung von Vorbelastungen durch früheren Tabakkonsum. Um dieses Feld zu isolieren, wurden für diese Studie Personen ausgewählt, die zuvor nicht geraucht hatten. Die Untersuchungsgruppe bestand aus neun täglichen Nutzern von E-Zigaretten ohne Tabakhistorie und einer Referenzgruppe von zwölf Personen, die weder rauchen noch dampfen (mittleres Alter 29,7 Jahre). Bei der Erhebung gesundheitlicher Parameter ist die Trennung von Reaktionen auf Aerosol-Emissionen und Folgen einer früheren Rauchgeschichte ein zentraler Faktor für die Validität der Daten. Der Versuchsaufbau folgte wissenschaftlichen Standards zur Erhebung klinischer Biomarker.

Infografik Gateway Effekt

Infografik zu einer Online-Umfrage (Thema „Gateway Effekt“)

Die Teilnehmer wurden über 3,5 Jahre regelmäßig untersucht. Folgende Parameter standen im Fokus:

  • Lungenfunktion und respiratorische Symptome
  • Blutdruck und Herzfrequenz
  • Körpergewicht
  • Kohlenmonoxid (eCO) & Stickstoffmonoxid (eNO) in der Atemluft
  • HRCT (hochauflösende Computertomographie) der Lunge

Auf Basis der Untersuchungen über den Zeitraum von 3,5 Jahren wurden Daten zum täglichen Gebrauch erhoben. Im Rahmen der HRCT-Untersuchungen der Lunge sowie bei der Erfassung respiratorischer Symptome wurden bei den Studienteilnehmern keine pathologischen Befunde im Vergleich zur Kontrollgruppe dokumentiert. Während Langzeitfolgen über noch größere Zeiträume weiterhin Gegenstand der Forschung bleiben, liefert diese Studie Daten für die Anwendung bei jüngeren Nutzern ohne vorherigen Tabakkonsum.

Die Teilnehmer wurden unter anderem über Befragungen in Fachgeschäften identifiziert. Nutzer, die sowohl Tabak als auch E-Zigaretten konsumierten (Dual Use), wurden ausgeschlossen. Als „Nie-Raucher“ wurden gemäß Studiendefinition Personen eingestuft, die in ihrem Leben weniger als 100 Tabakzigaretten konsumiert hatten.

Kriterien für die Studienteilnahme:

  • Weniger als 100 Zigaretten in der Lebenshistorie.
  • Täglicher E-Zigaretten-Konsum seit mindestens drei Monaten.
  • Kontrollgruppe ohne Konsum von Tabak- oder E-Zigaretten.

Studienergebnisse im Detail

„In einer Gruppe von jungen Erwachsenen, die täglich E-Zigaretten nutzen und zuvor nie geraucht hatten, konnten über einen Zeitraum von ca. 3,5 Jahren keine Verminderungen des Lungenvolumens oder Veränderungen der Entzündungsmarker in der Atemluft festgestellt werden. Auch im CT-Scan zeigten sich keine Anzeichen für frühe Lungenschäden im Vergleich zur Kontrollgruppe. Veränderungen des Blutdrucks oder der Herzfrequenz wurden nicht gemessen.“ – Prof. Dr. Riccardo Polosa, et al., Health impact of E-cigarettes.

Die Studie dokumentiert den gesundheitlichen Zustand der Teilnehmer über 3,5 Jahre und vergleicht diesen mit einer Kontrollgruppe. Während der Laufzeit der Untersuchung wechselte keiner der E-Zigaretten-Nutzer zum Tabakkonsum. In der Kontrollgruppe begannen zwei Personen mit dem Rauchen von Tabakzigaretten.

Studienleitung

Prof. Dr. Riccardo Polosa

Prof. Dr. Riccardo Polosa

Prof. Dr. Riccardo Polosa ist Direktor des Instituts für Innere Medizin und Klinische Immunologie an der Universität von Catania. Er befasst sich seit Jahren mit der Analyse von Aerosolen. Neben der im Fachmagazin „Nature“ veröffentlichten Arbeit „Health Impact of E-Cigarettes“ hat er zahlreiche wissenschaftliche Beiträge im Bereich der Tabakforschung publiziert. In einem Interview erläutert Dr. Polosa die Einordnung der Ergebnisse, die Methodik der Untersuchung von Diacetyl-Konzentrationen sowie die Darstellung von E-Zigaretten in der wissenschaftlichen Berichterstattung.

 

 

Quellen: Nature Scientific Reports, University of Catania.

Bildnachweise: Titelbild: © yodiyim – fotolia.com

 

Informationen zur Reduzierung der sichtbaren Dampfentwicklung bei E-Zigaretten

Die Intensität der sichtbaren Dampfentwicklung bei E-Zigaretten variiert je nach technischem Setup und Nutzungsgewohnheiten. In der Öffentlichkeit kann eine ausgeprägte Dampfproduktion zu Rückfragen durch Dritte führen. Eine sachliche Auseinandersetzung mit der Funktion & den Bestandteilen der E-Zigarette ist im Alltag oft nur eingeschränkt möglich. Zudem kann die Nutzung von E-Zigaretten dazu dienen, den Aufenthalt in Bereichen mit Tabakrauch-Emissionen zu vermeiden, da Liquids eine andere stoffliche Zusammensetzung aufweisen.Technische Methode: Stealth-Dampfen.

Definition und technische Grundlagen

Diese Methode beschreibt eine Form der Nutzung, bei der die sichtbare Emission von Aerosolen minimiert wird. Ziel ist eine geringe Dampfentwicklung. Während einige Anwender E-Zigaretten mit hoher Dampfproduktion bevorzugen, gibt es technische Gründe oder soziale Kontexte, in denen eine diskrete Verwendung angestrebt wird. Hierbei geht es um die Anwendung technischer Parameter, um die Sichtbarkeit des Dampfes zu reduzieren.

Kontext der Aerosol-Reduktion

Die Anwendung dieser Techniken ist innerhalb der Dampfer-Community bekannt. Die Intention liegt primär in der Reduktion der Aufmerksamkeit im öffentlichen Raum. Dabei ist zu beachten, dass rechtliche Verbote oder Hausordnungen, wie beispielsweise in den Zügen der Deutschen Bahn, unabhängig von der Sichtbarkeit des Dampfes einzuhalten sind. Die Methode dient dazu, an Orten, an denen die Nutzung gestattet ist, weniger aufzufallen. In der öffentlichen Wahrnehmung existieren oft Unklarheiten bezüglich der Umgebungsemissionen. Es liegen verschiedene Studien zu E-Zigaretten vor, welche die Zusammensetzung des abgegebenen Aerosols untersuchen.

Technische Umsetzung der Dampfminimierung

Die Reduktion der sichtbaren Emissionen erfolgt durch die Abstimmung von Hardware, Liquid-Zusammensetzung und Inhalationstechnik.
1. Hardware für geringe Dampfentwicklung
Geräte im Sub-Ohm-Bereich sind bauartbedingt auf eine hohe Dampfproduktion ausgelegt. Zur Minimierung der Sichtbarkeit eignen sich Akkuträger mit geringerer Leistungsabgabe in Kombination mit Verdampfern, die für höhere Widerstände spezifiziert sind (z. B. Dual Coil oder Single Coil im MTL-Bereich).
2. Zusammensetzung der E-Liquids
E-Liquids basieren auf Propylenglykol (PG) und pflanzlichem Glycerin (VG). Das Mischungsverhältnis bestimmt die Dichte des Aerosols. Während ein hoher VG-Anteil für eine dichte Dampfentwicklung sorgt, begünstigt ein hoher PG-Anteil eine geringere Sichtbarkeit. PG dient zudem als Geschmacksträger und beeinflusst das Gefühl im Rachenraum beim Inhalieren. Bei der Nutzung von Geräten mit geringer Leistung kann die Anpassung der Nikotinkonzentration erforderlich sein, um die Sättigung beizubehalten.
3. Inhalationstechniken
Zwei technische Ansätze können die sichtbare Emission weiter verringern.
Verlängerte Inhalationsdauer
Durch das tiefe Einatmen und ein kurzes Halten des Aerosols in der Lunge setzt sich ein Teil der Partikel an den Schleimhäuten ab, wodurch beim Ausatmen weniger sichtbarer Dampf austritt. Zusätzliches Einatmen von Umgebungsluft nach dem Zug verdünnt das Aerosol weiter.
Zweistufige Inhalation
Hierbei wird das Aerosol zunächst in die Lunge inhaliert und anschließend ein Luftausgleich durch die Nase vorgenommen, was die Dichte des beim Ausatmen sichtbaren Dampfes reduziert.

Rechtliche und soziale Rahmenbedingungen

Die Reduktion der Dampfentwicklung entbindet den Nutzer nicht von der Einhaltung geltender Regeln. Die Nutzung von E-Zigaretten am Arbeitsplatz oder in Gastronomiebetrieben unterliegt den jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen und dem Hausrecht. Verstöße können arbeitsrechtliche Konsequenzen oder Hausverbote nach sich ziehen. In sensiblen Bereichen wie Flugzeugen ist die Nutzung streng untersagt. Die beschriebenen Techniken sollten daher nur dort angewendet werden, wo der Gebrauch von E-Zigaretten grundsätzlich gestattet ist.

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