Die sachgemäße Lagerung von E-Liquids

Die Lagerung von E-Liquids ist ein relevanter Aspekt für Verwender. Im InnoCigs Onlineshop sind verschiedene Kategorien und Sorten, etwa Menthol, erhältlich. Nutzer erwerben diese Produkte teilweise in größeren Mengen oder bevorraten sich aufgrund regulatorischer Änderungen wie der TPD2. Unabhängig von der gewählten Sorte und der Menge stellt sich die Frage nach der fachgerechten Aufbewahrung. Eine unsachgemäße Lagerung kann die chemische Stabilität und die Beschaffenheit der Inhaltsstoffe von E-Liquids bereits nach kurzer Zeit negativ beeinflussen. Im Folgenden erläutert InnoCigs die technischen Voraussetzungen für eine sachgerechte Lagerung von E-Liquids.

Die Auswirkung von Luft, Licht und Wärme

Risiken durch Luft, Wärme und Licht – Bild: Fotolia #166790536 | Urheber: Cobalt

Die Stabilität von E-Liquids wird unter anderem laut Dr. Jacques Le Houezec maßgeblich durch äußere Faktoren wie Sauerstoff, Lichteinstrahlung und Temperatur beeinflusst. Für eine sachgerechte Einlagerung ist die chemische Reaktion der Inhaltsstoffe auf diese Einflüsse entscheidend. Insbesondere bei nikotinhaltigen Gemischen ist zu beachten, dass Nikotin unter Einwirkung von Licht und Luftsauerstoff zur Oxidation neigt. Dieser chemische Prozess führt in der Regel zu einer optischen Veränderung (Verdunklung) der Flüssigkeit. Um chemische Veränderungen der Inhaltsstoffe zu minimieren, sollten E-Liquids daher unter Ausschluss von direktem Licht und bei stabilen Temperaturen gelagert werden.

„First of all keep it away from light an air as much as possible, because it causes nicotine to oxidise, changing its colour, but not changing its properties. Keeping it in the fridge or freezing it is fine. Nicotine is quite stable even when frozen (this is how it is done in clinical studies when someone wants to assay nicotine in the blood of subjects for example).“ – Dr. Jacques Le Houezec, im Interview mit ecigarettedirect.co.uk

Ein wesentlicher Faktor bei der Lagerung ist die Stabilität der verwendeten Aromastoffe. Bei unsachgemäßer Aufbewahrung kann es zu einer Dekomposition dieser Komponenten kommen, was eine Veränderung der sensorischen Eigenschaften des Produkts zur Folge hat. Die pharmakologische Wirkung der Inhaltsstoffe bleibt hiervon weitgehend unberührt. Bestimmte Stoffgruppen neigen unter Einwirkung von Licht und Luftsauerstoff verstärkt zu Verfärbungen (Nachdunkeln). Um die Stabilität der Inhaltsstoffe über den gesamten Verwendungszeitraum zu gewährleisten, wird eine kühle und lichtgeschützte Lagerung empfohlen. Entsprechende Hinweise zur sachgemäßen Handhabung sind den Sicherheitsdatenblättern sowie den Beipackzetteln der jeweiligen Produkte zu entnehmen.

 

Der Einfluss von Wärme

Thermische Einflüsse erhöhen die kinetische Energie der im Liquid enthaltenen Moleküle, was die Rate chemischer Interaktionen steigert. Diese erhöhte Reaktivität kann dazu führen, dass Inhaltsstoffe mit anderen Komponenten reagieren oder eine thermische Zersetzung in kleinere Molekülbruchstücke stattfindet. Da die sensorischen Profile von E-Liquids auf spezifischen molekularen Zusammensetzungen basieren, führen solche chemischen Veränderungen oder Zersetzungsprozesse zu einer Modifikation der ursprünglichen Produkteigenschaften. Um die Stabilität der Formulierung zu bewahren, ist eine Lagerung bei niedrigen Temperaturen zielführend.

 

Chemische Reaktion mit Luft und Licht

Die Stabilität von nikotinhaltigen E-Liquids wird maßgeblich durch Luftsauerstoff und UV-Strahlung beeinflusst. Bei der Reaktion von Nikotin mit Sauerstoff entsteht durch Oxidation das Abbauprodukt Cotinin. UV-Licht fungiert hierbei als Energielieferant, der diesen chemischen Prozess initiiert oder beschleunigt. Die Intensität dieser Reaktion steht in direktem Verhältnis zur Nikotinkonzentration im Gemisch; eine fortschreitende Oxidation führt konsequent zu einer Reduktion des effektiven Nikotingehalts. Während nikotinfreie Basen eine höhere Stabilität gegenüber diesen Einflüssen aufweisen, ist bei nikotinhaltigen Produkten eine konsequente Lichtgeschütztheit erforderlich. Da ein Kontakt mit Luftsauerstoff nach dem Öffnen des Behältnisses technisch nicht vollständig ausgeschlossen werden kann, stellt der Ausschluss von direkter UV-Einstrahlung den primären Faktor zur Qualitätssicherung während der Lagerung dar.

Fazit: Halten Sie Ihr E-Liquid von Wärme, Licht und wenn möglich auch von Raumluft fern.

 

Liquids langfristig lagern

Kühlschränke können sich zur Lagerung von E-Liquids eignen, wenn man einige Details beachtet. Bild: Fotolia #162152691 | Urheber: Vlad Kochelaevskiy

Die langfristige Aufbewahrung von E-Liquids über einen Zeitraum von mehreren Monaten erfordert eine gezielte Kontrolle der Umgebungstemperatur. Eine Lagerung im Kühlschrank ist grundsätzlich möglich, wobei die Verwendung von luftdichten Sekundärverpackungen empfohlen wird, um die Einwirkung von Feuchtigkeit (Kondensat) und Fremdgerüchen auf die Liquidflaschen zu minimieren. Bei niedrigen Temperaturen erhöht sich die Viskosität des Liquids deutlich; vor der Verwendung ist daher eine Akklimatisierung auf Raumtemperatur notwendig, um die physikalischen Fließeigenschaften wiederherzustellen. Ein Einfrieren von E-Liquids ist aufgrund des Gehalts an Propylenglykol und Glycerin, die als Frostschutzmittel wirken, im haushaltsüblichen Gefrierbereich (ca. -18 °C) meist nicht vollständig möglich. Zwar verlangsamen sehr niedrige Temperaturen die Oxidationsprozesse weiter, jedoch können bei extremen Minustemperaturen einzelne Inhaltsstoffe auskristallisieren oder sich die Emulsion entmischen. Für die Beibehaltung der spezifizierten Produkteigenschaften ist eine kühle, konstante Lagerung ohne Frostzustand in der Regel ausreichend.

 

Was bei der langfristigen Lagerung zu beachten ist

Behältnisse aus Kunststoff sind für die kurzzeitige Aufbewahrung von E-Liquids geeignet. Bei einer langfristigen Lagerung ist jedoch die Materialbeschaffenheit zu berücksichtigen. Kunststoffe weisen eine materialspezifische Gaspermeabilität auf, die einen minimalen Austausch von Luftsauerstoff durch die Gefäßwand ermöglichen kann. Dieser Prozess begünstigt oxidative Reaktionen der Inhaltsstoffe. Der Grad der Durchlässigkeit variiert je nach verwendetem Polymertyp. Im Gegensatz zu Kunststoffen ist Glas ein diffusionsdichtes Material. Die Lagerung in Glasbehältnissen verhindert den Gasaustausch sowie potenzielle Wechselwirkungen zwischen dem Liquid und dem Verpackungsmaterial nahezu vollständig, wodurch die chemische Integrität der Inhaltsstoffe über längere Zeiträume stabil bleibt.

 

Aufbewahrung von Liquids in Glasflaschen

Eine kühle und lichtgeschützte Umgebung, wie sie ein Kühlschrank bietet, unterstützt die chemische Stabilität von E-Liquids. Die Reduktion der Umgebungstemperatur senkt die kinetische Energie der Moleküle, wodurch die Wahrscheinlichkeit chemischer Reaktionen sowie oxidativer Prozesse minimiert wird. Da Propylenglykol (PG) antimikrobielle Eigenschaften besitzt, ist das Risiko eines bakteriellen Befalls bei sachgemäßem Verschluss der Behältnisse gering. Die physikalischen Eigenschaften der Hauptkomponenten Pflanzliches Glycerin (VG) und Propylenglykol (PG) bestimmen das Verhalten bei Minustemperaturen: Während reines VG einen Gefrierpunkt von ca. 18 °C aufweist, liegt dieser bei PG deutlich niedriger (ca. -60 °C). In haushaltsüblichen Gefriergeräten bleibt die Fließfähigkeit von Gemischen mit hohem PG-Anteil daher teilweise erhalten, während hochviskose Mischungen mit einem VG-Anteil von 80 % oder mehr eine festere Konsistenz annehmen können. Es ist zu beachten, dass extreme thermische Schwankungen die sensorische Stabilität der Aromen langfristig beeinflussen können.

Wichtig: Die Aufbewahrung von E-Liquids bei niedrigen Temperaturen, etwa in Kühl- oder Gefriergeräten, führt zu einer signifikanten Erhöhung der Viskosität. Um die für den Betrieb von Verdampfersystemen erforderlichen Fließeigenschaften sicherzustellen, ist vor der Verwendung eine Akklimatisierung des Produkts auf Raumtemperatur notwendig. Eine Befüllung technischer Komponenten sollte erst nach dem vollständigen Temperaturausgleich erfolgen, um eine sachgemäße Funktion des Nachflusssystems zu gewährleisten.

 

Besonderheiten im Zusammenhang mit Kindern und Haustieren

Bild: Fotolia #109126667 | Urheber: Tanja

E-Liquids, insbesondere solche mit Nikotingehalt, unterliegen strengen Sicherheitsanforderungen hinsichtlich der Lagerung. Da Nikotin eine toxische Substanz darstellt, ist der Zugriff durch Kinder und Haustiere zwingend zu verhindern. Aufgrund des geringeren Körpergewichts und der physiologischen Beschaffenheit reagieren kleinere Organismen wesentlich empfindlicher auf Nikotin als Erwachsene. Die Verwendung von zertifizierten kindersicheren Verschlüssen (ISO 8317) stellt eine Schutzmaßnahme dar, entbindet jedoch nicht von der Pflicht zur sorgfältigen Aufbewahrung. Es ist zu beachten, dass mechanische Sicherungen keinen absoluten Schutz vor Manipulation bieten und die Integrität des Behältnisses – insbesondere bei Glasflaschen – durch äußere Einwirkung gefährdet sein kann. E-Liquids sind daher grundsätzlich an einem für unbefugte Personen und Tiere unzugänglichen, verschlossenen Ort aufzubewahren.

 

Wo Liquids gelagert werden sollten

Neben der temperaturkontrollierten Aufbewahrung in Kühlgeräten existieren weitere Optionen für die Lagerung von E-Liquids. Die Eignung dieser Orte bestimmt sich primär nach der Einhaltung der physikalischen Parameter Lichtschutz und Temperaturstabilität. Im Folgenden werden die technischen Anforderungen an alternative Lagerstätten erläutert.

 

Kurzfristige Aufbewahrung

Für die Lagerung von E-Liquids eignen sich erhöhte Schrankpositionen, da diese einen Schutz vor Lichteinstrahlung bieten und gleichzeitig den unbefugten Zugriff durch Kinder oder Haustiere erschweren. Dabei ist auf einen ausreichenden Abstand zu Wärmequellen wie Heizkörpern oder Öfen zu achten. Alternativ gewährleistet die Verwendung von lichtundurchlässigen und verschließbaren Aufbewahrungsbehältnissen eine stabile Lagerumgebung. Zur Minimierung oxidativer Prozesse ist auf einen dichten Verschluss der Primärverpackung zu achten. Ein hohes Füllniveau im Verhältnis zum Gesamtvolumen des Behältnisses reduziert den verbleibenden Anteil an Luftsauerstoff (Totvolumen) innerhalb der Flasche. Bei flexiblen Kunststoffbehältnissen kann das verbleibende Luftvolumen vor dem Verschließen durch leichte Kompression des Gefäßkörpers minimiert werden. Die Wahl einer angemessenen Gebindegröße im Verhältnis zur enthaltenen Liquidmenge unterstützt die langfristige chemische Stabilität der Inhaltsstoffe.

 

Langfristige Aufbewahrung

Für die langfristige Verwahrung von E-Liquids ist die Materialwahl der Behältnisse entscheidend. Gefäße aus Braun- oder Blauglas minimieren die UV-Exposition und weisen im Vergleich zu Kunststoffbehältnissen eine geringere Gaspermeabilität auf, was den Kontakt mit Luftsauerstoff reduziert. Bei der Nutzung von Kunststoffgebinden ist zur Wahrung der chemischen Stabilität auf eine Minimierung des Luftanteils im Flascheninneren zu achten. Eine Lagerung bei niedrigen Temperaturen (Kühl- oder Gefrierschrank) verlangsamt die kinetischen Abbauprozesse der Inhaltsstoffe. Aufgrund der allgemeinen Zugänglichkeit von Kühlgeräten sind nikotinhaltige Produkte dort zwingend in verschlossenen, für Kinder unzugänglichen Sicherheitsbehältnissen oder in erhöhten, gesicherten Fachbereichen aufzubewahren. Die Einhaltung der Sicherheitsvorkehrungen zur Vermeidung von Unfällen obliegt der Sorgfaltspflicht des Verwenders.

 

Weitere Bildnachweise:

Titelbild: Fotolia #110504899 | Urheber: interklicks